VonChristian Clewingschließen
Aktuell ist die Waldwirtschaft nur noch an den Wochenenden geöffnet. Der Grund: Es gibt zu wenige Servicekräfte. Jetzt sollen „Gastgeberteams“ helfen.
Warstein - Beim „Leuchtenden Bilsteintal“ am 26. Oktober wird auch die Waldwirtschaft im Wildpark wieder erstrahlen. Aber so bunt und strahlend das Scheinwerferlicht auch ist, aktuell gibt es lange Schatten beim Vorstand des Trägervereins beim Blick auf die Gastronomie: „Aktuell ist die Waldwirtschaft „nur“ noch an den Wochenenden, von Freitag bis Sonntag, für die Allgemeinheit geöffnet“, teilte 1. Vorsitzender Bernd Belecke am Wochenende in einem Rundbrief an alle Mitglieder mit: „Größere Veranstaltungen können aber auch weiterhin mittwochs oder donnerstags stattfinden.“
Hintergrund ist der Mangel an Servicekräften. Eine angedachte Lösung: Mit sogenannten „Gastgeberteams“ aus den Reihen der Mitglieder möchte man zumindest mittwochs und donnerstags die Laufkundschaft bedienen können. Dafür werden nun Mitstreiter gesucht.
„Zum einen ist diese Einschränkung durch die Personalsituation verursacht“, erklärt Bernd Belecke den Bilsteintalern: „Seit Monaten werben wir um Servicekräfte, bislang ohne Erfolg. Dank des Einsatzes von Studentinnen und anderen geringfügig Beschäftigten konnte die Wawi den Sommer über täglich öffnen. Sechs des Serviceteams stehen jetzt, mit Semesterbeginn, nicht mehr zur Verfügung. Mit den verbleibenden Kräften plus eigenem Einsatz bekommt Iris Belecke-Severin als ehrenamtliche Serviceleitung kaum noch die Wochenenden plus die Veranstaltungen abgedeckt.“ Doch nicht nur im Service werden weitere Kräfte benötigt, sondern auch in der Küche: „Seit Monaten werben wir auch um eine Köchin/einen Koch als Ergänzung des Küchenteams. Unser Küchenchef Hans-Jürgen Stappert freut sich, das Rentenalter erreicht zu haben, wird aber trotzdem weiter für uns tätig sein, ab sofort allerdings mit deutlich verringerter Stundenzahl. Er wird zukünftig vor allem für die Veranstaltungen kochen und die Organisation der Waldwirtschaft sicherstellen.“
Kraftakt für alle Beteiligten
Das Defizit beim Personal hat Folgen, wie der Vorsitzende beschreibt: Es sei schon „ein Kraftakt für alle Beteiligten, die Wochenendöffnungszeiten plus die vielen Veranstaltungen zu bewältigen“. Man könne sich glücklich schätzen, weiter öffnen zu können. Hinzu komme, „dass die Öffnungszeiten in der Woche das wirtschaftliche Ergebnis stark belasten“. Bernd Belecke: „Die Umsätze fallen außerhalb der Ferien an diesen Tagen so gering aus, dass wir da in der Regel viel höhere Kosten als Erträge haben und viel Geld drauflegen.“
Kleinere Wandergruppen und Stammtische, die sich gerne innerhalb der Woche in der Gaststube getroffen hätten, wären natürlich sehr froh, dies zukünftig auch weiterhin tun zu können, so der Vorsitzende: „Auch die Besucherinnen und Besucher des Wildparks, der Höhle und des Bogenparcours, auch wenn das in der Woche wenige sind, kehren gerne einmal kurz ein, ohne gleich das volle Küchenangebot zu erwarten“, so Bernd Belecke. Die Idee zur Lösung dieses Problems: „Beides könnten wir auch zukünftig ermöglichen, wenn wir diese Öffnungszeiten als Vereinsmitglieder selbst in die Hand nehmen würden. Vieles andere ist im Bilsteintal ja auch nur möglich, weil es in ehrenamtlichem Engagement übernommen wird. Warum nicht auch hier?“
Der Lösungsansatz des Vereinsvorsitzenden: „Konkret hieße das: Aus dem Kreis unserer über 300 Mitglieder plus möglicherweise deren Freunde und Bekannten finden sich je zwei/drei Gastgeberteams für die Mittwochs- und Donnerstagsöffnungszeit der Gaststube der Wawi (keine Sorge, Veranstaltungen und andere Gruppen werden durch das Serviceteam versorgt, es geht nur um die Bewirtung der „Laufkundschaft“ in der Wawi). Diese Teams regeln ihren Einsatz untereinander selbst, so dass jedes Team alle paar Wochen mal dran ist, andererseits gesichert ist, dass die Öffnung regelmäßig erfolgt.“ Die Teams würden geschult im Umgang mit der Theke, der Kasse und „was es sonst noch so braucht“. Das Angebot in diesen Zeiten bestünde aus Kalt- und Warmgetränken und Kuchen – „also für jede und jeden servierbar“. Die Öffnungszeiten könnten von 14 bis 17 Uhr sein – „also eine überschaubare Aufgabe“.
Wenn sich da die richtigen Teams finden, wird das eher eine Lust statt eine Last sein, da bin ich mir sicher. Denn das trägt ja auch in den anderen Bereichen im Tal das ehrenamtliche Engagement: Es macht auch nach vielen Jahren immer wieder Spaß, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.
Der Vorsitzende rührt auch gleich die Werbetrommel für die Beteiligung an der Idee-Umsetzung: „Wenn sich da die richtigen Teams finden, wird das eher eine Lust statt eine Last sein, da bin ich mir sicher. Denn das trägt ja auch in den anderen Bereichen im Tal das ehrenamtliche Engagement: Es macht auch nach vielen Jahren immer wieder Spaß, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.“ Wer mitmachen möchte, kann sich an Iris Belecke-Severin (WaWiService@bilsteintal.de), an Hans-Jürgen Stappert (Stappert@bilsteintal.de) oder an den Vorsitzenden Bernd Belecke (b.belecke@bilsteintal.de) wenden, die auch alle gerne weitere Infos geben.
„Losgehen könnte es dann spätestens nach den Herbstferien“, so die Idee des Vorsitzenden: „Wir freuen uns auf viele Rückmeldungen, breites Interesse und große Bereitschaft, da mitanzupacken!“ Das Leuchtende Bilsteintal am 26. Oktober, dem letzten Samstag in den Herbstferien, wird diesmal erstmals mit einem Mittelaltermarkt am Samstag und Sonntag kombiniert.
Einen Haken gibt es aber doch: Da die Waldwirtschaft Teil der Unternehmensgesellschaft und damit ein Betrieb ist, sind natürlich die geltenden Gesetze und Bestimmungen einzuhalten: „Nach dem, was wir bislang in Erfahrung gebracht haben, würde vom Zoll so ein ehrenamtliches Engagement als Gastgeberteam in der Waldwirtschaft wie Schwarzarbeit verfolgt und zur Anzeige gebracht. Da spielt es keine Rolle, dass das ja unser aller Betrieb ist“, so Bernd Belecke: „Dem können wir wohl nur gerecht werden, wenn wir jedes Teammitglied als geringfügig beschäftigte Kraft anstellen und mit dem Mindestlohn entlohnen. Anschließend wäre es dann an jeder/jedem Einzelnen, die Lohnsumme wieder zu spenden.“ Für die Bilsteintal-UG fielen dann trotzdem noch Kosten für die Sozialabgaben und die Buchhaltung an. Belecke: „Eine günstigere Lösung haben wir aber bislang leider noch nicht gefunden.“
