Wallis schwer getroffen

Schwere Unwetter in der Schweiz: Erdrutsch, Hochwasser, Gefahrenstufe Fünf – Behörden warnen

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Erneute Unwetter in der Schweiz verursachen massive Schäden. Besonders betroffen ist die Region Zermatt, wo hunderte Menschen evakuiert werden mussten.

Wallis – Der Kanton Wallis in der Schweiz wurde erst am letzten Wochenende (22./23. Juni) von heftigen Unwettern heimgesucht. Überschwemmungen und Erdrutsche verursachten erhebliche Schäden und ein Vermisster wurde tot aus einem Fluss geborgen. In der Nach vom 29. Juni auf 30. Juni, nur eine Woche später, wurden das Tessin und das Wallis, einschließlich Zermatt, erneut von schweren Unwettern getroffen.

Unwetter in der Schweiz: Wallis schwer getroffen

Die Walliser Dienststelle für Naturgefahren für zivile Sicherheit und Militär berichtete, dass der Fluss Rhône in der Schweiz wieder stark angeschwollen ist. Überschwemmungen und Erdrutsche traten im Oberwallis im Riddes auf. „Der Höchststand des Rhône-Hochwassers wurde in der Nacht von Samstag (29. Juni) auf Sonntag (30. Juni) im Oberwallis erreicht und wird für den frühen Morgen im Unterwallis erwartet“, warnte die Dienststelle. Evakuierungen wurden in Gebieten wie Goms, Täsch, Siders/Chippis und Sitten durchgeführt. „Mehrere hundert Personen wurden evakuiert“, wurde berichtet.

Das Bundes-Naturgefahrenportal warnte ebenfalls vor Hochwassergefahr, die für die Rhône-Mündung in Saltina bis zum Genfersee gilt. Die dunkelrote Warnstufe Fünf für sehr hohe Gefahr wurde ausgerufen. Auf der Website heißt es: „Bei dieser Wasserführung können vielerorts Ausuferungen (das Wasser verlässt das Bachbett) und Überflutungen auftreten.

Infrastrukturanlagen von nationaler Bedeutung wie zum Beispiel Bahnstrecken, Dörfer und Städte sowie Industrieanlagen können in großem Maß von Überflutungen betroffen sein. Zum Teil sind massive Verkehrsbehinderungen zu erwarten. Es ist verbreitet mit zum Teil großen Schäden zu rechnen.“ Alert.swiss riet außerdem: „Vermeiden Sie alle nicht dringenden Reisen in die Rhône-Ebene.“

Eingestürzte Brücken, Überschwemmungen: Unwetter in der Schweiz hinterlässt Spuren

Auf der Plattform X/Twitter wurden mehrere Videos geteilt, die Überschwemmungen in der Gemeinde Zermatt zeigen sollen. Der Wetterdienst Météo Express teilte diese ebenfalls. Die Videos zeigen erneut schwere Überflutungen.

Im Maggiatal ereignete sich ein Erdrutsch im Gebiet Fontana, wie die Kantonspolizei Tessin berichtete. Mehrere Personen werden vermisst. MeteoSchweiz postete auf X/Twitter: „Im oberen Maggiatal fielen in der Nacht über 200 Liter(d.Red. pro Quadratmeter)“. Das ist mehr als am letzten Wochenende, als 120 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. In den am stärksten betroffenen Gebieten waren die Kommunikationsnetze und die Stromversorgung unterbrochen, so die dpa.

Die schlechten Wetterbedingungen behinderten auch die Rettungsarbeiten. Eine Brücke in Visletto stürzte aufgrund der Wassermassen ein, wodurch die Straße durch das Maggiatal unterbrochen wurde und einige Ortschaften nicht mehr erreichbar waren. Auch eine Hängebrücke im Ortsteil Ronchini in der Gemeinde Maggia brach zusammen, wie 20min.ch berichtete.

Nach Unwetter in der Schweiz: Trinkwasser im Alta Vallemaggia verunreinigt

Die Behörden warnten auch vor dem Trinkwasser im Alta Vallemaggia. Am Sonntagmorgen (30. Juni) wurde den Bewohnerinnen und Bewohnern geraten, das Leitungswasser nicht zu konsumieren. Das Warnportal alert.swiss meldete für Alta Vallemaggi, ausgehend von der Gemeinde Cevio: „Wir informieren Sie, dass im Gebiet ab Cevio, Vaö Rovana, Val Bavona und Val Lavizzara die Versorgung mit Trinkwasser nicht möglich ist. Das Trinkwasser darf bis auf Weiteres nicht zum Trinken, Kochen oder Waschen verwendet werden.“

Riesige Hagelkörner treffen Ortschaften im Kanton Bern

Auch der Kanton Bern wurde von Unwettern getroffen. Riesige Hagelkörner, so groß wie Golfbälle, fielen in mehreren Orten vom Himmel. Auf Social Media zeigten mehrere Userinnen und User große Körner in ihrer Hand – aus den Orten Busswil, Biel, Worben und Aegerten.

In der Schweiz kam es erneut zu schweren Unwettern.

Pässe nach Unwetter in der Schweiz gesperrt, auch Auto- und Bahnstrecken betroffen

Diese Pässe sind aufgrund von Erdrutschen und Überschwemmungen derzeit nicht mehr befahrbar:

  • Umbrailpass (Santa Maria GR — Bormio I)
  • Simplonpass (Brig VS — Iselle I)
  • San Bernardinopass (Hinterrhein GR — San Bernardino GR)
  • Pragelpass (Muaotathal SZ — Riedern GL)
  • Nufenenpass (Oberwallis – Tessiner Bedrettotal)
  • Lukmanierpass (Disentis/Mustér GR — Olivone TI)
  • Grimselpass (Innertkirchen BE — Gletsch VS)
  • Gotthardpass (Andermatt UR — Airolo TI)
  • Furkapass (Obergoms VS — Realp UR)

Railinfo SBB berichtete, dass auch mehrere Bahnstrecken von den Unwettern betroffen waren. Reisende sollten sich aktuell informieren, welche Strecken mit Bahn und Auto befahrbar sind.

In Deutschland kam es derweil aufgrund eines Unwetters mit Hagel zur Unterbrechung des EM-Spiels Deutschland gegen Dänemark. (jh)

Rubriklistenbild: © Screenshot alert.swiss; Screenshot X/Twitter/@MeteoExpress; Screenshot Facebook/Jochen Wenz

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