Millionen-Euro-Investition für den Hammer Osten

„Wundersame Achse“ am Maxipark: Wichtiger Schritt für eine neue Mitte

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Überplant: Der erste Bauabschnitt der Grünen Umweltachse betrifft den Abschnitt von der Ostwennemarstraße (oben) bis zum Maxipark (unten).
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Nach Jahren des Planens nun ein wichtiger Schritt zur Umsetzung: Bezirksvertreter geben grünes Licht für den ersten Bauabschnitt der Umweltachse vor den Toren des Maxiparks und für einen neuen Sportplatz des Stein-Gymnasiums.

Uentrop – Ein durchaus historischer Schritt, den die Bezirksvertreter am Donnerstag in ihrer Sitzung einstimmig zurücklegten. Der Rat hat zum Ende des Monats das letzte Wort, aber die Uentroper Politiker gaben schon einmal grünes Licht für den ersten Bauabschnitt der Grünen Umweltachse, für den neuen Sportplatz des Stein-Gymnasiums und für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) Werries.

So sollen bis zur Internationalen Gartenausstellung 2027 allein für Umweltachse und Sportplatz rund 8,217 Millionen Euro verbaut werden – vorausgesetzt, dass Fördergelder fließen. Dafür sind die Beschlüsse erforderlich.

„Ich freue mich darüber, dass wir, wenn wir im Oktober die Förderanträge stellen, im Frühjahr, nach fast 20 Jahren endlich anfangen können, die neue Mitte im Stadtbezirk auf den Weg zu bringen“, sagte Rüdiger Brand. Er war zwar am Donnerstag gerade eben für Tanja Prill in die BV nachgerückt, doch der SPD-Politiker hat den Prozess der „Neuen Mitte“ in den vergangenen Jahrzehnten aktiv begleitet.

Uentrops Mitte: Entwicklung

Brand stellte der Uentroper SPD 2015 die Vision von einer „Neuen Mitte Uentrop“ vor. Das Positionspapier gab die Initialzündung für das, was heute unter anderem mit der Umweltachse verwirklicht werden soll. Rückblickend holte er weiter aus bis zum Rahmenplan „WerkStadt Hamm“ von 2003, der aber etwa durch den Bau der Arena Änderungen erfuhr.

Brand erinnerte an eine Versammlung zum Isek, als sich ein Planer aus Dortmund in der Mitte des Stadtbezirks wähnte, aber nur einen großen Parkplatz vorfand – meistens leerer Platz, aber mit viel Potenzial, wozu „zusammen mit Bürgern Ideen weiterentwickelt wurden“.

Uentrops Mitte: Weitere Bauabschnitte

Die nun geplanten Maßnahmen des ersten Bauabschnitts der Grünen Umweltachse vom Eingang des Maxiparks entlang dem Werner-Figgen-Weg bis zur Ostwennemarstraße und einem neuen Sportplatz am Stein-Gymnasium nannte er einen „gewaltigen Schub auch für die weitere Entwicklung“. In dem Sinne vermisst er aber deutlichere Aussagen zu folgenden Bauabschnitten. Die Terminierung sei ihm nicht klar.

Er verwies auf die vier Handlungsfelder des Gesamtplans: Grün und Freiraum, Verkehr und Mobilität, Wohnen und Quartiere sowie Stadtbild und Zentrumsfunktion. Er forderte eine gleichgewichtige Entwicklung.

Uentrops Mitte: Namensverwirrung

Die „Neue Mitte Uentrop“ war seinerzeit ein Arbeitstitel, der bis heute immer wieder über die Lippen kommt. Über den planerischen Meilenstein einig, scheiterte aber die SPD 2018 damit, den trockenen formalen Titel „Rahmenplan Werries“ entsprechend umzubenennen. Eine gewisse Verwirrung besteht nach so vielen Jahren des Planens und der Bezeichnungen bis heute in der Bevölkerung. SPD-Bezirksvertreter Brand appellierte an die Stadt, „nicht ständig neue Begriffe zu erfinden, die unterschiedliche Erwartungen wecken, sondern dass wir uns auf die Begriffe Umwelt- oder Mobilitätsachse begrenzen“.

So war bei der Info- und Diskussionsveranstaltung vor einem Monat im Maxipark-Festsaal Unverständnis aufgekommen, denn die Bauvorhaben in der Mitte scheinen namentlich kaum zum Grün einer so benannten Umweltachse zu passen – „eine wundersame Achse“, meinte Brand zu den ganzen Bezeichnungen und, was die Achse demnach alles bieten soll.

Uentrops Mitte: Klimaschutz?

Ausdrücklich „freuen“ sich die Grünen über die Planungen, „aber sind an einem Punkt hängengeblieben“. Bezirksvertreter Peter Kruse pochte auf den Ratsbeschluss, dass ab 2023 im Vorfeld aller Beschlussvorlagen eine Abwägung zur Klimarelevanz zu erfolgen habe mitsamt Angabe von möglichen Kompensationsmaßnahmen. Das hat die Verwaltung wohl auch in diesem Fall gemacht. Kurz und knapp heißt es zum ersten Bauabschnitt der Umweltachse: „Keine klimarelevanten Auswirkungen“. Daran hegen die Grünen Zweifel.

„Es erscheint uns wenig glaubwürdig, dass Investitionen in Höhe von zusammen acht Millionen Euro in Landschaft und Tiefbau angeblich keine Auswirkungen haben sollen“, sagte Kruse. „Nach unserem laienhaften Verständnis haben Tausende Quadratmeter neu versiegelte und teilweise betonierte Flächen, zum Beispiel im Bereich der Skateanlage, aber auch Grün- und Wasserflächen sehr wohl Auswirkungen auf das lokale Stadtklima.“ Hinzu kämen „projektbedingte Treibhausgasemissionen“.

Uentrops Mitte: Einstimmig

Der „Wunsch“ der Grünen, dazu bis zur Ratssitzung konkrete Aussagen zu bekommen, werde laut Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch an die zuständigen Stellen im Rathaus weitergeleitet.

Trotz der Kritik stimmten die Parteien der Bezirksvertretung geschlossen für die ersten konkreten Schritte in der „Neuen Mitte Uentrop“.

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