Wirbelsturm

Erneut Unwetter in Italien: Überschwemmungen fordern Todesopfer

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  • Bettina Menzel
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Ein Wirbelsturm zieht über Italien. An einigen Stellen fällt in kurzer Zeit mehr als das Doppelte der monatlichen Regenmenge.

Update vom 21. Oktober, 13.00 Uhr: Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) haben allein in der norditalienischen Großstadt Bologna mehr als 2000 Anwohner die Nacht in Notunterkünften, bei Familienangehörigen oder Freunden verbringen müssen. Ein 20-Jähriger kam in der italienischen Gemeinde Pianoro in den Wassermassen ums Leben. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Obwohl vielerorts noch die zweithöchste Alarmstufe gilt, sagen Meteorologen für die nächsten Tage eine Entspannung der Lage voraus.

Wirbelsturm, Überschwemmungen, dramatische Momente: Bilder zeigen Unwetter-Szenen aus Italien

Ein Essenlieferant steht mit seinem Fahrrad in einer überschwemmten Straße in Italien.
Ein Essenlieferant steht mit seinem Fahrrad in einer überschwemmten Straße in Italien. © Michele Nucci/dpa
Die Polizei, Feuerwehr und der Zivilschutz bei der Arbeit. Einige Straßen sind mittlerweile wieder befahrbar.
Die Polizei, Feuerwehr und der Zivilschutz bei der Arbeit. Einige Straßen sind mittlerweile wieder befahrbar. © Screenshot/Vigili del Fuoco
In vielen Regionen Italiens gilt weiterhin die zweithöchste Alarmstufe (Stand: 21. Oktober).
In vielen Regionen Italiens gilt weiterhin die zweithöchste Alarmstufe (Stand: 21. Oktober). © Screenshot/Vigili del Fuoco
Nach dem Starkregen: Mehrere Polizeikräfte schaufeln den Matsch auf den Straßen weg.
Nach dem Starkregen: Mehrere Polizeikräfte schaufeln den Matsch auf den Straßen weg. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Seit Samstag (19. Oktober) sind die Rettungskräfte in Italien im Einsatz. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.
Seit Samstag (19. Oktober) sind die Rettungskräfte in Italien im Einsatz. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Die italienische Polizei rettet eine junge Dame vor dem Hochwasser.
Die italienische Polizei rettet eine junge Dame vor dem Hochwasser. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Verdreckte Straßen und jede Menge Müll: Nach dem Starkregen beginnen in vielen Regionen Italiens bereits die Aufräumarbeiten.
Verdreckte Straßen und jede Menge Müll: Nach dem Starkregen beginnen in vielen Regionen Italiens bereits die Aufräumarbeiten. © Ansa
Wegen der überfluteten Straßen musste die italienische Feuerwehr teilweise ganze Straßenabschnitte sperren.
Wegen der überfluteten Straßen musste die italienische Feuerwehr teilweise ganze Straßenabschnitte sperren. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Auf X schreibt die italienische Feuerwehr: „In der kleinen Hand, welche die ihres Retters umklammert, liegt der ganze Sinn unserer Arbeit.“
Auf X schreibt die italienische Feuerwehr: „In der kleinen Hand, welche die ihres Retters umklammert, liegt der ganze Sinn unserer Arbeit.“ © Screenshot/Vigili del Fuoco
In der italienischen Stadt Bologna wurden die Straßen zu Flüssen.
In der italienischen Stadt Bologna wurden die Straßen zu Flüssen. © Ansa
Infolge des Hochwassers starb ein 20-Jähriger in Pianoro. Das Autowrack des tödlich Verunglückten wurde von den Fluten mitgerissen.
Infolge des Hochwassers starb ein 20-Jähriger in Pianoro. Das Autowrack des tödlich Verunglückten wurde von den Fluten mitgerissen.  © Screenshot/Vigili del Fuoco
Der Himmel ist wieder blau, doch die Hochwasser-Lage – wie hier in Castenaso – bleibt weiterhin kritisch.
Der Himmel ist wieder blau, doch die Hochwasser-Lage – wie hier in Castenaso – bleibt weiterhin kritisch. © Ansa
Die italienische Feuerwehr Vigili del Fuoco ist seit Tagen im Dauereinsatz.
Die italienische Feuerwehr Vigili del Fuoco ist seit Tagen im Dauereinsatz. © Screenshot/Vigili del Fuoco
Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Autos: Infolge des Hochwassers mussten mehrere tausend Menschen evakuiert werden.
Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Autos: Infolge des Hochwassers mussten mehrere tausend Menschen evakuiert werden. © Screenshot/Vigili del Fuoco

Update vom 21. Oktober, 5.15 Uhr: Auf Grundlage der aktuellen Wetterprognose für den heutigen Montag (21. Oktober) wurde in weiten Teilen der Region Emilia-Romagna, Venetien und die südliche Lombardei die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Für den Osten Siziliens, Kalabrien sowie Teile von Basilikata, Apulien, den Rest von Emilia-Romagna und den Südwesten der Lombardei gilt die dritthöchste Alarmstufe „Gelb“. Dies geht aus einer Erklärung des Zivilschutzes hervor, berichtet Rai News.

Des Weiteren soll in der Region Emilia Romagna nun der Notstand ausgerufen werden. Wegen anhaltender Unwetter und Überschwemmungen mussten vor Ort mehr als 3000 Menschen evakuiert werden. Die Zahl könnte laut Rai News weiter steigen. Die italienische Feuerwehr und der Zivilschutz sind im Dauereinsatz.

Italien wird derzeit von einem schweren Unwetter heimgesucht. Tausende müssen wegen der Überschwemmungen evakuiert werden.

Erstmeldung vom 20. Oktober: Bologna – Zum wiederholten Mal in diesem Jahr treffen Unwetter und Hochwasser Italien. Erneut ist vor allem die norditalienische Region Emilia-Romagna betroffen. Dort ist es bereits das vierte schwere Hochwasser innerhalb von weniger als zwei Jahren. Mindestens ein Mensch kam am Wochenende bei den Überschwemmungen ums Leben. Es gilt weiterhin die höchste Alarmstufe.

Erneut Hochwasser im Norden Italiens: Enorme Regenmassen in der Emilia-Romagna

Außergewöhnliche Regenmengen sorgten am Samstag (19. Oktober) und Sonntag (20. Oktober) erneut für Überschwemmungen in der Region Emilia-Romagna. In der Stadt Bologna und Umgebung fielen teils bis zu 175 Liter Regen pro Quadratmeter. Mehr als das doppelte des monatlichen Niederschlags, denn in einem durchschnittlichen Oktober fallen in dieser Gegend 70 Liter pro Quadratmeter. Die Flüsse Reno, Enza und Secchia sowie Nebenflüsse traten über die Ufer, die Pegel waren teils höher als bei dem verheerenden Hochwasser im Mai 2023, bei dem 17 Menschen ihr Leben verloren.

Überschwemmungen bei der Gemeinde Baricella nahe der Stadt Bologna. Aufnahme vom 20. Oktober 2024.

In der Nacht auf Sonntag waren zeitweise bis zu 15.000 Anwohnerinnen und Anwohner ohne Strom, am Sonntagnachmittag waren es noch immer 4000. Mehr als 2000 Menschen mussten am Wochenende ihre Häuser verlassen. Insgesamt rückten die Rettungskräfte in der Emilia-Romagna zu mehr als 500 Einsätzen aus, wie die Feuerwehr Vigili del Fuoco am Sonntagnachmittag auf der Plattform X mitteilte. Das von den Einsatzkräften geteilte Video zeigt den Dammbruch des Wildbachs Crostolo in der Region.

Überschwemmungen in Italien: 20-Jähriger stirbt bei Bologna in seinem Auto

Ein Mensch verlor bei den aktuellen Überschwemmungen in Italien sein Leben. Italienischen Medien zufolge sei ein 20-jähriger Mann im Hochwasser umgekommen, als er in seinem Auto von den Fluten weggespült worden war. Die Behörden warnten vor Erdrutschen in hügeligen Gebieten. Auch in der norditalienischen Region Marken kam es am Wochenende zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Zahlreiche Straßen waren gesperrt, die Rettungskräfte rückten in der Region zu über 200 Einsätzen aus, wie der italienische Nachrichtensender Rai News berichtet. In den Gebieten entlang des Flusses Po in der Lombardei war der Katastrophenschutz in Alarmbereitschaft, in Sizilien trat laut La Stampa der Fluss Salso über die Ufer.

Ursache des aktuellen Hochwassers war ein außertropischer Wirbelsturm, der von Nordwesten über das gesamte Land zog. Meteorologen zufolge richtet sich der Fokus des Sturms nun auf den Süden Italiens, besonders die Regionen Sizilien, Kalabrien und Apulien. Der Wirbelsturm könnte sich bis Donnerstag halten, da er „zwischen zwei Hochdruckgebieten gefangen“ sei, hieß es vom Wetterdienst Meteo Giornale. Allein in der Nacht auf Sonntag bis zum frühen Sonntagmorgen habe man in der betroffenen Region im Süden Italiens schätzungsweise rund 55.000 Blitzeinschläge registriert, so das Portal Tempo Italia. Der Klimawandel erhöht laut Expertinnen und Experten die Wahrscheinlichkeit und Stärke von extremen Wetterereignissen wie Dürren oder Überschwemmungen. (bme/AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Montage/Screenshot/Vigili del Fuoco

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