VonJohanna Werningschließen
Polizist, Soldat oder Ritter? Beim Kölner Karneval können einige Kostüme schnell zum Problem werden. Auch Bußgelder können drohen.
Köln – Die Auswahl an Kostümen für den Kölner Karneval ist grenzenlos – zumindest theoretisch. Denn in Wirklichkeit sind viele Verkleidungen und sogar bestimmte Accessoires nicht erlaubt. Selbst traditionelle Kostüme können schnell zu Schwierigkeiten führen. Unter bestimmten Umständen drohen sogar Bußgelder. Aber welche Verkleidungen sollte man beim Kölner Karneval 2024 eher meiden?
Diese Kostüme sind an Karneval unter Umständen problematisch
- Ritter
- Pirat
- Polizist
- Soldat
- Terrorist
Kölner Karneval: Kostümklassiker wie Polizist kann schnell zum Problem werden
Zwar gibt es keine grundsätzlichen Verkleidungsvorschriften oder Kostüm-Gesetze, allerdings könnten einzelne Kostüme aufgrund von bestimmten Paragrafen zu einer Ordnungswidrigkeit oder sogar einer Straftat werden. Dazu gehören beispielsweise Verkleidungen als Ritter, Pirat oder Polizist und Soldat. Und dabei ist eine Verurteilung „gar nicht so unwahrscheinlich“, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke gegenüber 24RHEIN.
Karnevalsfans, die sich als Polizist oder Soldat verkleiden möchten, sollten beim Kauf des Kostüms genau hinschauen. Denn das Kostüm darf nicht zu authentisch wirken. „Karnevalsfans sollten keinesfalls echte Uniformen tragen, sondern nur solche, die schnell als Kostüme erkennbar sind“, so der Solmecke weiter. Ist das Kostüm einer echten Uniform zum Verwechseln ähnlich oder sogar eine originale Dienstuniform, ist es verboten. Es droht eine Geldstrafe oder sogar eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. „Dadurch soll verhindert werden, dass es zu Verwechslungen mit ‚echten‘ Polizeibeamten in Uniform kommt“, so das Fachportal Bußgeldkatalog.org.
Kostümtrends für den Karneval 2024 in Fotos




Auch populäre Kostüme wie Ritter oder Pirat könnten problematisch werden – zumindest wenn die Karnevalsfans zu ihrem Kostüm auch eine Waffe tragen. Attrappen von Waffen oder Schwertern sind grundsätzlich erlaubt, dürfen aber nicht zu realistisch aussehen.
Ist das der Fall, handelt es sich um sogenannte Anscheinswaffen. Und diese dürfen gemäß § 42a Waffengesetz nicht mitgeführt werden. „Verstößt jemand gegen diese Vorgabe, kann diese Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen“, lautet die Aussage von Bußgeldkatalog.org.
Kölner Karneval: Verfassungswidrige Kostüme sind verboten – bis zu 3 Jahre Gefängnis
Auch verfassungsfeindliche Symbole und Kostüme sind während des Karnevals verboten. Dazu gehören entsprechende Verkleidungen als Dschihadist oder auch Kostüme mit nationalsozialistischer Ideologie, erklärt Bußgeldkatalog.org weiter. Absolute Tabus sind unter anderem ein Adolf-Hitler-Kostüm oder das Tragen von Hakenkreuz und Abkürzungen wie WP (= „White Power“), SGH (= „Sieg Heil“) und B & H (= „Blut und Ehre“).
Wenn diese Symbole oder Abkürzungen als Kostüme getragen werden, handelt es sich um einen Straftatbestand. Es drohen Geldstrafen oder eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren.
Karneval in Köln 2024: Clubs und Kneipen haben teilweise besonderen Dresscode
Aber nicht nur gesetzliche Vorschriften sollten Karnevalsfans dazu bewegen, auf bestimmte Kostüme zu verzichten. Auch viele Clubs und Kneipen in Köln haben mittlerweile einen Dresscode.
Das Gute: Die Auswahl an bunten Kostümen ist grenzenlos. Und dabei gibt es auch viele „DIY“-Ideen, die schnell und einfach umsetzbar sind. Das Karnevalskostüm Schaumbad ist dabei mit nur wenigen Gegenständen besonders einfach zu basteln. Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von Redakteurin Johanna Werning sorgfältig geprüft. Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

