Heiß, heißer am heißesten

Sommer-Hitze: Arbeiten bei „bestimmt 45 Grad“

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Heißer Job in großer Höhe: Bei 30-Grad-Plus ist der Dachdecker-Beruf ganz schön schweißtreibend.
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Während die einen den Sommer genießen, arbeiten andere dort, wo es besonders heiß ist. Diese Berufsgruppen müssen besonders viel Hitze ertragen.

Welver – Für die einen ist es heiß, für die anderen noch heißer: Während ein Teil der Menschen im klimatisierten Büro sitzt oder sich den Homeoffice-Tag mit etwas Erfrischendem in Kugelform zwischendurch so angenehm wie möglich gestaltet, sind andere von Berufswegen her der prallen Sonne ausgesetzt.

Etwas mehr als 36 Kilogramm wiegen die Steine, die gerade auf dem Marktplatz im Zentralort verlegt werden. Bei den Temperaturen eine schweißtreibende Sache. Der Durst ist groß bei Sonnenschein, wie Bürgermeister Camillo Garzen bereits am Dienstag, 25. Juni, beim Blick aus dem Fenster des Rathauses beobachten konnte.

Sommer-Hitze: Bürgermeister spendiert Baufirma eine Kiste Wasser

Kurzerhand spendierte er den Männern der ausführenden Baufirma eine Kiste Wasser. „Bei der Sonneneinstrahlung ein mehr als harter Job“, bemerkte Camillo Garzen. Die Pflasterarbeiten am Markt gingen unterdessen gut voran.

Bürgermeister Garzen spendierte den Männern der Baufirma am Markt eine Kiste Wasser.

Dachdeckermeister Stefan Krebeck aus Welver ist hoch oben ebenfalls einer hohen Temperaturbelastung ausgesetzt. Wenn die Sonne mit aller Kraft vom Himmel strahlt ist es auf so einem Dach vor allem eines: Verdammt heiß. Die Lösung des Dachdeckermeisters für solche heißen Tage? „Nur bis 12 Uhr arbeiten oder gar nicht.“ Bei milden Temperaturen im Frühling oder Herbst sammle er dafür Überstunden, sodass das Stundenkonto dann nicht ins Minus rutscht. Ohnehin ließen sich Materialien wie Blech bei solch einer Hitze nicht verarbeiten.

Sommer-Hitze: Hecke auf der Südseite geschnitten

Mit ein paar Getränken und Pausen zwischendurch gestaltete sich Andreas Brinkmann, Garten- und Landschaftsbauer, den Arbeitstag am Dienstag so angenehm wie möglich. „Wir haben heute viel draußen gearbeitet und auf der Baustelle auf der Südseite eine Hecke geschnitten. Das war schon ziemlich unangenehm“, sagt er.

Schutzbrillen dienten ihm und seinem Kollegen als Sonnenschutz. „Und wir haben beide auch noch Haare auf dem Kopf“, ergänzt Brinkmann lachend. Am Mittwoch und Donnerstag soll die 30-Grad-Marke geknackt werden. Eventuell springt dann für seinen Mitarbeiter eine Kugel Eis oder ein „kühles Blondes“ heraus.

Sommer-Hitze: Zur Abkühlung geht's in den Keller

Wenn sich der Fleischspieß dreht und die Pizza im Ofen backt, kommt auch Hürriyet Özer ziemlich ins Schwitzen. „Es sind bestimmt gerade 45 Grad hier“, schildert der Inhaber vom Astare-Grill in Welver die Lage.

Wir haben heute viel draußen gearbeitet und auf der Baustelle auf der Südseite eine Hecke geschnitten. Das war schon ziemlich unangenehm.

Andreas Brinkmann Garten- und Landschaftsbauer

Viel trinken lautet dann seine Devise und wenn gerade keine Kunden im Laden sind, geht es in den Keller: Denn dort ist es schön kühl. Grundsätzlich freue er sich aber darüber, dass nun endlich mal die Sonne vom Himmel lacht.

Sommer-Hitze: Landwirt kann sich endlich ums Heu kümmern

So sieht es auch Carsten Risse, Landwirt aus Klotingen. „Darüber freut sich, glaube ich, jeder.“ Wegen des Regens konnten er und seine Kollegen mit schwerem Gerät kaum auf die Felder. „Jetzt können wir endlich mal das Heu machen“, freut er sich. Im klimatisierten Trecker sei die Hitze darüber hinaus gut zu ertragen. „Es ist auszuhalten.“

Heiß ist es auch bei den Bäckern, die Gebackenes in die Öfen schieben. Bei der Belegschaft und bei den Preisen stehen die heimischen Betriebe unter Spannung. In einigen Filialen wurden Öffnungszeiten angepasst.

Tipps zum Arbeiten bei der Sommerhitze

Nachmittagshitze meiden, schwere Arbeiten morgens erledigen. Wer draußen arbeitet, sollte regelmäßige Pausen im Schatten einlegen, Flüssigkeitsverlust ausgleichen und leichte Mahlzeiten zu sich nehmen. Ein freier Oberkörper ist Sonnenschäden ungehindert ausgeliefert. Der ideale Sonnenschutz für Arbeiten im Freien ist daher wasserfest und hat einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Bei der Sonnenbrille sind CE-Kennzeichnung und Filterkategorie wichtig.

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