Krankenhäuser

Abschied von „St. Jupp“: Am Montag beginnt der Umzug nach Heessen

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Die Krankenhaus-Leitung vor dem Neubau: Jens Alberti, Thorsten Keuschen und Peter Potysch.
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2017 war das Ende des Bockum-Höveler St.-Josef-Krankenhaus angekündigt worden. Jetzt ist es so weit: Am Montag beginnt der Umzug zur Heessener St.-Barbara-Klinik. Noch vor Weihnachten sollen alle Abteilungen in Heessen sein.

Hamm – Die letzten Abteilungen aus dem Bockum-Höveler St.-Josef-Krankenhaus ziehen von Montag an in die St.-Barbara-Klinik. Dort ist das neue Bettenhaus gerade fertig geworden, es kann am Montag bezogen werden. Die Krankenhaus-Leitung stellte den Neubau und die Umzugspläne am Freitag vor.

Akten, Geräte, Möbel: alles muss mit

Es ist ein Umzug im Großformat: Nicht nur Personal und Patienten, auch Akten, Geräte und Möbel werden von Montag an von Bockum-Hövel nach Heessen gefahren. Es gibt einen Fahrplan dafür: Am Dienstag, 8. November, nahm das Westfälische Adipositaszentrum den Betrieb im Heessener Klinikgebäude auf. Es folgen die Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urogynäkologie (14. November), die Klinik für Handchirurgie, Mikrochirurgie und plastische Wiederherstellungschirurgie (15. November) und die Klinik für Innerer Medizin IV, Hämatologie und Onkologie (20. Dezember).

„Unsere Patienten profitieren dann von noch kürzeren Wegen“, sagte Geschäftsführer Thorsten Keuschen. „Wir haben alle Spezialisten an einem Ort, was eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten möglich macht.“ Alle Abteilungen, die noch im St.-Josef-Krankenhaus untergebracht sind, böten die gleichen Leistungen künftig in der St.-Barbara-Klinik an.

Noch 60 Patienten und 200 Mitarbeiter in Hövel

Aktuell liegen noch 60 Patienten im Höveler Krankenhaus, rund 200 Mitarbeiter kümmern sich um sie. Nach dem Umzug werden in Heessen rund 1500 Mitarbeiter arbeiten. Rund 600 Betten sind für den Standort offiziell ausgewiesen; der Kaufmännische Direktor Peter Potysch geht davon aus, dass etwa 450 Betten tatsächlich dauerhaft betrieben werden.

Die St.-Franziskus-Stiftung als Klinik-Träger hatte die Zusammenlegung beider Krankenhäuser am Standort Heessen 2017 verkündet und seitdem nach Klinik-Angaben rund 60 Millionen Euro in den Ausbau der St.-Barbara-Klinik investiert. Seitdem ist ist ein erheblicher Teil des 55 Jahren alten Krankenhauses saniert worden.

Neuer Bettentrakt ist gerade fertig geworden

Gerade fertig geworden ist nach gut zweijähriger Bauzeit ein neuer Trakt, der Patientenzimmer und die Onkologie aufnimmt. Das sechsgeschossige Gebäude schließt sich im Südosten an den Altbau an. Entworfen hat den Anbau das Aachener Büro PL Architekten, das bundesweit im Krankenhausbau tätig ist.

Aus derselben Hand stammen auch die Pläne für den neuen Funktionstrakt. An der nordwestlichen Ecke des Krankenhauses wird derzeit noch an einem neuen Bereich für eine Zentrale Notaufnahme gearbeitet. Sie soll doppelt so groß wie die bisherige Anlage werden; auch die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung erhält dort einen neuen Empfang. Darüber entstehen sechs Operationssäle. Fertig werden soll der Trakt bis zum Ende des kommenden Jahres, bis dahin wird hier in Provisorien gearbeitet.

Medzinische Qualität sichern

Die Zusammenlegung aller Abteilungen ist aus Sicht der Klinik-Leitung eine Folge der Entwicklung des Krankenhauswesens. Die Verdichtung von Leistungen sei vom Gesetzgeber gewollt, sagte Keufen. Und sie sei auch notwendig, um die medizinische Qualität zu sichern. Und die ist nach Ansicht der Geschäftsführung hoch. „Was unsere Neurochirurgen hier leisten, sehen wir an den meisten Universitätskliniken nicht“, sagte Pflegedirektor Jens Alberti. Zudem verzeichne man einen Zuwachs beim Pflegepersonal. Das sei landesweit eher untypisch.

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