Flaschenwürfe

Angriff auf CSD in Sachsen-Anhalt: Übergriffe von Rechtsextremen – Veranstalter kritisieren Polizei

  • schließen

In Sachsen-Anhalt ist ein CSD von Störern angegriffen worden. Im Nachgang übt der Veranstalter Kritik an der Polizei.

Weißenfels - Beim ersten Christopher-Street-Day (CSD) in Weißenfels (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt kam es zu mehreren Angriffen. Der CSD wurde unter anderem mit Flaschen beworfen, wie der MDR schreibt.

Außerdem soll eine Person einen Hitlergruß gezeigt haben. Über Twitter werden zudem Vorwürfe laut, dass teilweise Journalisten und Journalistinnen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer gejagt worden seien. Durch die Störaktionen am Samstag (12. August) wurde jedoch niemand verletzt, wie die Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Angriffe auf CSD: Rechtsextreme machten bereits zuvor Stimmung

An der Demonstration für die Rechte von homosexuellen und queeren Menschen nahmen rund 600 Personen teil. Bereits im Vorhinein wurde durch die rechtsextreme Partei Der Dritte Weg gegen die Veranstaltung gehetzt und zu Störaktionen aufgerufen. Im gut 17 Kilometer entfernten Naumburg, wurde zudem kurz zuvor eine Treppe in Regenbogenfarben von Unbekannten mit den Farben der Reichsflagge in schwarz-weiß-rot übermalt.

Beim ersten Christopher-Street-Day (CSD) in Weißenfels in Sachsen-Anhalt kam es zu mehreren Angriffen. (Symbolfoto)

Vor diesem Hintergrund kritisiert CSD-Veranstalter Eric Stehr die Polizei im Gespräch mit dem MDR. Diese habe laut Steht nicht genügend Kräfte vor Ort gehabt, was den Beginn der Veranstaltung um rund 45 Minuten verzögert habe. Die Organisatorinnen und Organisatoren hatten die Polizei, eigenen Angaben zufolge, zuvor auf die Anfeindungen durch Rechtsextreme aufmerksam gemacht.

Christopher-Street-Day (CSD)

Der Christopher Street Day wird weltweit gefeiert. Die Bewegung geht auf Ereignisse im Juni 1969 zurück, als Polizisten in New York eine Bar in der Christopher Street stürmten und so einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transmenschen auslösten.

CSD in Weißenfels: Polizei stellt 20 Identitäten von Störern fest

„Nach jetzigem Stand hätten es natürlich mehr Polizeikräfte sein können. Wenn die Störungen nicht gewesen wären, wären die Kräfte vollkommen ausreichend gewesen“, sagte Lars Conrad vom Polizeirevier Burgenlandkreis auf Anfrage des MDR zu den Vorwürfen. Insgesamt sei die Polizei jedoch zufrieden mit dem Ablauf der Demonstration.

Die Polizei hatte von 20 der Störern die Identität festgestellt. Genaueres wurde hierzu, mit Verweis auf den noch ausstehenden Abschlussbericht, jedoch noch nicht bekannt gegeben. Es ist nicht der erste Angriff auf einen CSD in diesem Jahr. Erst Ende Juli kam bei Angriffen am Rande des CSD in Berlin zu mehreren Verletzten. (Lucas Maier) Eine Dragqueen aus Frankfurt erhielt zuletzt ein queerfeindliches Video.

Rubriklistenbild: © Frank Hormann/dpa

Kommentare