Ab 2025: Raucher müssen in italienischer Großstadt tief in die Tasche greifen
VonChristoph Gschoßmann
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In einer italienischen Großstadt werden Raucher ab dem kommenden Jahr zur Kasse gebeten. Strafen von bis zu 240 Euro sind möglich.
Mailand – Frische Luft über Mailand: Die italienische Modemetropole, hat als erste Großstadt des Landes ein nahezu vollständiges Rauchverbot im Freien eingeführt. Ab dem 1. Januar 2025 ist das Rauchen im öffentlichen Raum nur noch erlaubt, wenn ein Mindestabstand von zehn Metern eingehalten wird. Andernfalls könnten Strafen von bis zu 240 Euro verhängt werden. Bereits seit 2021 ist das Rauchen auf Spielplätzen, Friedhöfen, an Haltestellen sowie in Parks und Sportanlagen in der zweitgrößten Stadt Italiens verboten. In Turin gab es jüngst bereits ein ähnliches Verbot.
Raucher müssen zehn Meter Abstand zu anderen Menschen halten
Die Stadt erklärte: „Wie bereits in Artikel 9 der vom Stadtrat im Jahr 2020 verabschiedeten Luftreinhalteverordnung vorgesehen, wird das Rauchverbot in der Stadt ab dem 1. Januar 2025 auf alle öffentlichen Bereiche oder öffentlichen Außenbereiche, einschließlich Straßen und Wege, ausgeweitet. Mit Ausnahme isolierter Gebiete, in denen der Abstand von zehn Metern zu anderen Menschen eingehalten werden kann“.
Wie rigoros die Sanktionen durchgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Laut Milano Today ist es jedoch wahrscheinlich, dass die Strafen zu Beginn eher moderat ausfallen und die Behörden zunächst darauf abzielen, die Bürger zu „erziehen“. In den drei Jahren seit Inkrafttreten des Rauchverbots wurden laut Corriere della Sera nur 14 Bußgelder verhängt.
Mailand: E-Zigaretten von Rauchverbot ausgenommen
Das neue Verbot betrifft jedoch nicht alle Raucher: E-Zigaretten sind von der Regelung ausgenommen. Es gilt nur für traditionelle Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren oder Zigarillos. Elektronische Zigaretten dürfen auch in Mailand im Freien weiterhin konsumiert werden. Dies entspricht einer Verordnung, die der Stadtrat bereits vor einigen Jahren zur Verbesserung der Luftqualität verabschiedet hat. Inzwischen wird auch in anderen europäischen Ländern über ein Rauchverbot im Freien diskutiert.
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Die 1,3 Millionen Einwohner zählende wirtschaftlich starke Großstadt Mailand zählt in Italien zu den Städten mit schlechter Luftqualität. Laut offiziellen Angaben der Region Lombardei ist das Rauchen von Zigaretten für sieben Prozent der Feinstaubemissionen verantwortlich. Das langfristige Ziel Mailands ist es, die CO2-Emissionen bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren und die gesundheitlichen Risiken, insbesondere für Passivraucher und Kinder, zu minimieren. In Italien sterben jährlich etwa 9.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.
Elena Grandi, Umweltstadträtin von Mailand, betonte: „Das Verhalten einzelner Personen kann einen Unterschied machen und zur Verbesserung der Luftqualität unserer Stadt beitragen.“ Sie werde als Raucherin die Erste sein, die ihre Gewohnheiten ändert. „Ich bin mir bewusst, dass die Durchsetzung dieser Bestimmung nicht einfach oder unmittelbar sein wird. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es ein Instrument sein wird, um einen echten Kulturwandel anzustoßen“, so Grandi. (cgsc/dpa)