VonConstanze Juckenackschließen- Torsten Haarmannschließen
Einmal mehr sorgt ein Bericht über Finanzierungsprobleme für die Internationale Gartenausstellung 2027 für Alarmstimmung in Kommunen im Ruhrgebiet. Hamm ist mit dem Maxipark dabei. Hier ist man aber andere Wege gegangen.
Hamm – Kommt die Internationale Gartenausstellung 2027 wie geplant auch nach Hamm? Der Berichterstattung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zufolge steht die Finanzierung des Großprojekts auf wackligen Füßen.
„Gartenschau in Geldnot“ betitelte sie einen Artikel, in dem es heißt, dass zwar die drei größten Projekte in Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen umgesetzt werden – trotz Problemen wie der Inflation und dem Fachkräftemangel im Garten- und Landschaftsbau. Darüber hinaus sollten 38 bestehende Grünanlagen und Parks im Ruhrgebiet verschönert werden, darunter der Maxipark.
Die WAZ zitiert IGA-Geschäftsführer Horst Fischer, dass voraussichtlich nur 20 bis 25 dieser Projekte realisiert würden.
Maxipark bei der IGA 2027
Die Stadt Hamm plant für die IGA unter anderem eine östliche Erweiterung des Maximilianparks um ein Gartenkompetenzzentrum und einen neuen großen Parkplatz. Kosten soll das Ganze laut ersten Angaben 10 Millionen Euro, eine Million davon hatte die Stadt eingeplant, der Rest aus Fördermitteln. Aus der IGA-Geschäftsführung hieß es dazu am Dienstagabend, dass die Städte selbst die Fördermittel beschaffen müssten.
Während diese Entwicklung in anderen Kommunen mit Sorge aufgenommen worden ist, setzen die Planer im Hammer Rathaus ihren Kurs getrost fort. Denn mit Landesgeldern zur IGA rechnet hier keiner. „Davon haben wir uns schon länger verabschiedet“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter am Dienstagabend am Rande der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Parkerweiterung und IGA.
Maxipark: Fördergelder für Hamm
Die großen Bauvorhaben stehen oder fallen dennoch mit Fördergeldern, wenn auch aus ganz anderen Programmen. Gleichwohl ist die Ratsgruppe „Die Linke“ alarmiert. Sie fragt die Verwaltung nun, seit wann die Stadt von den Geldsorgen wisse, wie viel Geld sie bereits in das Projekt gesteckt hat und welche Auswirkungen es hätte, wenn es nicht umgesetzt würde.
Seit Jahren laufen in Hamm die Vorbereitungen. Begonnen mit einer Vision von einer „Neuen Mitte Uentrop“ gab die IGA im Jahr 2027 das Zeitziel für zwei erste konkrete Umsetzungen: der erste Bauabschnitt der Grünen Umweltachse im Eingangsbereich des Maxiparks und die Parkerweiterung.
Millionen für Maxipark und Umweltachse
Für die Umweltachse rechnet die Stadt mit einer 80-prozentigen Förderung aus dem Topf der Städtebauförderung von Land, Bund und EU. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt bezifferte die Stadtverwaltung im vergangenen Herbst auf 5,7 Millionen Euro. Nach zweimaligem, bislang erfolglosem Antrag rechnet sie nun fest mit einer Zusage für das Jahr 2024. „Wir gehen bei der Grünen Umweltachse von einer gesicherten Finanzierung aus“, sagte Herter.
Im Fall der Parkerweiterung kritisiert er das Land, „sich aus seiner Finanzierungsverantwortung herauszuziehen. Weil wir die Erweiterung aber für eine wichtige Entwicklung halten, haben wir uns auf den Weg zu anderen Fördermitteln gemacht.“ Durch die thematische Ausrichtung des Gartenkompetenzzentrums zur Klimaresilienz rechnet sich die Stadt große Chancen auf eine 75-prozentige Förderung aus einem Bundesprogramm aus.
Anträge für Maxipark und Umweltachse
Bis zum Fristende für beide Förderprogramme Mitte September beabsichtigt die Verwaltung, Anträge für die Umweltachse und das Gartenkompetenzzentrum einzureichen. Mit einem Bescheid rechnen die Planer im Frühjahr.
Und wenn dann doch kein Geld fließt? „Wir werden auf jeden Fall die IGA bespielen“, sagte Stadtbaurat Andreas Mentz. Was andere IGA-Kommunen noch nicht haben, hat Hamm seit fast 40 Jahren: mit dem Maxipark einen vorzeigbaren Veranstaltungsort.
