Forderung nach Lösungen

„Unkontrollierter Medienzugang“ – Rückt ein Verbot von Social Media für Kinder näher?

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Die Landesministerinnen der Frauen-Union NRW fordern eine Debatte. Das Thema: Wie können Kinder und Jugendliche vor den negativen Folgen der sozialen Medien geschützt werden?

Düsseldorf - Im Vorfeld der Kultusministerkonferenz in Berlin am Freitag, 13. Dezember, fordert die Frauen Union NRW auch in Deutschland eine engagierte Debatte darüber ein, wie Kinder und Jugendliche vor den negativen Folgen der sozialen Medien geschützt werden können. „Australien hat vorgelegt“, heißt es in einem Schreiben des Landesvorstandes, das unserer Zeitung vorliegt. Diesem gehört auch NRW-Schulministerin Dorothee Feller an. Australien hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet. Demnach müssen Soziale Netzwerke wirksam sicherstellen, dass ihre Nutzerinnen und Nutzer mindestens 16 Jahre alt sind.

Von einem Verbot von Social Media sprechen Feller, die Landesvorsitzende Ina Scharrenbach und deren Stellvertreterin Claudia Schlottmann zwar nicht. Sie stellen aber gemeinsam fest: „Nach Auffassung der Frauen Union Nordrhein-Westfalen ist es aufgrund der vorliegenden Erkenntnislagen nicht möglich, den Herausforderungen ausschließlich über die Vermittlung von Medienkompetenz gegenüber Kinder und deren Eltern begegnen zu können.“

„Unkontrollierter Medienzugang“: Rückt ein Verbot von Social Media für Kinder näher?

Konkret fordern sie von der Kultusministerkonferenz, „auf Basis wissenschaftlicher Expertise und unter Einbezug von Kindern und Jugendlichen Lösungen zu erarbeiten, wie Kinderseelen in der digitalen Welt geschützt werden können“.

Wie Feller gehört auch Scharrenbach dem schwarz-grünen Kabinett von Ministerpräsident Hendrik Wüst an. Ihr Vorstoß hat also Gewicht. Sie betonen, dass Kinder ein Recht auf Teilhabe an Medien haben. Doch das Beklagen über psychische Auffälligkeiten oder über das Herabsinken von Gewaltschwellen reiche nicht mehr aus. „Alle sehen die Folgen eines unkontrollierten Medienzugangs zu pornographischen, gewaltverherrlichenden und Menschen verletzenden Inhalten für Kinder und Jugendliche und unsere Gesellschaft insgesamt“, so Feller und Scharrenbach. Die digitale Kindheit dürfe nicht zum analogen Alptraum werden. Sozialen Medien müssten sicherer werden.

Immer wieder diskutieren auch Kinder- und Jugendmediziner darüber, Handys komplett aus den Schulen zu verbannen.

Rubriklistenbild: © Yui Mok/PA Wire/dpa

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