VonMichelle Breyschließen
Der Winter ist in Deutschland angekommen und soll vorerst bleiben. Schneebedeckte Straßen werden für Autofahrerinnen und -fahrer zur Gefahr.
Update vom 30. November, 7.25 Uhr: Auch am heutigen Donnerstag ist in so gut wie ganz Deutschland mit Schnee und Frost zu rechnen. Der Wettervorhersage von wetter.com zufolge gibt es heute Schnee sowohl im Norden an der Küste als auch im Süden. Im Süden werde der Schnee gegen Nachmittag jedoch zu gefrierendem Regen. Glatte Straßen sind die Folge. Ein anhaltendes Problem, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat vergangene Nacht zum zweiten Mal in Folge eine amtliche Glättewarnung ausgegeben, die einen Großteil der Bundesrepublik betrifft und noch bis 11 Uhr in Kraft ist.
Drei Bundesländer sollten in Anbetracht dessen besonders vorsichtig fahren, denn dort könnten viele Straßen ungeräumt und -gestreut bleiben: Denn in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein rief die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter der Straßenmeistereien zum Streik auf. Laut der Gewerkschaft werde es in den betroffenen Gebieten „nur einen eingeschränkten Winterdienst“ geben. In einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) ist von einem 24-stündigen Warnstreik (ab 6 Uhr) die Rede.
Weiterhin viel Schnee und Frost in Deutschland – Straßenlage hat sich normalisiert
Update vom 29. November, 9.54 Uhr: Pünktlich zum Beginn der Weihnachtszeit zeigt sich das Wetter in Deutschland winterlich: Schnee fiel zum Wochenbeginn von der Elbe bis zum Alpenrand. Und verweilte bis zur Wochenmitte vielerorts. Ändern wird sich das laut Wetter-Prognose so schnell auch nicht.
„Es bleibt flächendeckend winterlich und es liegt relativ verbreitet Schnee“, sagte ein Meteorologe vom DWD der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte am Mittwochmorgen. Regional könne demnach auch Schnee dazukommen. Doch: „Die großen Mengen“ kämen dann erst zum Wochenende, so der Wetterexperte. Dann werde es auch noch einmal kälter. Durch Dauerfrost in vielen Regionen sei dann auch Glätte weiterhin möglich.
Die Lage auf den Straßen hat sich dagegen größtenteils entspannt. „Es hat sich normalisiert, überall wurde und wird gestreut“, vermeldet etwa das Polizeipräsidium Westhessen. Fast alle gesperrten Straßen konnten demnach wieder freigegeben werden. „Aber es soll weiter glatt werden, daher mal gucken, was noch kommt“, so die Polizeisprecherin zur dpa.
Wetter-Wende in Deutschland: Schneechaos auf vielen Straßen in der Nacht
Update vom 29. November, 7.32 Uhr: Nach wie vor ist es in Deutschland vielerorts winterlich. Laut WetterOnline ist auch am Mittwoch mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Meteorologe Niklas Weise zufolge beschert das nächste Tief allen voran dem Norden reichlich Schnee. „Bezogen auf die letzten Jahre, befinden wir uns aktuell in einer ungewöhnlich kalten Winterphase. Denn verbreitet gab es so viel Schnee im November zuletzt vor 13 Jahren“, so der Wetter-Experte.
Vor allem zum Berufsverkehr am Morgen ist von größeren Behinderungen auszugehen. Wichtige Verkehrsachsen wie die Autobahnen A1 und A7 durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein seien am Mittwochmorgen gefährdet. Auf der A24 in Mecklenburg-Vorpommern und im Osten Hamburgs sowie auf der A2 von Ostwestfalen bis Sachsen-Anhalt droht Schneeglätte. Das gilt auch für alle anderen Straßen im Norden. In der zweiten Wochenhälfte sei dann wieder der Süden dran.
Schnee-Chaos sorgt für Unfälle und gestrichene Flüge
Update vom 28. November, 11.40 Uhr: Wegen des heftigen Wintereinbruchs im Rhein-Main-Gebiet sind zahlreiche Flüge am Frankfurter Flughafen gestrichen worden. Am Montag wurden 161 Starts und Landungen von insgesamt 1031 geplanten Flugverbindungen abgesagt, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Dienstag auf Anfrage mitteilte.
Update vom 28. November: In zahlreichen Regionen in Deutschland ist der Winter eingekehrt, in einzelnen Regionen spitzt sich die Lage bereits jetzt zu. Mindestens zwei Menschen starben bislang bei Unfällen, zahlreiche Menschen wurden durch den überraschend starken Winter-Einbruch bereits überrascht. So saßen im Rheingau-Taunus-Kreis zahlreiche Menschen in ihren Autos fest. Grund genug für den Landrat, einen dringenden Appell an die Einwohner zu richten.
Von einem Ende des Winter-Einbruchs ist aktuell noch nichts zu sehen, in vielen Teilen Deutschlands setzen sich der Schneefall und Schneeregen auch am Dienstag fort. Eine Meteorologin vom DWD stellte am Dienstagmorgen fest: „Der Winter ist da“ – in weiten Teilen des Landes sorge das aktuelle Tief vom Westen in den Osten bis in den Süden für Schneefall. „Die kommenden Tage sind kalt und am Tag sind maximal leichte Plusgrade zu erwarten. Die Nächte sind frostig und immer wieder sind Schneefälle, Schneeregen und überfrierende Nässe zu erwarten“, sagte die Meteorologin. „Schnee und die Glätte bleiben.“
Winter in Deutschland: Zwei Menschen sterben bei Unfällen
Im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg kam ein 71 Jahre alter Mann am Montag bei einem Frontalzusammenstoß auf schneeglatter Straße ums Leben. Eine 54-jährige Autofahrerin starb bei Denzerheide in Rheinland-Pfalz bei einem Glatteisunfall. In vielen Teilen Hessens ereigneten sich Unfälle mit Leichtverletzten und vielen Sachschäden. Bäume stürzten aufgrund der Schneelast um.
Im Rheingau-Taunus-Kreis spitzte sich die Lage besonders zu: Zahlreiche Autofahrer saßen hier nach Angaben der Feuerwehr in ihren Fahrzeugen fest. Etwa 100 Menschen mussten nahe Eltville wegen umstürzender Bäume aus ihren Autos gerettet werden. Sie wurden zunächst in einer Halle untergebracht. Am Abend kamen 20 bis 25 Menschen in Hotels unter.
Landrat richtet dringenden Appell an Einwohner: „Bleiben Sie unbedingt zu Hause!“
Der Landrat im Rheingau-Taunus-Kreis, Sandro Zehner (CDU), rief laut einer Mitteilung zum Zuhausebleiben auf: „Mein dringender Appell: Bleiben Sie am Dienstag unbedingt zu Hause. Bitte unternehmen Sie auch keine Spaziergänge im Wald: Es besteht akute Lebensgefahr durch Astbruch und umstürzende Bäume.“ Laut DWD ließen in Hessen die Niederschlagsmengen in der Nacht nach. „Aber richtige Probleme machen die Bäume, die unter der Last des Schnee drohen umzufallen“, sagte eine DWD-Meteorologin.
In Wiesbaden mussten 55 Personen, darunter 27 Kinder, in einer Schule übernachten. Die Feuerwehr richtete eine Unterkunft im Schulgebäude ein, da aufgrund der Witterungsverhältnisse keine Schulbusse mehr fuhren, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. In einer Gesamtschule in Bad Schwalbach saßen zeitweise 30 Schüler und Lehrer fest. Sie wurden versorgt, konnten aber am späten Montagabend von der Feuerwehr nach Hause gebracht werden.
Ursprungsmeldung vom 27. November: München – Schnee, Eis, Glätte: Das Wetter hinterließ am Wochenende vielerorts eine weiße Landschaft. So schön das auch aussah, die glatten Straßen sorgten bundesweit für einige Unfälle. Der Schneefall lässt vorerst auch nicht nach. In den kommenden Tagen soll es winterlich bleiben. Der DWD warnt zum Beispiel für Hessen vor „teils heftigem Schneefall“.
Wetter in Deutschland: Schnee verursacht Chaos - Unfälle mit Schwerverletzten
Vorsicht war am Wochenende auf den Straßen geboten. Glätte und fallender Schnee verursachten einige Unfälle. Schwer verletzt wurden fünf junge Fahrzeuginsassen bei einem Verkehrsunfall auf schneebedeckter Fahrbahn bei Schotten in Mittelhessen. Sie kamen von der Fahrbahn ab und prallten gegen einen Baum. Auch im sächsischen Plauen wurde ein 72-Jähriger schwer verletzt. Er kam aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse von der Fahrbahn ab und überschlug sich mit seinem Auto.
Winter-Chaos in Deutschland noch nicht vorbei – Neuschnee in Sicht
Eine Schneepause ist indes erstmal nicht in Sicht. In diesem Punkt sind sich die Wettermodelle einig: Auch am Dienstag (28. November) soll in Deutschland Neuschnee fallen. Nur hinsichtlich der Menge herrscht kein Konsens, wie Wetter-Experte Dominik Jung in seiner Video-Prognose erklärte. „Oberhalb von 200, 300 Metern kann es richtig weiß werden“, sagte er. Zusammen mit einem „strammen Wind“ soll es auch zu Schneeverwehungen kommen können. Die Wettermodelle prognostizieren folgende Schneemengen für die höheren Lagen:
- Deutsches Wettermodell: Zwischen zehn und 15 Zentimetern Neuschnee.
- Amerikanisches Wettermodell: 20 bis zu teilweise 30 Zentimeter Neuschnee.
- Europäisches Wettermodell: 40 bis 45 Zentimeter Neuschnee.
Die Schneemengen des europäischen Wettermodells bezeichnete Jung als häufig „relativ übertrieben“. „Wir müssen abwarten“, schlussfolgerte er. Verantwortlich für das Wetter ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ein Tiefdruckgebiet, das von Benelux kommend bis zum Dienstag über die Mitte des Landes hinwegzieht. „Dabei wird in der Südhälfte vorübergehend milde Luft herangeführt, während im Norden bereits kalte Luftmassen liegen. Im Laufe des Dienstags setzt sich die polare Kaltluft zunehmend auch im Süden durch“, so die Experten.
Wetter-Übersicht: Frost, Glätte, Neuschnee – Es bleibt winterlich in Deutschland
Das Wetter am Montagmorgen soll von „teils kräftigen Niederschlägen“ geprägt sein. Bis zum Mittag würden diese die Mitte Deutschlands erreichen und im Lauf des Nachmittags bis in den Osten vordringen. Über den mittleren Landesteilen soll der Niederschlag bis in tiefe Lagen in Schnee übergehen. Streckenweise warnt der DWD vor Glätte. Die Schneefallgrenzen sollen am Nachmittag wieder steigen: Im Westen soll sie bei 600 bis 800 Meter, im Süden vorübergehend bei 800 bis 1000 Meter liegen.
In der Nacht auf Dienstag soll es dann von der Mitte bis in den zu „anhaltenden Schneefällen oft bis in tiefe Lagen“ kommen, so der DWD. Im Süden soll es aufgrund einer hohen Schneefallgrenze nennenswerten Neuschnee nur in Hochlagen geben. Für den Norden und den Nordosten prognostizieren die Experten Schauerstraßen. Allgemein herrsche Frost- und Glättegefahr. Hinzu komme im Bergland, an der Nordsee sowie entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste Wind. Es könne zu Sturmböen kommen.
So entwickeln sich die Höchstwerte laut DWD in den kommenden Tagen:
| Montag, 27. November 2023 | 1 bis 8 Grad |
| Dienstag, 28. November 2023 | -1 bis 7 Grad |
| Mittwoch, 29. November 2023 | 1 bis 5 Grad |
| Donnerstag, 30. November 2023 | 3 bis 7 Grad im Südwesten, im Norden und Nordosten 0 und -2 Grad |
| Freitag, 1. Dezember 2023 | 0 bis 7 Grad |
Für viele Menschen könnte die winterliche Landschaft nun auch im Dezember gerne bleiben. Besonders weiße Weihnachten sind begehrt. Fällt im Dezember Schnee oder kommt Regenwetter auf uns zu? (mbr)
Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa


