Leuchtende Alternative soll her

Soester Weihnachtsmarkt ab diesem Jahr erstmals ohne großen Tannenbaum

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Auf dem Weihnachtsmarkt in Soest wird in diesem Jahr erstmals auf einen großen Tannenbaum verzichtet. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe – und eine Alternative.

Soest – O Tannenbaum, o Tannenbaum, man wird dich sehr vermissen! Im Zentrum des Soester Weihnachtsmarktes wird in diesem Jahr erstmals keine große Tanne stehen, das bestätigt Marktmeister Michael Schiewe am Dienstag gegenüber unserer Redaktion: „Wir werden ab diesem Jahr auf einen klassischen Baum verzichten.“

Statt eines echten Baumes soll es ab dem diesjährigen Weihnachtsmarkt, der vom 25. November bis zum 22. Dezember stattfinden wird, eine Licht-Installation geben: „Seile und Lichtleisten an einem großen Mast werden den Baum darstellen“, erklärt Schiewe.

Soest verzichtet bei Weihnachtsmarkt auf Tannenbaum: „Wir wollen keine Bäume mehr umschlagen“

Die Entscheidung, auf einen echten Baum zu verzichten, habe gleich mehrere Gründe gehabt – allen voran habe der Nachhaltigkeitsgedanke gestanden. „Bisher haben wir jedes Jahr einen Baum abgesägt, der dann tot war. Dafür wurden wir in der Vergangenheit sogar beschimpft. Mit der Neugestaltung des Marktplatzes wollen wir das Thema Nachhaltigkeit stärker berücksichtigen. Wir wollen keine Bäume mehr umschlagen, damit sie vier Wochen schön da stehen können“, erläutert Schiewe. Auch die Kosten seien Jahr für Jahr „ein dicker Schluck aus der Pulle“ gewesen: Baum, Fällung, Kran, Transport und dessen Absicherung mit Polizeibegleitung – „da wurde immer ein fünfstelliger Betrag für einen Baum fällig“, so der Marktmeister.

Ab diesem Jahr ein historisches Bild: Auf dem Soester Weihnachtsmarkt soll in der Zukunft kein echter Tannenbaum mehr stehen.

Zudem sei es immer und immer schwieriger geworden, überhaupt einen passenden Baum zu finden. Michael Schiewe und sein Kollege Dirk Bröcking hätten schon seit Jahren bei jedem Fußweg und jeder Fahrradtour in Soest und der ganzen Region Ausschau gehalten. „Das klingt bescheuert, aber so waren wir unterwegs“, sagt Schiewe. Der Radius für die Baum-Suche sei zuletzt auf bis zu 60 Kilometer angewachsen, „30, 40, 50 Stück im Jahr“ hätten Schiewe und Bröcking sich angesehen.

Kein Tannenbaum beim Soester Weihnachtsmarkt: Alternative bringt Kostenersparnis

Doch Sturm Kyrill habe 2007 dafür gesorgt, „dass ein Großteil der Bäume, die heute infrage kommen würden, umgerissen wurde. Wegen des Sturms würde uns auch für die nächsten 10, 20 Jahre der Nachschub fehlen. Passende Bäume wachsen eben nicht an der Stange oder einer Tannenbaumschonung“.

Die Licht-Installation, die den Tannenbaum auf dem Soester Marktplatz ersetzen soll, werde ungefähr „die gleichen Ausmaße haben“. Die Kosten dafür seien durch einen eingesparten Tannenbaum bereits ausgeglichen. Kosten würden dann nur noch für die Instandhaltung und den jährlichen Auf- und Abbau anfallen. Das sei dann aber nur noch ein Bruchteil von den Kosten, die ein neuer Baum verschlingen würde.

Rubriklistenbild: © Peter Dahm

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