VonJohanna Werningschließen
Düsseldorf ist bei Japanern sehr beliebt. Jetzt veröffentlicht das japanische Außenministerium allerdings Sicherheitshinweise vor Reisen nach NRW.
Hamm/Düsseldorf - Die Sommerferien in NRW haben begonnen. Doch aktuell zieht es nicht nur viele Menschen aus NRW in den Urlaub. Es kommen auch derzeit viele Touristinnen und Touristen in das größte Bundesland Deutschlands. Immerhin gibt es mit dem Ruhrgebiet sowie Düsseldorf und Köln nicht nur zahlreiche Großstädte und Ballungszentren zu entdecken. Mit Städten wie Monschau und Linn gibt es auch romantische Altstädte in NRW. Doch ein Land warnt mehr oder weniger nun vor Reisen nach NRW.
Japan gibt Sicherheitshinweis vor Reisen nach NRW – wegen Drogenkrieg
Gerade Düsseldorf gilt bei vielen Japanerinnen und Japanern als beliebtes Reiseziel. Immerhin lebt die drittgrößte – hinter London und Paris – japanische Community Europas in der Stadt am Rhein. Es gibt einmal im Jahr sogar den sogenannten Japan-Tag. Ein buntes Kulturfest, zu dem Hunderttausende Besucherinnen und Besucher kommen. Doch nun gibt Japan vor Reisen nach Düsseldorf und NRW Sicherheitshinweise. Der Grund: ein Drogenkrieg. So heißt es jedenfalls in dem Sicherheitshinweis des japanischen Außenministeriums.
„Seit Ende Juni kam es in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen (NRW), darunter auch in Düsseldorf, zu mehreren Explosionen und Festnahmen, die offenbar auf Konflikte zwischen Drogengruppen zurückzuführen sind“, steht in dem Sicherheitshinweis vom 12. Juli, die sich auf die Mocro-Mafia aus den Niederlanden bezieht, die zuletzt auch in NRW für Aufregung sorgte. Weiter heißt es: „In städtischen Zentren im ganzen Bundesstaat kam es zu Explosionen.“ Auch das deutsche Außenministerium warnt vor Reisen in beliebten Urlaubsländern.
Doch nicht nur vor einem Drogenkrieg ist die Rede. „Obwohl Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern als relativ sicher gilt, gibt es Statistiken, die zeigen, dass die Zahl der Straftaten mehr als zehnmal so hoch ist wie in Japan und dass kriminelle Gruppen wie in diesem Fall problemlos die Grenze überschreiten und ein- und ausreisen.“ Der Appell lautet daher: „Bitte beachten Sie diese Dinge und achten Sie auf Ihre Sicherheit.“
Das ist die Mocro-Mafia
Nach einer Explosion vor einem Geschäftshaus in der Düsseldorfer Innenstadt in der Nacht zum Donnerstag (11. Juli) prüft die Polizei Verbindungen mit vorausgegangenen Detonationen in Köln, Engelskirchen und Duisburg. Die Polizei Köln, die in der Sache federführend ist, hat die Ermittlungen übernommen und richtet ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf Mitglieder der sogenannten niederländischen Mocro-Mafia.
Unter diesem Begriff werden Drogenhändler aus dem Nachbarland zusammengefasst, die teils eine marokkanische Herkunft haben. Sie sollen auch für eine brutale Geiselnahme verantwortlich sein, die die Polizei Anfang Juli in Köln beendet hatte.
Reisen nach NRW gefährlich wegen Drogenkrieg? „Tijuana ist das Köln von Mexiko“
Auf Reddit nehmen viele Menschen in NRW den Sicherheitshinsweis mit Humor. „Weiß doch jeder, NRW ist quasi das Jalisco Europas“ und „Tijuana ist das Köln von Mexiko“, schreiben zwei User unter einen Beitrag zu dem Sicherheitshinweis.
Andere können den Appell hingegen nachvollziehen. „Habe für einige Zeit in Tokyo gelebt und mein Sicherheitsempfinden dort war extrem viel höher als hier“ und „Habe eine Zeit in Taiwan gelebt. Viele haben einfach nicht ihre Fahrräder abgeschlossen, Schlüssel im Roller stecken gelassen, die Frauen an der Uni hatten null Angst, nachts angetrunken alleine durch dunkle Gassen zu gehen. Dafür haben sich die taiwanischen Austauschstudentinnen im beschaulichen Innsbruck oft unsicher gefühlt. Zumindest jene, die zuvor keine Erfahrung mit dem Westen hatten“, heißt es in zwei Kommentaren.
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