VonHannah Deckeschließen
Die Silvesternacht in Dortmund sei „weitestgehend friedlich“ gewesen, sagt die Polizei. Am Platz von Leeds mussten die Einsatzkräfte dann aber doch eingreifen. Es gab Verletzte.
Dortmund - Tausende Menschen feierten am 31. Dezember 2024 den Jahreswechsel in der Innenstadt von Dortmund. Nach Angaben der Polizei sei es „weitestgehend friedlich“ gewesen – eine Bilanz, die bereits in den vergangenen Jahren gezogen wurde. Es kam aber auch in Dortmund zu Zwischenfällen, bei denen die Polizei nach eigenen Angaben „rasch und konsequent“ eingegriffen habe. Am Platz von Leeds unweit der Reinoldikirche sei es zu „unkontrollierten Böllerwürfen“ gekommen. Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene hatten sich dort versammelt.
„Unkontrollierte Böllerwürfe“ an Silvester in Dortmund – auch auf die Polizei wird gezielt
Laut Polizei zündeten die Personen auf dem Platz von Leeds „teilweise unkontrolliert pyrotechnische Gegenstände“. Nach Beobachtungen von Anwesenden sei „ohne Rücksicht auf Verluste kreuz und quer geböllert“ worden. Auch habe es gezielte Abschüsse von Feuerwerk in Richtung der Polizeibeamten und deren Einsatzfahrzeuge sowie auf Passanten und etwa die Öffnungen im Turm der Reinoldikirche gegeben.
„Die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten griffen rasch und konsequent ein. Es kam zu mehreren Ingewahrsamnahmen und Platzverweisen. Eine Mitarbeiterin des kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Dortmund und ein Polizeibeamter wurden durch Böller leicht verletzt, sie blieben dienstfähig. Strafanzeigen wurde gefertigt“, schildert die Polizei in einer Mitteilung.
Mit Stand Neujahrsmorgen, 6 Uhr, habe es in Dortmund insgesamt 43 Platzverweise, neun Ingewahrsamnahmen, fünf Strafanzeigen und zwei Festnahmen aufgrund vorliegender Haftbefehle gegeben. Zudem seien zwei Messer und zwei PTB-Waffen sichergestellt worden. „Bei der Kontrolle mehrerer Jugendlicher in Dortmund-Hörde wurde bei einem polizeibekannten 15-Jährigen ein Küchenmesser gefunden. Die Jugendlichen hatten zuvor im Bereich des Hörder Bahnhofs randaliert. Das Messer wurde von den Einsatzkräften sichergestellt“, so die Polizei. Die Aufnahme in das Messerverbotskonzept werde geprüft.
Person an Silvester von Auto erfasst – 80 illegale Böller in Lünen
Zudem sei es an der Missundestraße zu einem schweren Unfall gekommen. Eine Person habe nach Mitternacht auf einer Mittelinsel Pyrotechnik gezündet. Als die Person auf die Straße trat, sei sie von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht. „Passanten behinderten die Beamten bei der Unfallaufnahme, so dass Unterstützungskräfte hinzugerufen werden mussten“, schildert die Polizei weiter.
In Lünen stellten Polizei und Ordnungsamt bei einer gemeinsamen Streife in einem Kiosk circa 80 illegale Böller sicher. Nähere Angaben machten die Behörden hierzu zunächst nicht.
Anders als in anderen Städten in NRW hatte die Stadt Dortmund auf Böller-Verbotszonen an Silvester verzichtet. „Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger feierte friedlich“, betont die Polizei.
Im Kreis Soest wurde die Neujahrsfreude von einem tragischen Unglück überschattet. Ein 24-Jähriger ist am Silvesterabend in Geseke tödlich verletzt worden.
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