Der Überblick

Weltweite IT-Panne: Auch Rathäuser im Kreis Olpe betroffen - „alle Systeme laufen wieder“

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Am Freitagmorgen kommt es weltweit zu IT-Störungen – auch in NRW (Symbolbild).
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Die weltweite IT-Panne wirkt sich auch auf den Kreis Olpe aus. Vielerorts ging in den Rathäusern am Vormittag wenig bis nichts mehr. Ein erster Überblick.

Update vom 19. Juli, 17.40 Uhr: Die Südwestfalen-IT teilt in diesen Minuten in einer Pressemitteilung mit, dass die Systeme wieder laufen. „Die Südwestfalen-IT hat die Server, die nach einem fehlerhaften Update des Sicherheitsdienstleisters Crowdstrike zunächst sicherheitshalber abgeschaltet wurden, am Freitagnachmittag für ihre Kunden wieder freigegeben. Somit stehen den Kommunen alle Fachverfahren, die auf den betroffenen Servern laufen, wieder zur Verfügung. Weitere Einschränkungen sind nicht zu erwarten.“

„Unsere Entscheidung von Freitagmorgen, die Systeme zunächst eingehend zu prüfen, wurde aus Sicherheitsgründen getroffen, und war aus unserer Sicht zu diesem Zeitpunkt unumgänglich. Unser Ansatz ‚Sicherheit vor Geschwindigkeit‘ hat sich bewährt: Wir haben alle betreffenden Server geprüft und diese – nach Klärung der Lage – wieder hochgefahren“, wird Mirco Pinske, Geschäftsführer der Südwestfalen-IT, in der Mitteilung zitiert.

Update vom 19.7., 14.30 Uhr: Mehrere Städte und Gemeinden melden, dass die Systeme wieder funktionieren - zum Beispiel die Stadt Lennestadt. Auch in der Gemeinde Finnentrop waren die Geräte wieder einsatzbereit.

Die Südwestfalen-IT hatte zuvor empfohlen, die Systeme neu hochzufahren. Offensichtlich scheint das gewirkt zu haben. Es zeichnet sich daher im Moment ab, dass die IT-Probleme vor Ort nur kurzzeitig anhalten - was angesichts des monatelangen Ausfalls der Systeme im Herbst vergangenen Jahres zu wünschen wäre. Derweil sorgt die IT-Panne an vielen Flughäfen weiterhin für großes Chaos.

Erstmeldung: Kreis Olpe - Da werden böse Erinnerungen wach: Erst im Herbst vergangenen Jahres legte ein Hackerangriff die Rathäuser in ganz Südwestfalen lahm. An diesem Freitag ist das Ausmaß ungleich größer: Eine IT-Panne des Sicherheitsdienstleisters Crowdstrike legt derzeit Flughäfen und Systeme auf dem ganzen Erdball lahm. Die Auswirkungen sind auch im Kreis Olpe zu spüren.

Weltweite IT-Panne: Auch Rathäuser im Kreis Olpe betroffen

Eine stichprobenartige Abfrage in den Kommunen des Kreis Olpe ergab an diesem Freitagmorgen, dass diverse Rathäuser betroffen sind und ihre Computer nicht mehr starten können. Dienstleistungen sind deshalb gar nicht oder nur noch eingeschränkt möglich.

Den Kommunen kommt immerhin entgegen, dass der heutige Tag ein Freitag ist, an dem die Öffnungszeiten in den Rathäusern ohnehin nur bis 12 Uhr gilt. Einige Bürgermeister haben daher bereits reagiert und die Gelegenheit genutzt, um ihre Mitarbeiter Überstunden abbauen zu lassen.

Die Stadt Attendorn hat am Freitagvormittag bereits entschieden, das Bürgerbüro, das normalerweise auch samstags geöffnet hat, an diesem Samstag aufgrund des IT-Zwischenfalls nicht zu öffnen. „Wir hoffen, dass am Montag wieder alles läuft und wir wieder ganz normal arbeiten können“, so die Hoffnung in der Pressestelle des Rathauses Attendorn.

Weltweite IT-Panne: Kfz-Zulassungsstellen im Kreis Olpe funktionieren

Die Kreisverwaltung vermeldete an diesem Freitagvormittag um kurz vor 11 Uhr, dass die Kfz-Zulassungsstelle in Lennestadt Probleme hatte und bat darum, bei dringenden Terminen nach Olpe zu kommen. Das ist aber bereits aufgehoben. Die Kreisverwaltung erklärt in dem Zusammenhang: „Auch die Kfz-Zulassungsstelle in Lennestadt ist wieder geöffnet. Wer dort heute einen Termin hat, kann ihn wahrnehmen. Wer aufgrund unserer ersten Meldung schon auf dem Weg nach Olpe ist, wird dort bedient.“

Wichtig: Momentan seien keine Kartenzahlungen möglich; es könne nur bar bezahlt werden.

Andere Fachdienste des Kreises seien derzeit nur eingeschränkt verfügbar. Es wird empfohlen, sich bei dringenden Angelegenheiten telefonisch bei den zuständigen Mitarbeitern zu informieren.

Der Grund dafür, warum in den örtlichen Rathäusern nichts mehr funktioniert, ist folgender: Die Südwestfalen-IT, kurz SIT, die für die IT in den meisten Rathäusern zuständig ist, hat entschieden, „dass die Geräte und Server nicht ohne die Sicherung durch Crowdstrike gestartet werden, da sie ansonsten ohne einen Endgeräteschutz online wären und so potenziellen Hackern eine Angriffsfläche bieten könnten“, heißt es in einer Pressemitteilung von SIT. SIT nutzt Crowdstrike nämlich zur Sicherung seiner Endgeräte und Server.

Wie sich die Panne derweil global auswirkt, berichten wir in diesem Artikel.

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