VonMomir Takacschließen
Unangenehme Tage stehen Italien bevor. Ein außertropischer Wirbelsturm zieht von Nordwesten über das gesamte Land. Es gibt bereits erste Überschwemmungen.
Update vom 17. Oktober, 10.19 Uhr: In der Region Ligurien zeigten sich in der Nacht zu Donnerstag erste Auswirkungen schwerer Unwettern in Form von Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrschaos, wie auch rainews.it berichtet. Demnach ist ein Fluss bei Savona übergetreten, in den Gemeinden Ferrania, Altare und Cairo Montenotte kam es zu Überschwemmungen – mit gesperrten Straßen und Zugchaos inklusive.
Unwetter in Italien: Schüler müssen in Schule ausharren
Am Donnerstag haben die Provinz La Spezia und weitere Gemeinden in der Region den Unterricht an den Schulen ausgesetzt. In Celle Ligure mussten Schülerinnen und Schüler gleich mehrere Stunden im Schulgebäude verbringen, nachdem der Bürgermeister dies aufgrund von Überflutungsgefahr angeordnet hatte. Erst als der Regen etwas nachließ, durften die Schüler das Gebäude wieder verlassen.
Am Donnerstag könnte sich das Unwetter vielerorts zuspitzen. Es werden weitere Starkregenfälle und Gewitter in den Regionen Ligurien, Piemont, Emilia-Romagna und der Toskana erwartet. In vielen Gebieten gilt eine orangefarbene Wetterwarnung.
Ursprungsmeldung vom 16. Oktober: Genua – Mitte September zeigten Bilder der US-Raumfahrtbehörde grüne Flächen und Seen in der Sahara. Pflanzenwuchs gibt es in der sonst kargen und trockenen Wüste im Norden Afrikas eigentlich nicht. Doch Anfang September fegte ein außertropischer Zyklon über das Gebiet und brachte Rekordmengen an Niederschlag. Das blüht jetzt auch Italien.
Polar-Zyklon erreicht Italien: Erste Überschwemmungen im Norden
Zyklone sind tropische Wirbelstürme, die sich südlich des Äquators bilden, vornehmlich im Indischen Ozean und in der Südsee. Das Wetter-Extrem entwickelt sich wie ein Hurrikan oder Taifun über dem Meer. Zieht der Zyklon in gemäßigte Breiten, bricht er wegen des kühleren Meerwassers zusammen, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. Oder der Wirbelsturm verwandelt sich unter Westwind-Einfluss in einen außertropischen Zyklon.
Ganze Ortschaften Italiens überschwemmt – Bilder zeigen kompletten Urlauberstrand unter Wasser




Italien erwartet nun ein Polar-Zyklon, ein großes dynamisches Tiefdruckgebiet, das auf dem Atlantik entsteht und sich von Westen nach Osten bewegt. Der polare Wirbelsturm bringt dem Land einen merklichen Temperaturabfall und viel Regen. Meteorologen erwarten, dass er mehrere Tage andauern wird und einige Unwetter bringen wird, berichtete das Portal fanpage.it. Ausgehend von Nordwesten soll der Zyklon bis nach Sizilien im Süden ziehen, wo sich Italien-Urlauber bis vor kurzem noch bei spätsommerlichen Temperaturen am Strand vergnügten.
Schwere Unwetter: Ligurien und die Toskana besonders gefährdet
Das Nachrichtenportal Quotidiano Nazionale meldete am Mittwoch (16. Oktober), dass in Ligurien bereits erste Bäche über die Ufer getreten sind. Besonders bedroht sei die Provinz Savona, wo es heftig regnet. Wegen der Gefahr von Überschwemmungen seien vorsorglich Bahnstrecken gesperrt worden. Auch die wichtige Autobahn A10 Genua-Ventimiglia ist teilweise gesperrt. In der Provinz La Spezia fällt am Donnerstag an einigen Schulen der Unterricht aus. Bereits im September hatte der Zyklon „Boris“ schwere Schäden in der Emilia-Romagna und Marken angerichtet.
Für Donnerstagmittag gelten in Teilen der Lombardei Unwetterwarnungen. Auch in Mailand, das im vergangenen Jahr von einem heftigen Unwetter heimgesucht wurde. Am Morgen soll es im Norden und der Mitte Italiens ergiebig regnen, insbesondere zwischen Ligurien und der Toskana. Am Nachmittag soll der Zyklon auch Latium und Sardinien treffen. Meteorologen erwarten, dass die Unwetter am Freitag und am Samstag den Süden erreichen, ehe der Sturm Italien ab dem Sonntag südwärts verlässt. (mt)
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