- VonMechthild Wiesreckerschließen
Der Stadtsportverband Drensteinfurt hatte Vertreter der Sportvereine und der Stadtverwaltung sowie den Vorsitzenden des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur zum zweiten „Runden Tisch“ eingeladen. Themen waren „Sport im Park“, das Programm „Moderne Sportstätten II“ und der Zustand des Sportzentrums Erlfeld.
Drensteinfurt – Der Stadtsportverband (SSV) Drensteinfurt hatte Vertreter der Sportvereine, den Vorsitzenden des städtischen Ausschusses für Schule, Sport und Kultur, Andreas Brinkmann, sowie von der Stadtverwaltung die Leiterin des Sachgebiets Bildung, Sport, Kultur, Elke Göller, und den Leiter des Fachbereichs 3, Frank Kronshage, zu einem „Runden Tisch“ in den Ratssaal der Alten Post eingeladen. Zum zweiten Mal fand eine solche Veranstaltung statt.
Zu Beginn erinnerte Gerhard Herrmann, Vorsitzender des SSV, am Montagabend an das Projekt „Sport im Park“. Seinerzeit war der Kreissportbund (KSB) kurzfristig mit der Anfrage an den SSV herangetreten, ob man in Drensteinfurt „Sport im Park“ für den Kreis Warendorf durchführen könne. Eingebunden waren die Sportvereine, inklusive der Schachfreunde, sowie die „Wellness Oase“.
Herrmann begeistert
An sieben Tagen fanden 78 Sportveranstaltungen mit rund 430 Teilnehmern statt. Man habe etliche Angebote bewusst in bereits vorhandene Kurse integriert. Besonders schön sei, dass sich aus der Aktion langfristig neue Gruppen gebildet hätten. Die Bouleabteilung des SVD gewann durch das Projekt sogar zehn neue Mitglieder.
„Ich bin immer noch begeistert, wie schnell und gut sich die Vereine eingebracht haben“, teilte Herrmann zufrieden mit. Am Ende sei das Projekt ein voller Erfolg gewesen mit einer fast durchweg positiven Resonanz. So gut, dass es auch 2024 wieder „Sport im Park“ geben wird. Einziger Kritikpunkt sei die Kurzfristigkeit gewesen. So konnte zwar eine wunderbare Broschüre erstellt und in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt werden, doch die Verteilung habe weniger gut funktioniert, sodass mancher Neubürger zu spät von dem Projekt erfahren habe.
Das Projekt war ein voller Erfolg.
Ob es auch 2024 eine finanzielle Unterstützung durch den Landessportbund (LSB) geben wird, stehe aber noch nicht fest. Daran sollte eine Umsetzung aber nicht scheitern. Im Prinzip wolle man das Konzept beibehalten, wohl aber neue Sportarten anbieten. Bereits im Januar soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Die Ansprechpartner der Sportvereine werden gebeten, sich beim SSV zu melden. Alle Angebote für „Sport im Park“ müssen draußen stattfinden und umsonst sein.
Sieben Vereine
Der Stadtsportverband (SSV) Drensteinfurt vertritt sieben Sportvereine mit 3900 Mitgliedern. Der vereinsgebundene Sport ist damit die größte Interessenvertretung in der Stadt.
Auf der Tagesordnung des „Runden Tisches“ standen auch die Beantragung und Auszahlung städtischer Zuschüsse. Herrmann beklagte die lange Zeit von der Antragsstellung bis spätestens 31. März und dessen Auszahlung erst im Oktober. Für manche Angebote sei der Zeitpunkt zu spät, bei anderen seien die veranschlagten Preise bis zum Oktober angestiegen. Es wäre schön, wenn die Sportvereine nach Ratsbeschluss wenigstens von der Bewilligung in Kenntnis gesetzt würden, um ihr Projekt zeitnah realisieren zu können. Elke Göller stellte klar, dass die Auszahlung normalerweise bis Mitte Juni erfolge, es aber aufgrund von Erkrankungen zu Rückständen gekommen sei.
Diskutiert wurde über die verschiedenen Fördertöpfe für Sportvereine. Hier gebe es zu wenig Informationen. Schön wäre es, wenn es durch LSB und KSB Informationen und durch Fachverbände eine Unterstützung gäbe. Auch empfahl Herrmann eine direkte Nachfrage bei Banken und Sparkassen. Leider gebe es keine Infos zu kommunalen Fördertöpfen.
Wir erwarten mehr Engagement von Politik und Verwaltung.
Besonders bedauerlich sei es, dass Fördertöpfe seitens der Stadt verpasst würden. So beklagte Thomas Volkmar von der Bouleabteilung: „Wir hätten eine großzügige Unterstützung bekommen können.“ Friedel Walter, Obmann der Bouleabteilung, stellte klar: „Wir erwarten mehr Engagement von Politik und Verwaltung.“ Schlussendlich leisteten die Verantwortlichen in den Sportvereinen ihre Arbeit ehrenamtlich, um Drensteinfurt attraktiver zu machen.
Der Vorschlag von Gerhard Herrmann, nur einen Ansprechpartner für alle Bereiche bei der Stadt zu haben, wurde kontrovers diskutiert. „Es muss nicht eine einzige Person sein, wir wollen nur wissen, wer der Ansprechpartner ist“, meinte Volkmar.
Vier statt sechs Sportgeräte
Bei der Vorstellung zum aktuellen Stand „Moderne Sportstätten II“ informierte Volkmar für die Bouleabteilung. Sechs hochwertige Seniorensportgeräte aus Edelstahl sollten angeschafft werden. Aufgrund der Bauarbeiten, die ursprünglich vom Bauhof ausgeführt werden sollten, aber nach dessen Absage von der Firma Lodenkemper übernommen wurden, musste die Anzahl auf vier reduziert werden.
Weiter informierte Herrmann, dass der SSV bei der Stadt einen Antrag zur Anregung der Einrichtung einer Outdoor-Schachanlage vor der Alten Post gestellt hatte. Der Ort sei ideal, da er von vielen frequentiert werde. Frank Kronshage sah eine mögliche Outdoor-Schachanlage aber eher im Bereich der Wagenfeldstraße.
Vorschlag: Kosten über Jahre verteilen
Ein wesentlicher Punkt war am Montag der Zustand der Leichtathletikanlage Im Erlfeld, die vernachlässigt worden sei, so die einhellige Meinung. Seit ewigen Zeiten sei eine moderne Leichtathletikanlage geplant. Dazu gebe es eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von DJK, SSV, Sportabzeichenteam, Fachbereich 2 der Stadt und dem Ingenieurbüro Brinkmann und Deppen. Geeinigt habe man sich auf eine Laufbahn mit vier Einzelbahnen, eine Sprunganlage, eine Hochsprunganlage und für den möglichen Ausbau eine Diskusanlage.
Weiter sollen alte Betonpfosten entfernt werden. „Jetzt fehlt nur noch das Geld“, so Herrmann. Die Überlegung wäre, die Kosten und den Bau einer neuen Anlage auf mehrere Jahre zu verteilen und sich erst mal auf eine rudimentäre Anlage zu beschränken.
Besonders die Laufbahn sei aktuell eine Zumutung, kritisierte Ulrike Fronda, die Sportabzeichen-Stützpunktleiterin. Einen vernünftigen Sprint darauf zu machen, sei für Kinder und Erwachsene nicht möglich. „Der Belag ist eine einzige Katastrophe und es besteht die Gefahr der Verletzung“, so Fronda. Ihr Wunsch: Das Mittel der Wahl sei eine viele Jahre haltbare Tartanbahn für Stewwert.
Thomas Klein, Vorsitzender des SVD, fragte, was mit den sanitären Einrichtungen und weiteren Umkleidekabinen ist. Die Toilettenanlagen sind überaltert, es gebe zu wenig Toiletten und keine behindertengerechte Toilette. Beanstandet wurde, dass es keinen konkreten Plan gebe, wie das Erlfeld verbessert werden könne. „Wir brauchen eine Überplanung des gesamten Geländes“, forderte Volkmar. Diese sei wichtig, um überhaupt zu wissen, was möglich ist. „Wir brauchen einen Generalplan, wir leben seit Jahren nur im Bereich der Spekulation“, so Friedel Walter. Gerade im Bereich der Inklusion gebe es gute Fördermöglichkeiten, doch ohne konkrete Pläne und Zahlen könne man nichts beantragen.
Mit Blick auf die sportliche Zusammenarbeit mit der wohl zukünftigen italienischen Partnerstadt Castel Maggiore gebe es eine Einladung zu einem Turnier mit jugendlichen Fußballern der Geburtsjahrgänge 2013/2014.
Unter dem Punkt Verschiedenes beklagte Marion Fabian vom SVR, dass die Sporthalle in Rinkerode seit eineinhalb Jahren aufgrund der Dachreparatur nicht genutzt werden könne. Dass die Reparatur durchgeführt werden müsse, sei verständlich. Aber: „Die Reparaturdauer ist unerträglich lang und mit unglaublich viel Aufwand verbunden.“
