- VonJürgen Menkeschließen
Schon wieder Brände in Bockum-Hövel: Seit Jahresbeginn hat es nun schon 14 Mal im Bezirk gebrannt. Die Polizei geht von Absicht aus . „Wir haben die Augen offen“, so ihr Sprecher.
Bockum-Hövel – Nachdem in der Nacht zu Sonntag an der Hammer Straße eine Mülltonne brannte, meldete die Polizei am Dienstag gleich vier weitere Vorfälle, bei denen sie von mutwilliger Sachbeschädigung oder sogar vorsätzlicher Brandstiftung ausgehen muss.
So ging am Sonntag gegen 18.25 Uhr eine Hecke an einem Privat-Grundstück an der Erlenfeldstraße in Flammen auf. Die von Nachbarn alarmierte Feuerwehr konnte sie löschen. Es entstand Sachschaden.
Mülltonnen und Papierhaufen angezündet
Am Montag hatten Unbekannte gegen 18.50 Uhr versucht, eine Mülltonne auf dem Höveler Friedhof in Höhe des Eingangs an der Erlenfeldstraße in Brand zu setzen. Hier sei entstand kein Sachschaden, heißt es.
Ebenfalls am Montag, schon morgens gegen 11 Uhr, stellte den Angaben nach ein Verantwortlicher des Schützenvereins Hövel fest, dass auf dem Schützenplatz ein Papierhaufen angezündet worden war und dadurch ein Werbebanner an einem Bauzaun beschädigt wurde. Die angrenzende Holzhütte sei durch das Feuer nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, heißt es.
Am Montagabend gegen 20.10 Uhr brannte erneut eine Mülltonne auf dem Höveler Friedhof am Hainbuchenweg.
Statistisch wird alle zwei Tage ein Feuer gelegt
Mit den neuerlichen Bränden verzeichnet die Polizei bereits 14 in Bockum-Hövel binnen des Monats Januar. Rechnerisch wurde damit nahezu alle zwei Tage irgendwo im Bezirk ein Feuer gelegt. Eine Häufung hatte es bereits in den Vorjahren gegeben. 2023 zum Beispiel wurden 23 Taten in zwölf Monaten registriert. Schon im Frühjahr 2021 hatte es vermehrt Brände in Bockum-Hövel gegeben.
Die Polizei bittet um Hinweise auf mögliche Tatverdächtige, die in der Nähe der Brandorte aufgefallen sind. Zeugen können sich unter Telefon 916-0 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de wenden.
„Täter haben Zeit zu entkommen“
Polizeisprecher Hendrik Heine sagt, dass die Beamten, die Streife fahren, alarmiert seien und dass das zuständige Fachkommissariat mit Hochdruck an der Aufklärung der Fälle arbeite. Weitere Ermittlungsansätze erhoffe man sich von Zeugen. Das Problem sei, dass Brände zumeist erst entdeckt würden, wenn es stark qualme oder das Feuer schon größer sei. „Die Täter haben derweil Zeit zu entkommen.“
Im Fall des Brandes auf dem Schützenplatz in Hövel könne man froh sein, dass sich das Feuer nicht weiter entfacht habe. Dann wäre es womöglich zu einem größeren Gebäudeschaden gekommen. Der Schock von Anwohnern, deren Grundstückseinfriedung brennt, dürfte indes groß sein. Was, wenn der Brand erst später entdeckt worden wäre? Womöglich zu spät?