VonJona Wiechowskischließen
2022 ist die Zahl der NRW-Haushalte mit Wohngeldbezug im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Märkischen Kreis gab es 3380 sogenannte „reine Wohngeldhaushalte“.
Plettenberg – Fast alles ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Für immer mehr Menschen reicht das Einkommen nicht mehr aus, um die Miete zu zahlen. Ende 2022 ist die Zahl der NRW-Haushalte mit Wohngeldbezug im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent gestiegen und lag bei 170.975 Haushalten. Im Märkischen Kreis gab es zum Ende des vergangenen Jahres 3380 sogenannte „reine Wohngeldhaushalte“.
Immer mehr Haushalte beantragen Wohngeld: Zahlen für Märkischen Kreis vorgelegt
Das sind Haushalte, in denen alle Mitglieder wohngeldberechtigt sind. Von diesen erhielten 3160 Haushalte einen Mietzuschuss und 220 Haushalte einen Lastenzuschuss. Ein Mietzuschuss ist ein finanzieller Zuschuss zur Miete und wird in der Regel an Mieter gewährt. Ein Lastenzuschuss wird Hausbesitzern zur Deckung der Belastung bei selbstgenutztem Wohneigentum geleistet.
Die Zahlen sowohl für den Märkischen Kreis als auch für das Land dürften mittlerweile erheblich höher sein, zumal durch das im Januar 2023 in Kraft getretene Wohngeld-Plus-Gesetz mehr Menschen als zuvor Anspruch haben. Beispielsweise Altena hatte zuletzt von einem starken Anstieg berichtet.
Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch für Haushalte im Märkischen Kreis lag bei 187 Euro. Im Detail erhielten Haushalte mit Mietzuschuss durchschnittlich 181 Euro, während Haushalte mit Lastenzuschuss durchschnittlich 262 Euro erhielten. Landesweit lag der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch bei 206 Euro, was um drei Euro niedriger ist als im Vorjahr.
Immer mehr Haushalte beantragen Wohngeld: Blick auf ganz NRW
Zum Jahresende 2022 erhielten in NRW 154.745 reine Wohngeldhaushalte das Wohngeld in Form eines Mietzuschusses und 9450 Haushalte einen Lastenzuschuss. „Damit bezogen Ende letzten Jahres 2,0 Prozent aller privaten Hauptwohnsitzhaushalte im Land Wohngeld“, stellen die Statistiker fest. „Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch bei 1,8 Prozent gelegen.“
Im Landeskontext handelte es sich bei 164.190 Haushalten (96,0 Prozent) um reine Wohngeldhaushalte. Das bedeutet, in diesen Haushalten sind alle Mitglieder wohngeldberechtigt. Neben den reinen Wohngeldhaushalten gibt es auch sogenannte Mischhaushalte. Das sind Haushalte, in denen Wohngeldberechtigte mit Personen zusammenleben, die nicht wohngeldberechtigt sind. In NRW gab es Ende 2022 insgesamt 6780 dieser Mischhaushalte.
Immer mehr Haushalte beantragen Wohngeld: Weitere Informationen
„Wohngeld können einkommensschwächere Haushalte zur Finanzierung eines angemessenen Wohnraums beantragen, wenn sie über ein eigenes Einkommen verfügen und durch das Wohngeld der Bezug von Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II oder SGB XII (Grundsicherung/Bürgergeld/Sozialhilfe) vermieden werden kann“, teilt IT.NRW mit. Nach Wohngelderhöhungen – Wohngeldreformen gab es 2016 und 2020 – ist die Zahl der Anspruchsberechtigten gestiegen. „Mit der Anfang 2020 in Kraft getretenen Wohngeldreform wurden regelmäßige Erhöhungen entsprechend der Mieten- und Einkommensentwicklung beschlossen.“
Zum 1. Januar 2022 wurde das Wohngeld erstmals automatisch angepasst. Zudem stieg der Anreiz einer Inanspruchnahme durch die 2022 wegen der stark gestiegenen Energiekosten beschlossenen Heizkostenzuschüsse für Wohngeldbeziehende. Wichtig: Das Wohngeld-Plus-Gesetz, das zum Ziel hat, mehr Haushalte durch ein höheres Wohngeld stärker zu entlasten, trat erst am 1. Januar 2023 – und damit nach dem Stichtag 31.12.2022 – in Kraft. Die Zahlen dürften also nun erheblich höher sein.
Ebenfalls lesenswert: Auch wenn sich die städtischen Finanzen dank hoher Gewerbesteuereinnahmen aktuell positiv präsentieren, warnte Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte im Rat vor der bereits abflauenden Konjunktur und Mehrausgaben, die 2024 auf die Stadt zukommen.
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