Regionale-Projekt „waester wohnen warstein“

„waester wohnen warstein“ auf dem Weg zum 3. Stern

+
Auf dem Gelände des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses soll ein dreigeschossiges Gebäude mit insgesamt 15 Wohnungen sowie Räume, die als Treffpunkt für Gruppen und die VHS dienen sollen, entstehen.
  • schließen

Das Regionale-Projekt „waester wohnen warstein“ auf dem Gelände des im vergangenen Jahr abgerissenen ehemaligen Feuerwehrgerätehauses hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Realisierung gemacht. Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude mit unter anderem 15 Wohnungen.

Warstein - Das Regionale-Projekt „waester wohnen warstein“ auf dem Gelände des im vergangenen Jahr abgerissenen ehemaligen Feuerwehrgerätehauses hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Realisierung gemacht. In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses stellte die Höcker Generalbauunternehmung aus Soest ihre Pläne für ein Mehrgenerationenquartier vor. Und das so detailliert und schlüssig, dass die Ausschussmitglieder im nicht öffentlichen Teil der Sitzung die Angebots- und Konzeptannahme der Generalbauunternehmung beschlossen. „Die Verwaltung wurde beauftragt, das Grundstücksgeschäft, die Beantragung des dritten Sterns als auch das Bauleitplanverfahren in die Wege zu leiten“, teilte Martin Kramme, Sachgebietsleiter Stadtentwicklung, mit. Zwei Regionale-Sterne hat „waester wohnen warstein“ bereits. Der erste Stern wird für eine herausragende Idee vergeben, der zweite für ein tragfähiges Konzept. Beim dritten Stern, der jetzt beantragt werden soll, sind Fördermittel sicher, und das Projekt kann umgesetzt werden.

Insgesamt 15 Wohnungen – sechs Zwei-Zimmer-, fünf Drei-Zimmer- und vier Vier-Zimmer-Wohnungen – sowie Gemeinschaftsräume, die als Treffpunkt für Gruppen und die VHS dienen sollen, sollen in dem dreigeschossigen Mehrgenerationenhaus Platz finden. Aufgrund des demografischen Wandels sollen Wohnungen geschaffen werden, „die ein Miteinander von verschiedenen Generationen ermöglichen“, sagte Architekt Frank Markiewicz bei der Vorstellung der Pläne. Es soll ein Mix werden aus Wohnungen für Singles, Familien und Senioren.

Alle Wohnungen befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss, sind somit hochwassergeschützt. Sie sind barrierefrei erreichbar und ausgestattet, haben alle Balkon oder Loggia. Der Zugang erfolgt über einen offenen Laubengang von außen, „der aufgrund seiner Breite nicht nur zur Erschließung dient, sondern gleichzeitig Kommunikationszone sein kann. „Ein Treffpunkt für alle Bewohner für ein freundliches Gespräch vor der Haustür“, heißt es in der Projektbeschreibung, in der auch steht: „Alle Wohnungen entsprechen in ihren Größen den Anforderungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaues und können bei Bedarf durch das Land NRW gefördert werden.“

Im Erdgeschoss werden Gemeinschaftsräume untergebracht, die beiden Gebäudeteile werden im ersten und zweiten Obergeschoss miteinander verbunden.

Für gemeinsame Veranstaltungen der Bewohner, aber auch für individuelle Feiern steht im zweiten Obergeschoss ein Gemeinschaftsraum mit behindertengerechter Toilette und Küchenzeile zur Verfügung. Verbunden ist dieser Bereich mit einem ökologisch gestalteten Dachgarten, auf dem es auch eine Spielfläche geben wird.

Der Gedanke eines Quartierstreffs wird im Erdgeschoss aufgenommen. Es soll als Treffpunkt für verschiedene Gruppen und die Volkshochschule (VHS) dienen. Dort wird es drei Gruppenräume unterschiedlicher Größe geben, die durch Schiebekonstruktionen verbunden werden können. Weiter sind im Erdgeschoss eine Küche, ein Büro für die Quartiersverwaltung sowie eine behindertengerechte Toilette, ein Wickelraum und Nebenräume eingeplant. „Wir haben diesen Baustein ganz bewusst im Erdgeschoss eingesetzt, damit es keine räumliche Hemmschwelle gibt“, so Markiewicz.

Auch die Umsetzung der sogenannten Südwestfalen-DNA (Digital, nachhaltig, authentisch) haben die Planer miteinbezogen. Zum Punkt Digital zählen die „Smart Living Technologien“ – beispielsweise Heizungssteuerungen und intelligente Beleuchtungssysteme. Durch ihren Einsatz können bis zu 30 Prozent an Energie eingespart werden. Hier müsse man aber auch das Mehrgenerationenthema im Auge behalten. Man dürfe „die Bewohner, gerade im fortgeschrittenen Alter, nicht mit moderner Technik und app-gesteuerten Bedienungen überfordern“, heißt es im Konzept.

Neben der freigelegten Wäster soll das Mehrgenerationenquartier entstehen.

In den Bereich der Nachhaltigkeit fallen unter anderem die Installation einer Luft-Wärme-Pumpe, die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die im Rahmen eines Mieterstrommodells den Eigenbedarf der Mieter decken könnte, sowie eine Dach- und Fassadenbegrünung. Auch die Beachtung der Gefährdung durch Hochwasser der benachbarten Wäster zählt zur Nachhaltigkeit. Wegen dieser Gefahr wird es keine Wohnungen im Erdgeschoss geben. Als weitere Maßnahmen wird die Haustechnik auf einer erhöhten Konstruktion über dem eigentlichen Erdgeschossniveau installiert, zudem erhalten die Türen einen mobilen Hochwasserschutz aus robusten, aber leichten Aluminiumteilen, die von Einzelpersonen schnell selbst installiert werden können.

Das Authentische möchte das Generalbauunternehmen durch den Einsatz von Handwerksfirmen aus der Region gewährleisten – „Made in Südwestfalen“.

Das ist keine Planung von der Stange. Das war eine schwere Aufgabe, denn das ist ein Grundstück mit Herausforderungen. Ich finde, es ist sehr gut gelungen.

Hubertus Jesse, Vorsitzender Stadtentwicklungsausschuss

„Das ist keine Planung von der Stange. Das war eine schwere Aufgabe, denn das ist ein Grundstück mit Herausforderungen. Ich finde, es ist sehr gut gelungen“, lobte Ausschussvorsitzender Hubertus Jesse nach der Projektvorstellung und vor der Annahme im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Und auch Stephanie Arens, Leiterin der Regionalen Entwicklung Regionale 2025 bei der Südwestfalen Agentur, zeigte sich mit dem Höcker-Entwurf hochzufrieden: „Wir sind nachhaltig beeindruckt von diesem Entwurf, weil er sehr gut in die Regionale 2025 passt. Wir freuen uns schon sehr auf die Umsetzung.“

Projekt Talstraße

Die Generalbauunternehmung Höcker betreibt auch das Projekt an Tal- und Siegfriedstraße in Warstein. Hier sind zwei Doppelhaushälften mit insgesamt vier Wohnungen und zwei Wohnblöcke mit je neun Wohnungen geplant. „Wir stehen Gewehr bei Fuß. Ich rechne damit, dass wir im zweiten Halbjahr dieses Jahres loslegen können“, erklärte Olaf Höcker von Zitzewitz am Mittwoch auf Nachfrage. Das Projekt hat sich verzögert, weil es im vergangenen Jahr nicht die erhofften Fördermittel gegeben hatte. „Ich hoffe, dass das von den Mitteln her in diesem Jahr klappt“, sagte Höcker von Zitzewitz, ist hier aber optimistisch.

Kommentare