Wildtier gerissen

Zwei Wölfe im Kreis Soest nachgewiesen – DNA-Spuren an Tierkadaver

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In NRW wurden drei neue Wölfe nachgewiesen – zwei von ihnen im Kreis Soest, einer im Kreis Siegen-Wittgenstein. (Symbolbild)
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In NRW wurden neue Wölfe nachgewiesen – zwei von ihnen im Kreis Soest. In einem Fall wurde genetisches Material einer Wölfin an einem Wildtierkadaver festgestellt.

Kreis Soest - Der Wolf kehrt in alte Lebensräume zurück – auch nach Nordrhein-Westfalen. In einigen Regionen haben sich einzelne Wölfe bereits dauerhaft niedergelassen. Andere Tiere streifen durch Deutschland, um ein neues Gebiet für sich zu besetzen und ein Rudel zu gründen. Im Mai 2023 wurden drei neue Wölfe in NRW nachgewiesen – zwei von ihnen im Kreis Soest, einer im Kreis Siegen-Wittgenstein.

In Lippetal, unmittelbar an der Grenze zu Hamm in der Nähe der A2-Abfahrt Uentrop, wurde ein Wolf mittels eines sogenannten Losungsfunds nachgewiesen. Am 7. Mai wurden dort Kot- und Urin-Spuren gefunden, die im Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen untersucht wurden.

Lippetal und Warstein: Zwei Wölfe im Kreis Soest nachgewiesen

Nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) handelt es sich um ein männliches Tier mit der Kennung GW3501m. „Er ist ein Nachkomme aus dem niederländischen Rudel „Noord-Veluwe“ in Gelderland“, so das LANUV.

Eine Woche später, am 14. Mai, wurde in Warstein in der Nähe des Ortsteils Allagen ein Wildtierkadaver gefunden. Laut LANUV handelte es sich um ein gerissenes Sikawild, an dem im Forschungsinstitut das genetische Material einer Wölfin nachgewiesen werden konnte.

Das Tier mit der Kennung GW3199f konnte erstmalig am 19. Oktober 2022 in seinem grenzübergreifenden Herkunftsterritorium „Gohrischheide“ in Sachsen/Brandenburg nachgewiesen werden. Zudem gibt es nach Angaben des Landesamtes auch Nachweise aus Thüringen und Hessen. Die Wölfin scheint also in den vergangenen neun Monaten eine ordentliche Strecke hinter sich gelegt zu haben.

Drei neue Wölfe in NRW nachgewiesen – Aufenthaltsort heute unbekannt

Ebenfalls aus dem Osten stammt der Wolf, deren DNA an einem Rotwild-Kadaver in Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein nachgewiesen wurde. Der Wildtierriss wurde am 5. Mai festgestellt. Der Wolfsrüde hat die Kennung GW2571m und wurde laut LANUV vermutlich auch am Vortag von einer Wildkamera in dem Gebiet direkt an der Grenze zu Hessen aufgenommen.

Der Wolf stammt aus dem Rudel „Hoher Fläming“ in Sachsen-Anhalt und wurde erstmals im Februar 2022 in Niedersachsen genetisch erfasst. „GW2571m wird seit dem Monitoringjahr 2022/23 als territorialer Rüde im Raum Spangenberg (Hessen) geführt“, erklärt das Landesamt.

Laut LANUV ist nicht bekannt, wo sich die Wölfe mittlerweile befinden.

Bislang gab es nur zwei weiteren Wolfsnachweise im Kreis Soest. Im Jahr 2019 tappte ein Wolf in Rüthen in eine Fotofalle. Drei Jahre später erwischte eine Wildtierkamera am Uentroper Wald im äußersten Westen von Lippetal einen Wolf.

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