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Staupe und die Hasenpest breiten sich in Hamm, dem Kreis Unna und dem Kreis Soest aus. Die Krankheiten sind für Menschen und Haustiere gefährlich.
Hamm – Wildtiere, die sich sonderbar verhalten, vor allem eher zutraulich als wild wirken, sollten Anwohner und Spaziergänger mit großer Vorsicht begegnen und Kontakt vermeiden. Oft ist das ein Zeichen für ein krankes Tier. So scheint sich in Bergkamen und Kamen die Staupe auszubreiten. Auch die Hasenpest ist dort, die ist aber auch in Hamm in Richtung Soest vereinzelt nachgewiesen worden. Hamm sei in dieser Hinsicht aber unauffällig, sagt Karl-Heinz Biermann, Jagdberater der Stadt Hamm.
Waschbären mit Staupe: Fälle in Bergkamen, Hamm und im Kreis Soest
Erst jüngst hockte ein Waschbär in Bergkamen auf der Terrasse eines Wohnhauses. Die Anwohnerin benachrichtigte Jäger Dietrich Wilhelm Buschmann aus Westick, der das Tier einfing. Kein Einzelfall, 37 Mal habe er seit Oktober im Umfeld seines Reviers schon einen kranken Waschbären töten müssen, der mit dem tödlichen Staupe befallen war. Der Virus befällt auch Füchse, Eichhörnchen und Marder sowie Hunde, für die eine Infektion ebenfalls tödlich enden kann. Eine Impfung kann dem aber vorbeugen. Biermann empfiehlt die Hunde zusätzlich anzuleinen, damit sie nicht einem kranken oder verendeten Wildtier aufstöbern können.
Auch in Hamm gibt es immer wieder Waschbären, bei denen die Staupe nachgewiesen wird. Das sei aber derzeit kein großes Problem und unterschiedlich verteilt, sagt Biermann. Wenn in einem Stadtteil der Virus nachgewiesen werde, hieße das nicht, dass er auch im angrenzenden zu finden sei. Auffällige Tiere sollten Passanten aber melden. Wer nicht weiß, wer der zuständige Jäger für das Revier ist, kann die Untere Jagdbehörde (Telefon 17 7136) oder Polizei (9160) melden.
Hasenpest in Hamm, Bergkamen, Soest und Welver: Symptome schwer zu erkennen
Vorsicht ist auch bei kranken und verendeten Hasen geboten. Laut Biermann gab es Nachweise der Hasenpest in Richtung Welver und Soest sowie nach Angaben von Jägern aus Bergkamen auf der Halde Großes Holz. Verdachtsfälle in Hamm seien vom Kreisveterinäramt Arnsberg untersucht worden, einen positiven Befund aus dem Stadtgebiet habe es im vergangenen Jahr aber nicht gegeben.
Für den Laien sind Symptome an den Tieren nur schwer zu erkennen. Das Virus zersetzt die inneren Organe, befällt Nagerarten und auch Menschen, die daran sogar sterben können. „Das ist ganz schön gefährlich“, sagt Biermann. Anfassen sollte man die Tiere beim Entnehmen nur mit Handschuhen und dazu mit Mundschutz. Über tot aufgefundene Hasen sollte daher ebenfalls der Jäger informiert werden.
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