Prognose

Erst rekordverdächtig warm, dann Blutregen und Saharastaub in NRW

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In NRW ist es am Samstag außergewöhnlich warm. Laut DWD könnte es einen Temperaturrekord geben. Auch Saharastaub und Blutregen werden am Wochenende erwartet.

Hamm - In Nordrhein-Westfalen steht schon am ersten April-Wochenende der erste Sommertag 2024 an. Es werden bestes Grillwetter und Temperaturen weit über 20 Grad erwartet. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) könnte es vielerorts Temperaturrekorde geben. Außerdem macht sich wieder Saharastaub auf den Weg nach NRW. Blutregen droht.

„Wahnsinnig für einen 6. April“: Erster Sommertag 2024 in NRW

Dass das Wetter am Samstag in NRW ungewöhnlich warm werden soll, zeichnete sich bereits zu Beginn der ersten Aprilwoche an. Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net nennt die zu erwartenden Temperaturen „wahnsinnig für einen 6. April“. Es sei „richtig absurd, was da berechnet wird“.

Und tatsächlich: Laut DWD werden am Samstag, 6. April, in NRW zwischen 25 und 28 Grad erwartet. Auf dem Kahlen Asten klettern die Temperaturen auf 20 Grad. „Ungewöhnlich warm“ lautet das Fazit der Meteorologen. Dazu soll es „heiter bis sonnig“ und trocken werden.

„Es kommen Luftmassen bei uns an wie im Hochsommer“, sagt Dominik Jung. In 1500 Metern Höhe würden am Wochenende Temperaturen um die 17 bis 20 Grad herrschen. „Das hat zur Folge, dass am Samstag unten am Erdboden 25 bis 28 Grad erreicht werden, regional sind vielleicht sogar 29 oder 30 Grad möglich.“

Wetter-Hammer am Samstag in NRW: „Kann einen Rekord geben“

 „So, wie es jetzt aussieht, kann es durchaus einen Rekord geben“, sagt Ortrun Roll vom Regionalen Klimabüro Essen im Gespräch mit wa.de. Zwar habe es in der Vergangenheit durchaus schon Apriltage mit Temperaturen bis zu 30 Grad in Deutschland gegeben. Allerdings seien die bisherigen Höchstwerte eher gegen Ende des Monats registriert worden.

Die Höchstwerte am Samstag. (Stand 5. April)

So wurde etwa am 20. April 2018 an 409 Wetterstationen des DWD ein Sommertag mit Temperaturen von 25 Grad und mehr gemessen. Auch in NRW wurden während dieser Wärmeperiode neue Rekorde aufgestellt. Unangefochtener April-Rekord in Deutschland ist laut DWD der 28. April 2012 – an diesem Tag wurden im badischen Ohlsbach 30,5 Grad registriert.

Laut Roll liegt das Mittel der Maximaltemperaturen am 6. April über die Jahre 1991 bis 2020 in NRW bei 12,7 Grad. Es käme in der ersten April-Dekade „eher selten vor, dass die Werte über 20 Grad liegen“. In Essen liege das Maximum für einen 6. April bei 23,2 Grad. Dieser Wert sei im Jahr 2020 gemessen worden. Bei der aktuellen Prognose könnten also 2024 in vielen Städten neue Rekorde aufgestellt werden.

 Vor allem im Rheinland, zwischen Düsseldorf und Köln, werden bis zu 29 Grad höchstwahrscheinlich erreicht, berichtet 24RHEIN.

Saharastaub und Blutregen in NRW – Sonne hat es etwas schwerer

Dass der angekündigte Saharastaub den Sommertag am Samstag in NRW eintrüben wird, ist laut Dominik Jung mittlerweile wohl nicht mehr der Fall. Denn: „Der Saharastaub kommt erst sehr spät im Westen an.“ Die Staubpartikel würden zunächst über Frankreich liegen und erst gegen Abend nach NRW ziehen. So sei der Saharastaub erst am Sonntag „voll da“ und die Sonne habe es dann etwas schwerer.

Der Saharastaub macht sich auf den Weg nach Deutschland, erreicht ihn am Samstag im Westen allerdings erst gegen Abend.

Zudem muss durch den angekündigten Saharastaub in NRW mit sogenanntem Blutregen gerechnet werden. Laut DWD sind sowohl am Sonntag als auch am Montag einzelne Schauer möglich. Dann wird das Saharastaub quasi aus der Atmosphäre ausgewaschen und der Regen verfärbt sich durch die Partikel rötlich. Das ist nicht gefährlich, allerdings für Autofahrer unangenehm. Wer den Saharastaub auf dem Auto abwaschen möchte, sollte vorsichtig sein.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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