In Nottuln im Münsterland wird ein neues Trainingszentrum für Polizisten entstehen. Das Einzugsgebiet ist riesig.
Hamm/Münster – Vor zwei Jahren startete die Ausschreibung für das europaweite Vergabeverfahren für ein Regionales Trainingszentrum der Polizeibehörden des Münsterlandes, von dem auch die Hammer Beamten profitieren werden. Nun konnte der Zuschlag erteilt und der Vertrag unterzeichnet werden.
Das Land NRW mietet das Areal für 25 Jahre
Ausgeschrieben war ein sogenannter „Mietvertrag mit Bauverpflichtung“, auf dessen Grundlage das Land NRW das neue Regionale Trainingszentrum für mindestens 25 Jahre anmietet.
Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf unterzeichnete den Mietvertrag. „Der Zuschlag und die Vertragsunterzeichnung sind ein wichtiger Meilenstein. Zusammen mit den umliegenden Landratsbehörden und dem Polizeipräsidium Hamm freuen wir uns, jetzt die nächsten Schritte zu gehen. Zukünftig werden rund 3000 Polizistinnen und Polizisten aus den Kooperationsbehörden Münster, Borken, Coesfeld, Hamm, Steinfurt und Warendorf in dem hochmodernen und realitätsnahen Trainingszentrum trainieren und sich auf Einsatzlagen des Polizei-Alltags vorbereiten können. Das ist ein riesiger Gewinn für unsere Region“, erklärte die Polizeipräsidentin.
Kurze Anfahrtswege für zahlreiche Dienststellen der Polizei
„Bei der zentralen Standortauswahl wurde bewusst auf gleichmäßige und möglichst kurze Anfahrtswege aus unseren Landratsbehörden geachtet.“
Auch das Polizeipräsidium Hamm ist der Kooperation RTZ Münsterland beigetreten. Das Polizeipräsidium liegt mitten im Dreieck von drei RTZ-Standorten der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen. Polizeipräsident Thomas Kubera: „Modernste Trainingsmöglichkeiten sind heute unabdingbar, um den ständig wachsenden Herausforderungen des täglichen Dienstes entgegentreten zu können. Wir setzen dabei auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem PP Münster und den beteiligten Landratsbehörden.“
Die WWB Weser-Wohnbau Holding GmbH & Co. KG (WWB) wird nun in Nottuln, unmittelbar an der Autobahn 43 Anschlussstelle Nottuln, das neue Trainingszentrum für die Polizeibehörden des Münsterlandes bauen. „Auf einer Mietfläche von rund 10 000 Quadratmetern werden Einsatzörtlichkeiten, in denen die Polizei regelmäßig agieren muss, realitätsgetreu nachgebaut“, berichtet Dr. Matthias Zimmermann, Geschäftsführer der WWB. In einer Trainingshalle wird das Vorgehen in Extremsituationen wie Amok- oder Anschlagsszenarien trainiert. Auf einer Ringstraße und in einer befahrbaren Halle können Polizistinnen und Polizisten zudem Fahrzeugkontrollen und die Aufnahme von Verkehrsunfällen trainieren. Neben mehreren Schießständen werden auch Trainingsräume errichtet, in denen Eingriffstechniken geschult werden.
„Das hochmoderne Gebäude bietet unseren Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag für die Sicherheit der Menschen eintreten, optimale Trainingsbedingungen“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke als Sprecher der Landräte für das Münsterland. „Die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern ist und bleibt das wichtigste polizeiliche Einsatzmittel. Dennoch müssen unsere Kräfte immer wieder durchgreifen und erhalten mit diesem Trainingszentrum die besten Möglichkeiten für alle alltäglichen, aber auch besonderen Lagen.“
Dieses einheitliche Liegenschaftskonzept wurde bereits in mehreren Polizeibehörden des Landes NRW erfolgreich umgesetzt. Langfristig plant das Innenministerium NRW zwölf solcher Regionalen Trainingszentren für die Polizei in Nordrhein-Westfalen. Die Federführung für die Kooperationsbehörden des Münsterlandes bei diesem Projekt hat das Polizeipräsidium Münster.
Hamms Polizeipräsident Thomas Kubera äußerte sich kürzlich in einem Interview bei wa.de zu Videoüberwachung in der Innenstadt.
