Maschine sabotiert?

Experte spekuliert über zwei Szenarien nach DHL-Flugzeug-Katastrophe – Letzter Funkspruch gibt Rätsel auf

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Die Untersuchungen zum Flugzeug-Absturz in Litauen sind in vollem Gange. Die Möglichkeit einer Sabotage wird nicht ausgeschlossen. Ein Fachmann legt seine Theorien dar.

Update vom 28. November, 8.16 Uhr: Im Fall des verunglückten DHL-Flugzeugs in Litauen gibt es neue Details zu den letzten Funksprüchen. Sie unterstreichen eines der beiden Szenarien, die ein Experte erläutert hatte: Dass möglicherweise menschliches Versagen den Absturz verursacht hat. Der Spiegel hat das Unglück auf Grundlage der Funksprüche und Experten-Analysen rekonstruiert. Demnach habe es große Kommunikationsprobleme beim Landeanflug gegeben.

Der Pilot habe demnach beim Landeanflug zunächst keine Rückmeldung vom Tower erhalten, nachdem er das Rufzeichen der Maschine durchgegeben hatte. Erst bei der zweiten Durchsage habe die Crew eine Antwort der Lotsin erhalten, berichtet Spiegel. Die Lotsin soll daraufhin Anweisungen per Funk durchgegeben haben, die die Crew jedoch zunächst nicht verstanden habe. Erst beim zweiten Nachfragen, habe die Crew verstanden, dass sie die Freigabe zum Landeanflug bekommen habe.

Unglück von DHL-Flugzeug: Lotsin und Flugzeug-Crew hatten unterschiedliche Frequenzen eingestellt

Da die Maschine zu diesem Zeitpunkt bereits zu nah am Flughafen gewesen sein soll, habe sie den Anflugweg verpasst und hätte korrigieren müssen. Indessen habe die Lotsin die Crew aufgefordert, auf eine andere Funk-Frequenz zu wechseln – wobei ein weiterer fataler Fehler passiert sei: Die Crew habe die Ziffernfolge falsch verstanden, sodass keine Kommunikation zwischen dem Piloten und der Lotsin mehr stattfinden konnte.

Zwar habe die Crew noch gemerkt, dass sie für die Landung zu schnell sind. Es sei ihnen jedoch nicht gelungen, die Geschwindigkeit ausreichend zu drosseln. Wie Spiegel schreibt, hätten die Piloten laut Flugdaten kurz vor dem Aufprall noch versucht, die Nase der Maschine hochzuziehen. Dadurch sei es vermutlich zu einem Strömungsabfall gekommen und das Flugzeug krachte in das Wohnhaus.

Grund für den Absturz von DHL-Maschine: Flugunfall-Analyst hält zwei Szenarien für möglich

Erstmeldung vom 27. November: Vilnius – Bei dem Absturz eines DHL-Flugzeugs in Litauen ist ein Besatzungsmitglied ums Leben gekommen. Drei weitere Personen – darunter ein Deutscher – erlitten Verletzungen. Die Ursachenforschung läuft auf Hochtouren. Bislang gibt es lediglich Spekulationen über den Grund des Unglücks. Ein Flugunfall-Analyst hält zwei verschiedene Szenarien für wahrscheinlich, darunter auch eine Sabotage der Maschine.

Die Untersuchungen am Absturzort der DHL-Maschine in Litauen dauern an. Ein Experte hat derweil zwei Theorien.

Könnte ein Versagen des Piloten zum Absturz der DHL-Maschine in Litauen geführt haben?

„Ich könnte mir das eigentlich nur so vorstellen, dass man auf irgendeine Weise die Steuerung so sabotiert, dass eben der Steuerimpuls nicht mehr an das Höhenruder gelangt“, erklärt Stefan Hinners, Anwalt und Luftfahrtsachverständiger aus Hamburg, im Gespräch mit Focus. Die Frage sei nur, wie sich in diesem Fall Zugang zum Flugzeug verschafft worden wäre – normalerweise sei es nicht möglich, sich Zugriff auf die Technik zu verschaffen, so Hinners.

Das zweite mögliche Szenario sei laut dem Experten ein Versagen des Piloten. Womöglich habe er die Maschine händisch, ohne Autopiloten gesteuert. „Wenn man als Pilot plötzlich die Steuerung nach unten drückt, dann fliegt das Flugzeug nach unten, ebenso wie ein Auto nach rechts fährt, wenn man nach rechts lenkt“, sagt Hinners gegenüber Focus. Dieses Szenario hält er jedoch für wesentlich unwahrscheinlicher. „Genauso wie man mit einem Auto nicht gegen einen Brückenpfeiler fährt, drückt man das Flugzeug in Bodennähe nicht in den Boden“, erklärt der Luftfahrtverständiger.

Letzter Funkspruch vor Absturz von DHL-Flugzeug wirft Fragen zur Konzentration der Crew auf

Es kursieren mehrere Theorien, die ein menschliches Versagen nicht ausschließen. So wirft auch der letzte Funkspruch der DHL-Maschine Fragen auf. Welt berichtet, dass der Pilot bei der letzten Meldung die Kennung nicht richtig angegeben habe und sich daraufhin korrigieren musste – was womöglich auf eine fehlende Konzentration oder eine sehr hohe Arbeitsbelastung im Cockpit schließen lässt. Während der Übergabe an den Tower beim Landeanflug habe sich die Cockpit-Crew zudem nicht mehr gemeldet – die Landung sei allerdings trotzdem vom Tower freigegeben worden. Im Netz kursiert derweil ein Video, das die letzten Sekunden der DHL-Maschine zeigt.

Das erste mögliche Szenario von Hinners – eine Sabotage am Flugzeug – halten auch andere Fachleute für realistisch. Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, äußerte die Hypothese, dass der Absturz des DHL-Frachtflugzeugs in Litauen eventuell ein „Test“ seitens Russlands gewesen sein könnte, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren. „Wir haben schon im Sommer dieses Jahres eine ähnliche Situation erlebt und jetzt ist dort etwas passiert, was in dieses Muster mit hinein passt“, so Breuer in der ARD-Talksendung „maischberger“. Er betonte, dass bereits im Sommer eine vergleichbare Situation vorgekommen war und das aktuelle Geschehen in dieses Schema passen würde.

Diese 25 tragischen Flugzeug-Unglücke der Geschichte mahnen

Flugzeugabsturz in Trudering (11. August 1987): Ein Kleinflugzeug  stürzte in ein Wohngebiet im Münchner Stadtteil Trudering. Die drei Insassen des Flugzeugs kamen sofort ums Leben, ebenso drei Menschen am Boden. Die Maschine stürzte auf ein McDonald‘s-Restaurant an der Wasserburger Landstraße. Die Ursache war ein unkontrollierter Strömungsabriss, der durch einen simulierten Triebwerksausfall während eines Checkflugs ausgelöst wurde.
Flugzeugabsturz in Trudering (11. August 1987): Ein Kleinflugzeug stürzte in ein Wohngebiet im Münchner Stadtteil Trudering. Die drei Insassen des Flugzeugs kamen sofort ums Leben, ebenso drei Menschen am Boden, später starben drei weitere. Die Maschine crashte ein McDonald‘s-Restaurant an der Wasserburger Landstraße. Die Ursache war ein unkontrollierter Strömungsabriss, der durch einen simulierten Triebwerksausfall während eines Checkflugs ausgelöst wurde. © IMAGO / WEREK
Flugzeugkollision über Überlingen (1. Juli 2002, Überlingen, Deutschland): Eine Tupolew Tu-154 der Bashkirian Airlines kollidierte mit einer Boeing 757 der DHL über dem Bodensee. Die Kollision wurde durch fehlerhafte Anweisungen der Flugsicherung und Missverständnisse in der Cockpitkommunikation verursacht. Alle 71 Insassen beider Flugzeuge kamen ums Leben.
Flugzeugkollision über Überlingen (1. Juli 2002, Überlingen, Deutschland): Eine Tupolew Tu-154 der Bashkirian Airlines kollidierte mit einer Boeing 757 der DHL über dem Bodensee. Die Kollision wurde durch fehlerhafte Anweisungen der Flugsicherung und Missverständnisse in der Cockpitkommunikation verursacht. Alle 71 Insassen beider Flugzeuge kamen ums Leben. © Rolf Haid/dpa
Lufthansa-Flug 540 (20. November 1974, Nairobi, Kenia): Eine Boeing 747 stürzte kurz nach dem Start vom Flughafen Nairobi ab. Die Ursache war ein technisches Problem mit den Auftriebshilfen (Vorflügel), das zu einem Strömungsabriss führte. Von den 157 Personen an Bord starben 59, während 98 überlebten.
Lufthansa-Flug 540 (20. November 1974, Nairobi, Kenia): Eine Boeing 747 stürzte kurz nach dem Start vom Flughafen Nairobi ab. Die Ursache war ein technisches Problem mit den Auftriebshilfen (Vorflügel), das zu einem Strömungsabriss führte. Von den 157 Personen an Bord starben 59, während 98 überlebten. © picture-alliance / dpa/dpaweb | UPI
Flug Atlasjet 4203 (30. November 2007, Isparta, Türkei): Eine McDonnell Douglas MD-83 stürzte während des Landeanflugs nahe der Stadt Isparta ab. Die Ursache war ein Navigationsfehler, der die Maschine abseits der vorgesehenen Flugroute in bergiges Gelände führte. Alle 57 Insassen, darunter Passagiere und Besatzung, kamen bei dem Unfall ums Leben.
Flug Atlasjet 4203 (30. November 2007, Isparta, Türkei): Eine McDonnell Douglas MD-83 stürzte während des Landeanflugs nahe der Stadt Isparta ab. Die Ursache war ein Navigationsfehler, der die Maschine abseits der vorgesehenen Flugroute in bergiges Gelände führte. Alle 57 Insassen, darunter Passagiere und Besatzung, kamen bei dem Unfall ums Leben. © IMAGO / ABC Medya
Flug Pan Am 1736 und KLM 4805 (27. März 1977, Teneriffa): Zwei Boeing 747 kollidierten auf der Startbahn. Ein Kommunikations-Missverständnis und dichter Nebel führten zur Katastrophe. 583 Menschen starben, 61 überlebten.
Flug Pan Am 1736 und KLM 4805 (27. März 1977, Teneriffa): Zwei Boeing 747 kollidierten auf der Startbahn. Ein Kommunikations-Missverständnis und dichter Nebel führten zur Katastrophe. 583 Menschen starben, 61 überlebten. © IMAGO/Peter Dunne
Flug British European Airways 609 (6. Februar 1958, München): Eine Airspeed Ambassador stürzte beim dritten Startversuch auf dem verschneiten Flughafen München-Riem ab. Die Ursache war eine Vereisung der Tragflächen, die zum Strömungsabriss führte. 23 der 44 Insassen starben, darunter Spieler des Fußballclubs Manchester United.
Flug British European Airways 609 (6. Februar 1958, München): Eine Airspeed Ambassador stürzte beim dritten Startversuch auf dem verschneiten Flughafen München-Riem ab. Die Ursache war eine Vereisung der Tragflächen, die zum Strömungsabriss führte. 23 der 44 Insassen starben, darunter Spieler des Fußballclubs Manchester United. © IMAGO/Horace Tonge
Flug American Airlines 191 (25. Mai 1979, Chicago, USA): Eine McDonnell Douglas DC-10 verlor ein Triebwerk beim Start. Ein Wartungsfehler führte zum Absturz. Alle 271 Insassen und 2 am Boden starben.
Flug American Airlines 191 (25. Mai 1979, Chicago, USA): Eine McDonnell Douglas DC-10 verlor ein Triebwerk beim Start. Ein Wartungsfehler führte zum Absturz. Alle 271 Insassen und 2 am Boden starben. © Michael Laughlin via www.imago-images.de
Flug Air India 182 (23. Juni 1985, Atlantik nahe Irland): Eine Boeing 747 explodierte in der Luft aufgrund einer Bombe. Die Bombe wurde von Sikh-Extremisten platziert. Alle 329 Insassen kamen ums Leben.
Flug Air India 182 (23. Juni 1985, Atlantik nahe Irland): Eine Boeing 747 explodierte in der Luft aufgrund einer Bombe. Die Bombe wurde von Sikh-Extremisten platziert. Alle 329 Insassen kamen ums Leben. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Flug Delta Air Lines 191 (2. August 1985, Dallas, USA): Eine Lockheed L-1011 stürzte aufgrund von Windscherung ab. Unwetterbedingungen wurden als Ursache identifiziert. 137 Menschen starben, 28 überlebten. (Symbolfoto)
Flug Delta Air Lines 191 (2. August 1985, Dallas, USA): Eine Lockheed L-1011 stürzte aufgrund von Windscherung ab. Unwetterbedingungen wurden als Ursache identifiziert. 137 Menschen starben, 28 überlebten. (Symbolfoto) © Silas Stein/dpa
Flug Japan Airlines 123 (12. August 1985, Gunma, Japan): Eine Boeing 747 stürzte nach einem strukturellen Versagen ab. Ein fehlerhaft reparierter Druckschott führte zum Unfall. 520 Menschen starben, 4 überlebten. Auf dem Foto ist das hintere Druckschott zu sehen.
Flug Japan Airlines 123 (12. August 1985, Gunma, Japan): Eine Boeing 747 stürzte nach einem strukturellen Versagen ab. Ein fehlerhaft reparierter Druckschott führte zum Unfall. 520 Menschen starben, 4 überlebten. Auf dem Foto ist das hintere Druckschott zu sehen. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Flug Pan Am 103 (21. Dezember 1988, Lockerbie, Schottland): Eine Boeing 747 wurde durch eine Bombe zerstört. Libysche Terroristen waren verantwortlich. 270 Menschen starben, darunter 11 am Boden.
Flug Pan Am 103 (21. Dezember 1988, Lockerbie, Schottland): Eine Boeing 747 wurde durch eine Bombe zerstört. Libysche Terroristen waren verantwortlich. 270 Menschen starben, darunter 11 am Boden. © Crown_Office/dpa
Flug Avianca 52 (25. Januar 1990, Cove Neck, USA): Eine Boeing 707 stürzte nach Treibstoffmangel ab. Kommunikationsprobleme und schlechtes Wetter führten dazu. 73 Menschen starben, 85 überlebten. (Symbolfoto)
Flug Avianca 52 (25. Januar 1990, Cove Neck, USA): Eine Boeing 707 stürzte nach Treibstoffmangel ab. Kommunikationsprobleme und schlechtes Wetter führten dazu. 73 Menschen starben, 85 überlebten. (Symbolfoto) © IMAGO/Artur Widak
Flug Lauda Air 004 (26. Mai 1991, Suphanburi, Thailand): Eine Boeing 767 stürzte nach einem Triebwerksumkehrfehler ab. Ein technischer Defekt führte zum Absturz. Alle 223 Insassen starben.
Flug Lauda Air 004 (26. Mai 1991, Suphanburi, Thailand): Eine Boeing 767 stürzte nach einem Triebwerksumkehrfehler ab. Ein technischer Defekt führte zum Absturz. Alle 223 Insassen starben. © dpa
Flug China Airlines 611 (25. Mai 2002, Taiwanstraße): Eine Boeing 747 zerbrach in der Luft aufgrund von Material-Ermüdung. Ein früherer Schaden war nicht richtig repariert worden. Alle 225 Insassen kamen ums Leben.
Flug China Airlines 611 (25. Mai 2002, Taiwanstraße): Eine Boeing 747 zerbrach in der Luft aufgrund von Material-Ermüdung. Ein früherer Schaden war nicht richtig repariert worden. Alle 225 Insassen kamen ums Leben. © IMAGO/Dustin Shum
Flug Air France 447 (1. Juni 2009, Atlantik): Ein Airbus A330 stürzte nach einem Strömungsabriss ab. Vereiste Sensoren und Pilotenfehler waren die Ursachen. Alle 228 Insassen starben.
Flug Air France 447 (1. Juni 2009, Atlantik): Ein Airbus A330 stürzte nach einem Strömungsabriss ab. Vereiste Sensoren und Pilotenfehler waren die Ursachen. Alle 228 Insassen starben. © epa efe/dpa
Flug Turkish Airlines 1951 (25. Februar 2009, Amsterdam, Niederlande): Eine Boeing 737 stürzte beim Landeanflug ab. Ein defekter Höhenmesser führte zu einem Strömungsabriss. 9 Menschen starben, 120 überlebten.
Flug Turkish Airlines 1951 (25. Februar 2009, Amsterdam, Niederlande): Eine Boeing 737 stürzte beim Landeanflug ab. Ein defekter Höhenmesser führte zu einem Strömungsabriss. 9 Menschen starben, 120 überlebten. © epa anp Van Beek/dpa
Flug Air India Express 812 (22. Mai 2010, Mangalore, Indien): Eine Boeing 737 überschoss die Landebahn. Pilotenfehler und schlechte Wetterbedingungen führten zum Unfall. 158 Menschen starben, 8 überlebten.
Flug Air India Express 812 (22. Mai 2010, Mangalore, Indien): Eine Boeing 737 schoss über die Landebahn. Pilotenfehler und schlechte Wetterbedingungen führten zum Unfall. 158 Menschen starben, 8 überlebten. © Jagadeesh Nv/dpa
Flug Malaysia Airlines 370 (8. März 2014, Südchinesisches Meer): Ein Boeing 777 verschwand spurlos. Die Ursache bleibt unbekannt, aber Entführung oder technisches Versagen werden vermutet. Alle 239 Insassen gelten als tot.
Flug Malaysia Airlines 370 (8. März 2014, Südchinesisches Meer): Ein Boeing 777 verschwand spurlos. Die Ursache bleibt unbekannt, aber Entführung oder technisches Versagen werden vermutet. Alle 239 Insassen gelten als tot. © Azhar Rahim/dpa
Flug Malaysia Airlines 17 (17. Juli 2014, Ukraine): Eine Boeing 777 wurde durch eine Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde von pro-russischen Separatisten abgefeuert. Alle 298 Insassen starben.
Flug Malaysia Airlines 17 (17. Juli 2014, Ukraine): Eine Boeing 777 wurde durch eine Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde von pro-russischen Separatisten abgefeuert. Alle 298 Insassen starben. © Lloyd Jones/dpa
Flug Germanwings 9525 (24. März 2015, Französische Alpen): Ein Airbus A320 wurde absichtlich vom Co-Piloten Andreas Lubitz zum Absturz gebracht. Alle 150 Insassen starben.
Flug Germanwings 9525 (24. März 2015, Französische Alpen): Ein Airbus A320 wurde absichtlich vom Co-Piloten Andreas Lubitz zum Absturz gebracht. Alle 150 Insassen starben. © Guillaume Horcajuelo/dpa
Flug Metrojet 9268 (31. Oktober 2015, Sinai, Ägypten): Ein Airbus A321 explodierte in der Luft durch eine Bombe. Die Bombe wurde von IS-Terroristen platziert. Alle 224 Insassen starben.
Flug Metrojet 9268 (31. Oktober 2015, Sinai, Ägypten): Ein Airbus A321 explodierte in der Luft durch eine Bombe. Die Bombe wurde von IS-Terroristen platziert. Alle 224 Insassen starben. © Marina Lystseva/dpa
Flug Lion Air 610 (29. Oktober 2018, Java-Meer): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Ein fehlerhaftes Steuerungssystem (MCAS) war die Ursache. Alle 189 Insassen kamen ums Leben.
Flug Lion Air 610 (29. Oktober 2018, Java-Meer): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Ein fehlerhaftes Steuerungssystem (MCAS) war die Ursache. Alle 189 Insassen kamen ums Leben. © Agung Kuncahya/dpa
Flug Ethiopian Airlines 302 (10. März 2019, Bishoftu, Äthiopien): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Das MCAS-System war fehlerhaft. Alle 157 Insassen starben.
Flug Ethiopian Airlines 302 (10. März 2019, Bishoftu, Äthiopien): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Die Flugsteuerungssoftware (MCAS-System) war fehlerhaft. Alle 157 Insassen starben. © Mulugeta Ayene/dpa
Flug Ukraine International Airlines 752 (8. Januar 2020, Teheran, Iran): Eine Boeing 737 wurde versehentlich von einer iranischen Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde während erhöhter Spannungen mit den USA abgefeuert. Alle 176 Insassen starben.
Flug Ukraine International Airlines 752 (8. Januar 2020, Teheran, Iran): Eine Boeing 737 wurde versehentlich von einer iranischen Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde während erhöhter Spannungen mit den USA abgefeuert. Alle 176 Insassen starben. © IMAGO/Creative Touch Imaging Ltd
Flug Sriwijaya Air 182 (9. Januar 2021, Java-Meer): Eine Boeing 737 stürzte kurz nach dem Start ab. Technische Probleme und Pilotenfehler wurden vermutet. Alle 62 Insassen starben.
Flug Sriwijaya Air 182 (9. Januar 2021, Java-Meer): Eine Boeing 737 stürzte kurz nach dem Start ab. Technische Probleme und Pilotenfehler wurden vermutet. Alle 62 Insassen starben. © Susanto / Opn Images via www.imago-images.de

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schließt Russland als Verantwortlichen ebenfalls nicht aus. Im ZDF-„heute journal“ antwortete er auf die Frage, ob Russland hinter dem Absturz stecke: „Wir gucken uns das genau an, wir können das gegenwärtig nicht sagen“. Er fügte hinzu: „Es könnte so sein.“ Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda ruft derweil dazu auf, von allzu grossen Spekulationen über die Ursache für den Absturz eines Frachtflugzeugs in Vilnius abzusehen. Die Vermutung eines möglichen Sabotageakts dürfe nicht überbetont, aber auch nicht heruntergespielt werden.

Nach Absturz in Litauen: Untersuchung von „Black Box“ des DHL-Flugzeugs soll offene Fragen klären

Einige weitere mögliche Szenarien, über die aktuell diskutiert wird, schließt Hinners klar aus. Darunter gestörte Funksignale über der Ostsee. „Manipulationen des Instrumentenanflugsystems sind mir nicht bekannt und müssten auch lokal aufgeführt werden“, erklärt der Analyst. Ein Brandsatz sei ebenfalls unwahrscheinlich. Ein Feuer wäre an Bord aufgefallen – die Crew-Mitglieder haben davon bislang allerdings nichts berichtet. Auch Vilmantas Vitkauskas, der Leiter des Nationalen Krisenmanagementzentrums, erklärte in einem Interview mit der Agentur BNS, dass es keine Informationen darüber gebe, dass das Flugzeug vor dem Aufprall Feuer gefangen habe oder dass die Piloten durch Störungen der GPS-Satellitennavigation irritiert worden seien.

Licht ins Dunkle soll die „Black Box“ der Maschine liefern, die derzeit ausgewertet wird. Laut einem Bericht des Spiegel, der sich auf einen Sprecher des litauischen Justizministeriums beruft, werde die Auswertung der Daten allerdings rund einen Monat in Anspruch nehmen. Die Untersuchungen am Absturzort sollen dagegen in einigen Tagen abgeschlossen sein. Das Flugzeug war am frühen Montagmorgen (25. November) kurz vor der geplanten Landung nahe des Flughafens Vilnius in ein Wohngebiet gestürzt und am Boden zerschellt. Glücklicherweise wurden keine Anwohner verletzt. (tt/dpa)

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