„Spannender Typ“

Lauterbach am Montag in Hamm: Es gibt Nüsse und Obstsalat

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„Spannender Typ“: Mehr als 500 Menschen wollen zur Veranstaltung mit Karl Lauterbach.
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Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kommt nach Hamm und mobilisiert die Menschen – mehr als 500 Besucher sind angemeldet. Weitere wollten kommen, durften aber nicht.

Hamm – Wie viele Bürger wollen an einem Montagnachmittag in Hamm hören, was der Bundesgesundheitsminister zu sagen hat? Keine 200, schätzte die SPD – und lag daneben.

Sie hatte eine Veranstaltung mit Karl Lauterbach am 6. Mai ab 17 Uhr im Alten Fährhaus mit bis zu 190 Plätzen geplant. Binnen Tagen waren 400 Menschen angemeldet, die Partei verlegte die Diskussion ins Kurhaus. Bei 520 Anmeldungen war Schluss. „Jetzt rufen weiter Leute an, denen wir absagen müssen“, berichtet Florian Westerwalbesloh, Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks.

Westerwalbesloh hat mit vielen Interessierten gesprochen. „Lauterbach ist einfach ein spannender Typ, den viele live erleben möchten“, sagt er. Einige Bürger wollten auch konkrete Probleme ansprechen: etwa, dass sie keinen Haus- oder Kinderarzt mehr haben - das betrifft viele Hammer, seit kürzlich eine Hammer Kinderärztin schloss. Unter den Angemeldeten seien viele jüngere Besucher, die in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren geboren wurden.

Lauterbach ist einfach ein spannender Typ, den viele live erleben möchten.

Florian Westerwalbesloh, Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks

Zugang zum Kurhaus erhält nur, wer angemeldet ist. Besucher sollen eine Stunde vor Beginn am Kurhaus sein, damit die Veranstaltung pünktlich beginnen kann. Schließlich kontrolliert ein Sicherheitsdienst ihre Ausweise und Taschen. Vorab überprüfte das Bundeskriminalamt (BKA) die Angemeldeten. „Lauterbach hat die gleiche Sicherheitsstufe wie Olaf Scholz“, sagt Westerwalbesloh.

Viele Fragen: Wie beeinflusst Bundespolitik die Gesundheitsversorgung in Hamm?

Die Idee, den Minister einzuladen, hatte die Arbeitsgemeinschaft Gesundheits- und Sozialwesen (ASG) der Hammer SPD. „Wir beschäftigen uns seit Jahren mit gesundheitspolitischen Themen, die örtlich relevant und beeinflussbar sind“, sagt der ASG-Vorsitzende Wolfgang Rometsch. Mit Lauterbach wollte man über Schnittmengen zur Bundespolitik sprechen: etwa die Entwicklung der Krankenhauslandschaft, die Zahl niedergelassener Ärzte, Kostendruck im Gesundheitswesen. „Als Kommune ist man das letzte Glied in der Kette“, sagt Rometsch. Wie viele Ärzte und Kliniken, Pflegekräfte und ähnliches eine Stadt hat, hänge massiv von Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene ab.

Der örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews lud Lauterbach ein, keinen Tag später habe der Minister zugesagt, erinnert sich Rometsch. Nun sitzt er am Montag neben Thews und Lauterbach auf der Bühne, moderiert die Veranstaltung. Rometsch will sich zurücknehmen, Minister und Besucher stünden im Fokus. Deshalb erhalten die Besucher Karten, um Fragen zu notieren. SPD-Mitglieder fassen sie zusammen und geben die Infos auf die Bühne weiter.

Lauterbach ist nicht zum ersten Mal in Hamm

Rometsch hat Lauterbach schon früher getroffen. „Vor fünf Jahren konnte man ihn einfach vom Bahnhof abholen und auf dem Weg ein Brötchen besorgen“, erinnert er sich. Und heute? Ist alles genau geregelt, auch das Essen. „Lauterbach möchte Obstsalat und Nüsse“, sagt Rometsch. Es kommt eben kein einfacher Fachpolitiker mehr – sondern ein Bundesgesundheitsminister, der Massen mobilisiert.

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