Zwischenbilanz

„Weihnachtsmarkt, ich liebe dich“ – Riesiger Ansturm in Soest

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Am Soester Weihnachtsmarkt schätzen viele Besucher das gemütliche Ambiente in der historischen Altstadt.
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Etwas mehr als die Hälfte des Soester Weihnachtsmarktes ist bereits um. Eine Zwischenbilanz.

Soest – Die zweite Hälfte des Soester Weihnachtsmarktes ist angebrochen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Fragt man Marktmeister Michael Schiewe, ob ihm in diesem Jahr bislang etwas besonderes aufgefallen ist, denkt er sofort an die Reisebusse. Von denen stehen in diesem Jahr nämlich noch mehr vor den Toren der Altstadt, um Weihnachtsmarktbesucher aus der Ferne nach Soest zu bringen. „Sonst waren es immer 16, 17, maximal 25. In diesem Jahr sind es 30 bis 35 Reisebusse, die gleichzeitig in Soest stehen.“ Angesichts dieses zusätzlichen Besucherstroms, der durch die Altstadt fließt, unterstreicht der Marktmeister: „Das ist schon enorm.“ Für ihn steht fest: „Der Weihnachtsmarkt in Soest wird ein immer stärkerer Begriff für die Besucher.“

Wenn Schiewe über den Markt geht, achte er immer auf die Stimmen der Besucher: „Klasse“, „schön“, „wir hätten nicht gedacht, dass das hier so toll ist“, sei ihm dabei zu Ohren gekommen – und das von Menschen, die von weit weg extra nach Soest kommen. Das bestätigt auch Rudi Gierth von der Glaswerkstatt: „Dortmund, Köln, Bremen – die Leute kommen von überall her, um den Soester Weihnachtsmarkt zu sehen.“ Bislang sei der Weihnachtsmarkt für ihn „Normal gut“ gelaufen: „Alles wie immer. Es sind viele nette Kunden dabei.“

Zahlreiche Reisebusse bringen die Besucher täglich zum Weihnachtsmarkt.

Soester Weihnachtsmarkt: Selbst an Wochentagen kommen so viele Besucher wie früher nur am Wochenende

Und genau für die legen sich Michael Schiewe und seine Kollegen ins Zeug, um Jahr für Jahr einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen, der sich sehen lassen kann: „Es freut uns, wenn wir viele Menschen glücklich machen können und wenn das, was wir uns ausgedacht haben, viele Menschen begeistert“, so Schiewe.

Glaswerkstatt-Händler Rudi Gierth freut sich über „viele nette Kunden“.

Er sei mit dem Weihnachtsmarkt bislang sehr zufrieden: „Die Besucherresonanz ist stark, selbst die Wochentage sind bei passendem Wetter mittlerweile so stark besucht, wie es früher am Wochenende war.“

Soester Weihnachtsmarkt: „In Sachen Veranstaltungsgröße am Maximum angekommen“

Dass der Soester Weihnachtsmarkt zukünftig noch größer werden könnte und noch mehr Hütten in die Altstadt kommen könnten, hält Michael Schiewe für unwahrscheinlich: „Ich würde fast behaupten, mehr geht nicht. Vielleicht noch ein bisschen in der Rathausstraße oder dem Petrikirchplatz Süd, aber wir haben immer noch einen Wochenmarkt, der hat seine Berechtigung und ist wichtig. Ich würde sagen, seit wir den Domplatz und den Vreithof dazugenommen haben, sind wir in Sachen Veranstaltungsgröße am Maximum angekommen.“

Während die Besucher immer mehr werden, seien die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr bei manchem Händler rückläufig. Das berichtet auch Lavendel-Gärtner Andreas Beine: „Es ist eine allgemeine Kaufzurückhaltung spürbar, das war aber auch schon auf anderen Märkten in diesem Jahr so.“ Das sei aber durchaus nachvollziehbar: Wer sich auf dem Weihnachtsmarkt den Bauch vollgeschlagen hat, überlege danach wohl noch bewusster, wie viel Geld er noch an anderen Ständen ausgeben möchte. Doch Andreas Beine unterstreicht: „Mein Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll. Es macht hier in Soest riesigen Spaß.“ Er schätze vor allem die teilweise tiefgründigen Gespräche mit den vielen Besuchern: „Das sind dann nämlich wieder die Momente, wo ich sage: Weihnachtsmarkt, ich liebe dich.“

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