Warnstreik im ÖPNV

Warnstreik in Bielefeld: Busse und Stadtbahnen stehen am Freitag still

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Weil die Tarifverhandlungen bislang erfolglos waren, ruft Verdi zu einem Streik am 2. Februar im Nahverkehr auf. Auch Bielefeld ist davon massiv betroffen.

Bielefeld – Gerade konnten Pendler in Nordrhein-Westfalen nach dem beendeten Bahnstreik wieder etwas aufatmen, nun ist bereits von einem nächsten Streik die Rede. Aufgrund der bisher erfolglosen Neuverhandlung der Tarife ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Beschäftigten im kommunalen Personennahverkehr am Freitag, 2. Februar, zu einem Ganztags-Streik auf. Bestreikt werden dabei auch die Verkehrsbetriebe moBiel in Bielefeld.

Warnstreik in Bielefeld: Busse und Stadtbahnen stehen am Freitag still

Das zuständige Verkehrsunternehmen moBiel weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass am Freitag die Stadtbahnen sowie die moBiel-Busse nicht fahren werden. Der Streik gilt zwischen 4 Uhr am Freitagmorgen und 4 Uhr am Samstagmorgen. Laut moBiel kommt es auch bei den den Fahrten der Nachtbussen zu Einschränkungen.

Der reguläre Betrieb beginnt erst um 5.05 Uhr mit dem Frühbus-Angebot am Samstagmorgen. Während des Verdi-Streiks sorgen jedoch Privatunternehmen in Bielefeld für eine Aufrechterhaltung des Angebots. Eine Übersicht mit einem ausführlichen Ersatz-Fahrplan finden betroffene Pendler auf der Seite des Verkehrsbetriebes.

Warnstreik in Bielefeld: Alternativen für Pendler

Als alternative Fahrtmöglichkeiten nennt moBiel darüber hinaus:

  • Deutsche Bahn
  • BVO: Linien 350/351
  • TWV-Bus: Linien 48, 61/62, 80.2, 83, 88, 157
  • WestfalenBahn: RE70
  • NordWestBahn: RE74, RE75
  • eurobahn: RE61, RE67, RE69, RE71, RE73, RE78, RE82

Der Verkehrsbetrieb weist Fahrgäste weiter darauf hin, dass Fahrten der SEV-Linie 1 zwischen Senne und Brackwede Bahnhof zwar stattfinden, am Brackweder Bahnhof jedoch keinen Stadtbahn-Anschluss haben werden. Auch das Servicecenter von moBiel bleibt am Freitag geschlossen. Das Kundenzentrum am Jahnplatz 5 wird wie gewohnt öffnen. Fahrten mit meinAnton sind am Freitag ebenfalls nicht möglich. Bei Streiks gilt außerdem auch die Mobilitätsgarantie NRW grundsätzlich nicht.

Bielefeld: Krankheitswelle schränkt Fahrten ein

Als wäre der Streik nicht genug: Aufgrund einer anhaltenden Krankheitswelle waren bereits in den vergangenen Wochen regelmäßig Fahrten im Bielefelder Bus- und Stadtbahnnetz ausgefallen. Um weiteren Ausfällen vorzubeugen und Fahrgästen wieder eine zuverlässige Verbindung anbieten zu können, passe der Verkehrsbetrieb ab dem 5. Februar auf insgesamt 13 Bus-Linien seinen Fahrplan an, heißt es. Welche Linien genau betroffen sind, können Kunden des ÖPNV auf der Internetseite von moBiel nachlesen.

Von den laufenden Tarifverhandlungen sind rund 30.000 Beschäftigte in NRW betroffen. Grund für die anhaltenden Streiks sind die Überlastung des Personals, der „hohe Berg an Überstunden“ und die Fahrausfälle aufgrund des dramatischen Mangels an Arbeitskräften innerhalb der Branche. „So geht es nicht weiter. Die Arbeitgeber fahren auf Verschleiß, das ist kein sinnvolles Vorgehen“, erklärt Andrea Becker, Verdi-Landesfachbereichsleiterin öffentliche und private Dienstleistungen, Sozialversicherung und Verkehr.

„So geht es nicht weiter“: Streiks im Nahverkehr auch in Bielefeld

„Die Arbeitsbedingungen im ÖPNV sind weit davon entfernt, konkurrenzfähig zu sein. Die Verkehrswende benötigt auch eine echte Arbeitswende im Verkehr“, sagt Becker. Bereits im vergangenen Jahr wurde daher eine neue Tarifrunde aufgestellt, die die nötige Entlastung bringen – und Arbeitsbedingungen verbessern soll.

Ende November wurden die Forderungen an den Arbeitgeberverband in NRW (KAV NW) übergeben. Die erste kommunale Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche war jedoch ohne Ergebnis. Schwerpunkt der Gespräche sind die Entlastung und Wertschätzung der Mitarbeiter und die Schaffung von attraktiveren Arbeitsbedingungen für Angestellte.

Die Gewerkschaft Verdi verhandelt in allen Bundesländern – außer in Bayern – mit Arbeitgeberverbänden auf kommunaler Ebene über neue Tarifverträge. In ganz NRW beteiligen sich mehrere Betriebe an den Warnstreiks.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Volker Preusser

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