VonJens Hippeschließen
Im Forstausschuss trägt Lena Arens, Forstamtsleiterin der Stadt Warstein, den Jahresbericht für 2023 vor und berichtet von einem deutlich zurückgegangenen Holzeinschlag.
Es war eine Forstausschusssitzung in einem „etwas ungewöhnlichen Rahmen“, zu der Vorsitzende Andrea Schulte Ausschussmitglieder, Forstmitarbeiter mit drei Hunden und Mitglieder des Hegerings Warstein am Donnerstagsabend begrüßte. Unter freiem Himmel und zum Schluss bei einsetzendem Nieselregen wurde am Lehr- und Begegnungsort Unsohle getagt.
Am vom Hegering Warstein neu errichteten Kleinod trug Forstamtsleiterin Lena Arens ihren Bericht für das Forstjahr 2023 vor, in dem die Höhe des Holzeinschlags bei insgesamt 13 134 Festmetern gelegen hat. 2018, zu einer Zeit vor dem Borkenkäferbefall, „als die Welt noch einigermaßen in Ordnung war“, so Arens, hatte diese Zahl noch bei 40 329 Festmetern gelegen. Den Großteil des Rückgangs ist bei Douglasie und Fichte zu verzeichnen – von 32 888 auf 13 134 Festmeter. „Relativ viel Zwangsabgang“ habe es bei Lärche und Kiefer gegeben, wo es einen Anstieg von 246 auf 1 824 Festmetern gegeben hat.
Durch den verringerten Holzeinschlag sinkt natürlich die Verkaufsmenge, die bei 33 727 Festmetern lag – 20 000 dieser Festmeter waren in 2022 geschlagen worden. „Das wird vermutlich in den nächsten Jahren weiter schrumpfen“, schätzt Lena Arens. Die Verkaufsmenge hatte 2021, zu Zeiten des Borkenkäferbefalls, zwangsweise bei über 200 000 Festmetern gelegen.
Mittlerweile fast abgearbeitet sei der Lagerbestand, der zum Ende des Forstjahres bei 24 677 Festmetern gelegen hatte. „Ich denke, in 2025 haben wir das Lager leer“, erklärte die Forstamtsleiterin. Das müsse aber auch so sein, denn bei einer längeren Lagerung würde die Qualität zu schlecht, um es noch zu veräußern.
Eingenommen durch den Holzverkauf hat die Stadt Warstein 2023 insgesamt 1,9 Millionen Euro, dazu kommen 216 597 Euro aus dem Verkauf von Brennholz. Einen großen Posten auf der Einnahmeseite – insgesamt stehen dort 2,95 Millionen - machen die Förderungen und Zuwendungen aus, die sich auf 934 944 Euro belaufen, darunter alleine 868 748 Euro aus der Waldschadenshilfe. Auf der Ausgabenseite stehen insgesamt 1,18 Millionen Euro, von denen gut die Hälfte Personalkosten ausmachen. Das Betriebsergebnis für 2023 beträgt damit 1,77 Millionen Euro.
Es besteht immer noch großes Interesse an Sponsoring für Wiederaufforstung. Das macht richtig Spaß.
In ihrem Bericht beantwortete Lena Arens auch die Frage, ob sich das Nasslager in Günne, dass die Stadt Warstein von 2019 bis 2023 mit anderen Kommunen betrieben hatte, bewährt hat oder nicht. Hat es, denn durch die Einlagerung des Fichtenholzes konnte beim Verkauf – nach Abzug aller Kosten – ein Preis von 64,20 Euro pro Festmeter erzielt werden. Ohne die Einlagerung hätte man das Holz im Jahr 2019 für 27,62 Euro pro Festmeter verkaufen müssen. Das dadurch erwirtschaftete Plus für die Stadt: 179 146,89 Euro.
Beeindruckende Zahlen gab es zur Wiederaufforstung. Im Jahr 2023 wurden „100 000 Pflanzen“ in den Boden gesetzt. Seit Beginn der Aufforstungsaktion im Jahr 2019 sind es 850 000 Pflanzen, verteilt auf 25 verschiedene Baumarten – 17 Laubholz- und acht Nadelbaumarten. „Es besteht immer noch großes Interesse am Sponsoring für Wiederaufforstung. Das macht richtig Spaß“, so Lena Arens.
