VonMarkus Hannekenschließen
Der WDR hat einen Radio-Tatort-Klassiker über die Task Force Hamm neu veröffentlicht. Die echte Polizei könnte sich damit durchaus angegriffen fühlen - tut sie aber nicht.
Hamm - „Das Team der Polizei in Hamm ist nicht gerade die Speerspitze der Verbrechensbekämpfung. Hierher wird versetzt, wer negativ aufgefallen ist. Auch die Methoden der Task Force sind ungewöhnlich und eher zufällig von Erfolg gekrönt.“ Mit diesen frechen und irgendwie auch gemeinen Worten leitet der WDR die Präsentation seines aktuellen Radio-Tatorts ein.
Was hier verbal das Image der Hammer Polizei ankratzt, nehmen die heimischen Beamten tatsächlich humorvoll. Und zwar bis hinauf in die Spitze. Mit dem genannten Zitat konfrontiert, reagiert Polizeipräsident Thomas Kubera wörtlich so: „Dass der WDR ausgerechnet unsere Stadt für seinen ‚hochkarätig besetzen Krimi mit Ruhrpott-Charme‘ ausgesucht hat, werte ich als Kompliment. Das WDR-Krimi-Hörspiel bietet einen hohen Unterhaltungswert mit prominenten Sprechern. Der Plot ist aber mit all seinen Facetten und Darstellungen reine Fiktion und entspricht in keiner Weise der Realität.“ Und augenzwinkernd weiter: „Unsere Speerspitze ist gehärtet - und ich kann ihnen versichern, dass alle Polizistinnen und Polizisten in Hamm jeden Tag engagiert und gut ausgebildet ihr Bestes geben, um die Sicherheit der Stadt zu gewährleisten.“
Polizeisprecher Daniel Siegesmund ergänzt, dass er und viele seiner Kollegen besonders gern Krimis und Thriller verfolgen - egal ob im Fernsehen, als Hörspiel oder in Buchform. „Das liegt wohl in der Natur der Sache.“
Uwe Ochsenknecht und Matthias Brandt im Hamm-Krimi
Der 53-minütige Hamm-Krimi wurde von Uwe Ochsenknecht, Matthias Brandt und weiteren sehr bekannten Schauspielerin veredelt. Die Inhaltsangabe liest sich wie folgt:
„Der hoch verschuldete, notorische Spieler Scholz (Uwe Ochsenknecht) wird strafversetzt nach Hamm, das graue Grauen des Ruhrgebiets. Unter seinen neuen Kollegen: Hobby-DJ Latotzke (Sönke Möhring), der latent aggressive Ditters (Matthias Brandt) und Chef Vorderbäumen (Hans Peter Hallwachs), der lieber eine ruhige Kugel schiebt. Gemeinsam müssen sie - wie auch immer - einen Mord aufklären: Ein Metzger hängt tot im Kühlraum seiner Schlachterei. Seine Verletzungen verweisen gleich auf drei Todesursachen - er wurde ertränkt, erschossen und erhängt. Eigentlich ein Fall für das LKA, aber trotz privater Unzulänglichkeiten hat man schließlich noch einen Rest Ehre im Leib. Scholz‘ Ehrgeiz ist geweckt, er will den Fall lösen. Koste es, was es wolle.“
„Neuer“ Hamm-Krimi tatsächlich schon 13 Jahre alt
Was vom WDR derzeit offensiv beworben wird, entpuppt sich quasi „im Kleingedruckten“ allerdings als 13 Jahre alt. Zum 15. Geburtstag des ARD-Radio-Tatorts wird derzeit „jeden Monat zusätzlich ein Fall aus dem Archiv“ gezogen und online gestellt, heißt es. Diesmal trifft es halt Hamm. Die bundesweit produzierte Reihe gibt es seit 2008, die „Task Force Hamm“ ermittelte insgesamt bereits 20 Mal.
Zu hören ist der Hamm-Krimi seit dem 22. Dezember 2023 unter diesem Link.
Übrigens: Über 16.500 Straftaten verzeichnete die Polizei im Jahr 2022. Vor allem die Zahl der Einbrüche stieg - ebenso wie die der Tötungsdelikte. Aber die Aufklärungsquote stieg ebenfalls.
