VonJohanna Werningschließen
Am Freitag kam es weltweit zu IT-Störungen. Auch die Flughäfen in NRW waren betroffen. Die Dauer der Störung war zunächst ungewiss.
Update vom 19. Juli, 22:18 Uhr: Die Fluggesellschaft Eurowings gibt nach einer globalen IT-Panne und zahlreichen Ausfällen Entwarnung für ihre Passagiere. Die Airline informierte, dass „nachdem die massive weltweite IT-Störung behoben worden ist, stehen jetzt auch bei Eurowings alle Systeme wieder zur Verfügung“. Es wird erwartet, dass der reguläre Flugbetrieb am Samstag wieder aufgenommen wird. Dennoch warnte die Fluggesellschaft, dass „aufgrund des erheblichen Ausmaßes der IT-Störung, die weltweit zu Behinderungen in vielen Bereichen des globalen Luftverkehrs geführt hat, kann es allerdings noch vereinzelt zu Beeinträchtigungen kommen.“
Ein fehlerhaftes Update einer IT-Sicherheitssoftware namens „Falcon Sensor“ hatte am Morgen weitreichende Störungen verursacht, die den Flugverkehr an vielen Orten fast zum Erliegen brachten. Nicht nur der Flugverkehr war betroffen, sondern auch Supermärkte, Banken, Krankenhäuser, Fernsehsender und andere Einrichtungen. Crowdstrike, der Anbieter der Software, identifizierte das fehlerhafte Update als Ursache und gab am Mittag bekannt, dass der Fehler behoben wurde.
Als Folge der IT-Störung musste Eurowings zahlreiche Flüge, hauptsächlich innerhalb Deutschlands, streichen. Am Nachmittag war die Rede von 80 annullierten Verbindungen. Aufgrund der IT-Störung blieben Flugzeuge weltweit am Boden oder kamen verspätet an, von Mallorca über den Hauptstadtflughafen BER bis nach Indien. Die niederländische Fluggesellschaft KLM musste ihren Betrieb größtenteils einstellen.
Weltweite Störung trifft Flughäfen – Experte: „Größter IT-Ausfall aller Zeiten“
Update vom 19. Juli, 16:37 Uhr: Wegen anhaltender technischer Störungen streicht die Fluggesellschaft Eurowings auch nach 15 Uhr weitere Flüge. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit: „Wir streichen immer noch schwerpunktmäßig innerdeutschen Flüge auch über 15 Uhr hinaus“. Damit solle das betroffene IT-System weiterhin entlastet werden. Der Tech-Experte Troy Hunt bezeichnete die weltweite Störung auf X indes als „größten IT-Ausfall aller Zeiten“.
I don’t think it’s too early to call it: this will be the largest IT outage in history
— Troy Hunt (@troyhunt) July 19, 2024
Es blieb am Nachmittag ungewiss, wann der Flugbetrieb wieder uneingeschränkt aufgenommen werden kann. Die Sprecherin äußerte sich dazu: „Wir setzen alles dran, dass sich die Lage bis morgen normalisiert hat, aber bestätigen kann ich das noch nicht“.
Globale IT-Störung trifft auch NRW-Flughäfen – Eurowings streicht mehr als 80 Flüge
Laut der Webseite des Unternehmens sind mehr als 80 Flüge von den Streichungen betroffen. Eurowings hat Passagiere, die von einer innerdeutschen Flugstreichung betroffen sind, gebeten, selbstständig ein Bahnticket zu erwerben und dieses zur Rückerstattung einzureichen. Sobald die technischen Probleme behoben seien, würden die Passagiere auf alternative Flüge umgebucht.
Die Fluggesellschaft ist nach eigenen Angaben von einer umfangreichen globalen Störung eines IT-Unternehmens betroffen, was die Check-In- und Boarding-Prozesse beeinträchtigt. Ein Online-Check-in ist derzeit nicht möglich. „Alle von der IT-Störung betroffenen Prozesse liegen außerhalb unserer Kontrolle“, so die Aussage des Unternehmens.
Fehlerhaftes Software-Update sorgt für weltweite IT-Störung
Ein fehlerhaftes Software-Update hat am Morgen weltweit erhebliche Störungen verursacht. Der Softwareanbieter Crowdstrike identifizierte ein fehlerhaftes Update eines IT-Sicherheitssystems namens „Falcon Sensor“ als Ursache. Die IT-Sicherheitsfirma erklärte den Fehler am Mittag für behoben und verwies Kunden auf ein Download-Portal für ein neues Update.
Trotz der globalen IT-Störung plane Eurowings, etwa 80 Prozent seines Flugprogramms durchzuführen, so eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Dies sei auch weiterhin das Ziel. Allerdings sind im Laufe des Tages weitere Verspätungen und Flugstreichungen zu erwarten, wie auf der Webseite von Eurowings zu lesen ist. „Wir tun alles in unserer Macht stehende, die Beeinträchtigungen für alle Gäste so gering wie möglich zu halten.“
Aufgrund der technischen Probleme wird die Vorabend-Gepäckaufgabe an den Flughäfen Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart für Flüge am Samstag gestrichen.
IT-Störung in NRW-Kommunen soll noch am Freitag behoben werden
Auch viele Kommunen in NRW waren von der Störung betroffen. Demnach seien auch die Kunden der Südwest-IT (SIT) von dem globalen Problem betroffen, wie das Unternehmen am Vormittag mitteilte. Eine Sprecherin ergänzte, man könne die Störungen voraussichtlich am Freitagnachmittag in allen Kommunen beheben.
Weltweite IT-Störung trifft Flughäfen in NRW – „große Beeinträchtigungen beim Check-in“
Erstmeldung vom 19. Juli, 16:46 Uhr: Hamm - In den Kontrollzentralen herrscht Chaos: Fluggesellschaften, Medienhäuser und Telekommunikationsfirmen weltweit kämpfen mit massiven Computerausfällen. Am Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld starten und landen am Freitagmorgen keine Maschinen. „Aufgrund einer technischen Störung kommt es zu Verzögerungen in der Abfertigung“, sagte eine Flughafensprecherin der dpa. Auch in NRW gibt es massive Auswirkungen.
Wegen weltweiter IT-Störung: Auswirkungen an Flughäfen in Dortmund, Düsseldorf und Köln
Flüge fallen aus, Krankenhäuser sagen Operationen ab, Fernsehsender haben Schwierigkeiten – weltweit. „Auch wir sind betroffen“, teilt eine Sprecherin vom Flughafen Dortmund auf Nachfrage von wa.de mit. „Wir hatten Probleme mit der Abfertigung. Der Flugbetrieb läuft allerdings weiter“, heißt es am Freitagvormittag. Die Mehrzahl aller Flüge in Dortmund startet jedoch verspätet. Der Flughafen hat nun das System umgestellt, so die Sprecherin am Vormittag. Man hoffe, dass man so die Verspätung zeitnah wieder aufholen könne.
Ähnlich sieht es in Düsseldorf aus. Auch hier bestätigt der Flughafen, dass es aufgrund der weltweiten IT-Störungen Auswirkungen auf den Flugbetrieb gibt, berichtet die dpa. Welche Auswirkungen die Störung auf den Flugverkehr am größten Flughafen in Nordrhein-Westfalen hat, war zunächst unklar. Am Flughafen Köln komme es „zu großen Beeinträchtigungen beim Check-In-Prozess der Airlines“, erklärte der Airport am Freitagvormittag. Derzeit sei noch nicht absehbar, wie lange die Störung andauere.
Von der weltweiten IT-Störung betroffen sind auch komplette Airlines, wie beispielsweise. Die Fluggesellschaft Eurowings streicht aufgrund anhaltender technischer Störungen alle innerdeutschen Flüge sowie Flüge von und nach Großbritannien mit Abflugzeit bis 15.00 Uhr. Damit solle das betroffene IT-System entlastet werden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Bei der niederländischen KLM kam der Flugbetrieb vorübergehend fast vollständig zum Erliegen.
Weltweite IT-Störung trifft auch NRW – „Dauer der Störung ungewiss“
Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT ist ebenso betroffen. Das bestätigt das Unternehmen am Freitagmorgen. „Die Dauer der Störung ist derzeit noch ungewiss“, heißt es von der Südwestfalen-IT. Erst im vergangenen Jahr kämpfte SIT mit den Folgen eines Cyberangriffs. Infolgedessen war die Online-Erreichbarkeit etlicher Kreise, Städte und Kommunen in NRW eingeschränkt. Und auch bei der jetzigen IT-Störungen gibt es Auswirkungen auf einzelnen Kreise, Städte und Kommunen.
Das gilt unter anderem für den Märkischen Kreis. „Es fallen alle Termine in der Ausländerbehörde aus, da keine Aufenthaltsgenehmigungen, Duldungen, Gestattungen etc. bearbeitet werden können“, sagt Kreissprecher Alexander Bange auf Nachfrage von Come-on.de. „Wir können nicht einmal sehen, wer einen Termin hat.“
Bei den Sparkassen soll es am Freitag ebenfalls Störungen geben, berichten verschiedene Medien. Zudem hat es die Lebensmittel-Kette Tegut getroffen, berichtet die hna.
Weltweite IT-Störung trifft auch NRW – das könnte der Grund sein
„Nach aktuellem Erkenntnisstand aus den Äußerungen der betroffenen Unternehmen gibt es keine Hinweise auf einen Cyberangriff“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Medienberichten zufolge wurde als Auslöser ein Fehler in einem Programm-Update der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike vermutet. Unter anderem führte ein Energieunternehmen in Australien die Probleme darauf zurück. Crowdstrike sprach in einer Mitteilung an die Kunden von Problemen, wie die Technologie-Website „The Verge“ schrieb. Der Fehler bei Crowdstrike habe wiederum Software von Microsoft gestört, berichteten Medien wie der Finanzdienst Bloomberg. Der Software-Riese meldete zuvor Probleme mit seinem Cloud-Service 365.
Das ist Crowdstrike
Crowdstrike ist ein weltweit führender Anbieter einer hochentwickelten Plattform für den Schutz von Endgeräten.
Er führte in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag Updates durch, die bei Kunden weltweit zu Problemen führten.
Auch SIT nennt Crowdstrike als Auslöser. „Ein Update des Sicherheitsdienstleisters Crowdstrike führt derzeit weltweit zu Problemen: Windows kann auf den mit der Software gesicherten Geräten nicht mehr gestartet werden“, so das Unternehmen. Das Unternehmen nutzt Crowdstrike zur Sicherung seiner Endgeräte und Server. „Aus Sicherheitsgründen hat die SIT entschieden, dass die Geräte und Server nicht ohne die Sicherung durch Crowdstrike gestartet werden, da sie ansonsten ohne einen Endgeräteschutz online wären und so potenziellen Hackern eine Angriffsfläche bieten könnten.“
Wegen der weltweiten Computer-Probleme hat die australische Regierung eine Krisensitzung einberufen. „Die australische Regierung arbeitet bei diesen sich entwickelnden Ausfällen eng mit dem National Cyber Security Coordinator zusammen“, zitierte die Zeitung „Sydney Morning Herald“ einen Regierungssprecher. (jw mit dpa)
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