Neuerungen

Weihnachtsmarkt in Soest: Wo die Augen und die Giebel leuchten

+
Es werde Licht: Während des Weihnachtsmarktes soll die Altstadt heller denn je leuchten.
  • schließen

Der Soester Weihnachtsmarkt steht vor der Tür: Am Montag, 25. November, öffnen die Buden. Es gibt viel Bewährtes und einige Neuerungen.

Soest – Unter den sprichwörtlichen Scheffel muss der Soester Weihnachtsmarkt sein Licht nun wirklich nicht stellen – weit über die Börde hinaus machen sich zigtausende Besucher bereits in der Adventszeit selbst ein Geschenk und kommen in die Altstadt, um sich von dem ganz besonderen Ambiente einfangen zu lassen. Was sich lange bewährt hat, wird in diesem Jahr allenfalls behutsam verändert, ein paar Neuerungen gibt es aber doch.

Die Polizei weist jedes Jahr wieder aus leidvoller Erfahrung darauf hin, dass ganz und gar ungebetene Besucher in den Wintermonaten von dunklen Ecken in der Stadt angezogen werden, weil sie dann in Ruhe auf Beutefang gehen können – Carolin Brautlecht, als Geschäftsführerin der Wirtschafts und Marketing Soest (WMS) de facto Gastgeberin des Weihnachtsmarktes hat es da besser: „Lichter locken Leute auch“, weiß sie als Marketing-Fachfrau. Und zwar Besucher, die vom 25. November bis zum 22. Dezember ausnehmend gerne gesehen werden in der Soester Altstadt.

Soester Weihnachtsmarkt: Illuminierte Giebelfronten

Damit die nicht nur auf das Marktgelände rund ums Rathaus und den Markt strömen, sondern auch darüber hinaus durch die City streifen, konnten in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Eigentümer von Gebäuden dafür gewonnen werden, die Giebelfronten ihrer Häuser gerade an den „Einfallstoren der Altstadt“ mit festlicher Beleuchtung schmücken zu lassen. „Mit fast 40 Gebäuden sind es in diesem Jahr mehr als doppelt so viele wie 2023“, freut sich die WMS-Chefin, dass Soest vier Wochen lang zur „Stadt der leuchtenden Giebel“ werden wird.

Über 100 Händler zeigen den Besuchern des Weihnachtsmarktes, was sie anzubieten haben.

Und: Erstmals wird es auf dem Weihnachtsmarkt auch einige neue Lichtinstallationen geben, die nicht zuletzt auch in Zeiten sozialer Medien als attraktive Kulisse für Schnappschüsse aller Art dienen sollen.

Neues wird es auch im Übergang vom Markt zur Marktstraße geben: Weil im Zuge der Neugestaltung dort in der Abbiegung zum Kungelmarkt keine Stände mehr platziert werden konnten, eröffnete sich für Gastronom Marco Barroso die Möglichkeit, rund um den Freiligrathbrunnen einen eigenen Stand aufzubauen – eröffnen wird sich damit gleichzeitig auch eine „Sichtachse“ für Weihnachtsmarktbesucher auf Einzelhandel und Gastronomie in der Marktstraße.

Weihnachtsmarkt in Soest: Publikumsmagnet

Apropos neue Stände: Für Michael Schiewe, langjähriger Marktmeister des vorweihnachtlichen Publikumsmagneten, sind sowohl das „beträchtliche finanzielle Engagement“ von Marco Barroso, als auch das seines Branchenkollegen Jens Wieners, der ebenfalls einen komplett neuen Stand für sein „Zwiebelbier“ hat bauen lassen, ein untrügliches Zeichen für die Attraktivität des Soester Weihnachtsmarktes für die Aussteller, gerade auch mit Blick auf lokale Betriebe.

Insgesamt werden in diesem Jahr wieder knapp 100 Holzhäuser ein vorweihnachtliches Dorf bilden, das am Montag, 25. November, um 17 Uhr auf dem Vreithof von der stellvertretenden Bürgermeisterin Christiane Mackensen und dem Weihnachtsengel mit dem Anschneiden des XXL-Christstollens eröffnet werden wird, der vom Cafe Twin zur Verfügung gestellt wird.

Viel Meinung für wenig Baum

Ist es nun der Abgesang auf die Tradition oder eine nachvollziehbare, weil vernünftige Entscheidung – die Soester sind in Sachen Weihnachtsbaum gespalten. Bald 200 Meinungsbekundungen zum Verzicht auf die Tanne haben die Redaktion erreicht. Fehlen wird der Weihnachtsbaum auch jenen, die den Argumenten der Stadt folgen können. Weniger eindeutig ist, ob sie deshalb gleich ganz auf den Besuch in der Altstadt verzichten wollen. „Hauptsache, der Elch ist da“, sagt einer, während andere Einladungen aussprechen  – nach Bad Sassendorf etwa oder sogar nach Hirschberg; dorthin jedenfalls, wo noch echte Weihnachtsbäume leuchten. Eine Lippetalerin bietet gar an, die zu groß gewordene Nordmanntanne aus ihrem Garten zu spenden. Bürgermeister Ruthemeyer kommentierte im Hauptausschuss augenzwinkernd: „Wir in Soest opfern keinen Baum. Auch für Weihnachten nicht.“ - kab

Kommentare