Warstein

Neues Feuerwehrgerätehaus: Fertig, aber die Stadt zahlt nicht

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Das Außengelände mit der Wäster-Renaturierung am neuen Feuerwehrhaus ist gelungen. Das findet auch Dirk Wüllner. Doch der Bauunternehmer aus Schmallenberg-Kirchrarbach wartet seit Monaten auf die Restsumme von rund 100.000 Euro.
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Das Außengelände mit der Wäster-Renaturierung am neuen Feuerwehrhaus ist gelungen. Das findet auch Dirk Wüllner. Doch der Bauunternehmer aus Schmallenberg-Kirchrarbach wartet seit Monaten auf die Restsumme von rund 100.000 Euro.

Warstein – Eigentlich hat Dirk Wüllner bei vielen gemeinsamen Projekten mit der Stadt Warstein nur gute Erfahrungen gemacht. Und Meckern ist auch gar nicht sein Ding, sondern vielmehr zupacken. Doch da die feierliche Einweihung des Feuerwehrhauses nun kurz bevorsteht und er in den vergangenen Monaten immer wieder vertröstet wurde, geht er an die Öffentlichkeit. Der Bauunternehmer aus Schmallenberg-Kirchrarbach findet, dass es an der Zeit ist, dass die Stadt Warstein ihre Rechnung bezahlt.

Die Schlussabnahme der Außenanlagen des neuen Gerätehauses ist erfolgt – bereits im Februar dieses Jahres und ohne jegliche Beanstandung. Rund 100.000 Euro hat er noch zu bekommen. Doch die Stadt überweist einfach nicht. Grund: Der zwischengeschaltete Fachingenieur ist noch immer bei der Prüfung und hat die Schlussrechnung noch nicht erstellt.

Feuerwehrgerätehaus Warstein: Immer und immer wieder vertröstet die Stadt

Immer und immer wieder sei er in den vergangenen Monaten von Verantwortlichen der Stadt Warstein vertröstet worden. Stets mit der Beteuerung, dass in den nächsten Wochen dann aber endlich der Abschluss vorliegen würde. So von „Oberbauleiter René Tiefert“, der inzwischen aber gar nicht mehr ans Telefon gehen würde, wenn er anriefe.

Oder von Fachbereichsleiterin Sabine Leitner, die unserer Zeitung gegenüber auf Anfrage die Fertigstellung und den korrekten Abschluss des Projektes bestätigte. Eigentlich wolle sie ungern Stellung beziehen. Es sei wohl so, dass es „Meinungsverschiedenheiten“ gegeben hätte. Und: „Es braucht noch Unterlagen“, habe sie vom Ingenieurbüro gehört. Grundsätzlich gelte: „Es wird intensiv daran gearbeitet, die Prüfung abzuschließen, wir versuchen, das zu unterstützen“, so Sabine Leitner. Allerdings habe es auch krankheitsbedingte Verzögerungen beim Ingenieurbüro gegeben. Der beauftragte Fachingenieur Günter Drilling aus Delbrück wollte sich unserer Zeitung gegenüber nicht äußern.

Feuerwehrgerätehaus Warstein: Verzögerungen und Probleme

Von Verzögerungen und Problemen während der Bauzeit kann Dirk Wüllner umso mehr ein Lied singen. Die Zusammenarbeit mit dem Fachingenieur, der die Bauleitung hatte, sei extrem schwierig gewesen. Pläne hätten nicht gepasst, Höhen nicht gestimmt. Der Ingenieur sei offenbar überfordert gewesen. Sie als Männer vor Ort hätten immer wieder korrigierend eingreifen müssen. Als nichts mehr ging, habe er eine lange Stellungnahme mit Darstellung der Mängel an die Stadt geschickt – danach sei es besser geworden. Nun aber werde wohl ihm „der schwarze Peter zugeschoben“.

Dass sein Betrieb mit rund zehn Mitarbeitern bei dem Projekt in Warstein ohnehin rote Zahlen schreiben würde, stand für ihn schon früh fest. Kurz nach dem Beginn der Arbeiten sei der Ukraine-Krieg ausgebrochen mit der enormen Verteuerung von Rohstoffen und Energie. War sein Unternehmen der Stadt im Vergleich zur ursprünglichen Ausschreibung wegen der bisher guten Zusammenarbeit mit einem „super Angebot“ noch entgegen gekommen, „passte nun nichts mehr in der Kalkulation“, so Dirk Wüllner im Rückblick. Die Stadt Warstein habe sich aber auf keine Nachkalkulation eingelassen. Und nun kämen noch die Zinszahlungen hinzu, weil der Abschluss monatelang hinausgezögert werde. „Alle haben versprochen, sich zu kümmern, aber keiner macht‘s.“

Ich habe seit über 30 Jahren immer gerne für die Stadt Warstein im Tiefbau gearbeitet. Nun ist es das erste Mal für das Hochbauamt – und das ist komplett in die Hose gegangen.

Dirk Wüllner

„Ich habe seit über 30 Jahren immer gerne für die Stadt Warstein im Tiefbau gearbeitet. Nun ist es das erste Mal für das Hochbauamt – und das ist komplett in die Hose gegangen“, ist Dirk Wüllner auch persönlich enttäuscht. Insbesondere von den handelnden Personen, wie etwa Sabine Leitner, die ihm fest versprochen hatte, dass direkt nach Ostern die Schlussrechnung vorliegen werde und er sein Geld erhalte. Der Versuch, bei Bürgermeister Dr. Schöne Hilfe zu erhalten, ist ebenfalls gescheitert. Dieser habe sich am Telefon geweigert, sich einzuschalten, sondern auf die zuständige Fachabteilung verwiesen.

„Die Stadt müsste es doch jetzt regeln, ich kann nicht verstehen, dass man so mit Handwerkern umgeht“, sagt Dirk Wüllner, der unabhängig davon, am Ende aber auch ein bisschen stolz darauf ist, was ihm und seinen Leuten in Warstein bei der schwierigen Realisierung des Außenbereichs mit der Renaturierung gelungen ist. Auf der neuen Homepage des Unternehmens sind Fotos des Projektes in Warstein zu finden. Nur wenn man monatelang hinter seinem Geld herlaufen müsse, mache das alles keine Freude mehr.

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