VonJohanna Werningschließen
Die August-Prognose könnte laut alten Bauernregeln entscheidend für das Winterwetter sein. Aber wie verlässlich ist das Ganze?
Hamm - Der Sommer 2024 hat sich bisher nicht wirklich von seiner sommerlichen Seite gezeigt. Die EM-Spiele und Fan-Zonen versanken immer wieder in starken Gewittern. Vor allem Dortmund kämpfte mit wilden Regen-Wasserfällen im Stadion und heftigen Blitzen im Westfalenpark. Und wenn es doch einmal warm und sonnig geworden ist, hielt das Wetter nur wenige Tage. Aber nun könnte die August-Prognose ausschlaggebend sein – für das Wetter im Winter.
„Fängt der August mit Hitze an...“ – Bauernregel macht Hoffnung auf Schnee im Winter 2024
Denn gleich mehrere alte Bauernregeln besagen, dass man anhand des August-Wetters eine Prognose für den Winter erstellen kann. Unter anderem heißt es im Bauernkalender:
- „Fängt der August mit Hitze an, bleibt auch lang die Schlittenbahn.“
- „Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß, stellen sich Gewitter ein, wird's bis Ende auch so sein.“
- „Ist‘s in der ersten Augustwoche heiß, so bleibt der Winter lange weiß.“
- „Macht der August uns heiß, bringt der Winter viel Eis.“
- „Wenn's im August nicht regnet, ist der Winter mit Schnee gesegnet.“
Laut den alten Bauernregeln wird es also bei einem sommerlichen August im darauffolgenden Winter umso kälter. Die gute Nachricht für alle Winter-Fans: Laut einer anderen Bauernregel sollen ab Ende Juli die Temperaturen deutlich steigen. Das könnte also für schneereiche Wintermonate sorgen. Und auch eine erste Prognose von Wetter.com verspricht in NRW Anfang August Sonnenschein und Temperaturen über 25 Grad.
Wie wahrscheinlich ist die August-Bauernregel tatsächlich?
Aber was ist dran an den August-Bauernregeln? „Liegt die mittlere Höchsttemperatur in der ersten Augustwoche bei 25 Grad oder darüber, ist die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke im kommenden Winter überdurchschnittlich hoch. Das zeigen auch neuere statistische Untersuchungen“, heißt es bei wetter.de.
Und im vergangenen Jahr? „Der August 2023 brachte in Deutschland eine tropisch-feuchte Witterung, die durch frühherbstliche Temperaturrückgänge und reichlich Niederschläge ergänzt wurde. Unter dem Strich war der August zu warm, viel nasser als normal und sonnenscheinarm“, teilt der DWD (Deutsche Wetterdienst) mit. Doch „streng und weiß“ war der Winter 2023/2024 größtenteils dennoch nicht. „Von wenigen Stippvisiten abgesehen zeigte der Winter 2023/2024 nur selten seine kalte Seite. Stattdessen bereitete sich die Natur auf den Frühling vor“, so der DWD weiter. Somit hatte offenbar zumindest der zweite Teil der zweiten Bauernregel recht.
Ob es dennoch tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Augustwetter und der Schneewahrscheinlichkeit im Winter gibt, ist fraglich.
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