Krieg in Israel

Hamas entführt Menschen in den Gazastreifen – Deutsche unter den Entführten

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Die Hamas greift Israel an und verschleppt Zivilisten in den Gazastreifen. Deutsche berichten von Angehörigen, die möglicherweise entführt worden und bitten um Hilfe.

Update vom 8. Oktober, 17.39 Uhr: Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich unter den von der islamistischen Hamas aus Israel Verschleppten auch deutsche Staatsangehörige befinden. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Sonntag, nach Erkenntnissen des Außenministeriums handele es sich um Menschen, die alle neben der deutschen auch die israelische Staatsangehörigkeit hätten. Zuvor hatte es bereits Berichte von Menschen aus Deutschland gegeben, die angaben, Familienangehörige auf Fotos und Videos von Geiseln entdeckt zu haben.

Erstmeldung vom 8. Oktober: Tel Aviv – Terroristen der Hamas haben Israel unerwartet angegriffen. Seit Samstag, dem 7. Oktober, wird das Land mit Raketen bombardiert – es gibt bereits viele Todesopfer. Aufnahmen in sozialen Medien zeigen Szenen von vor Ort: Israelis werden von den radikalen Islamisten entführt und als Geiseln gehalten.

Angriff der Hamas auf Israel: Reporterin vor Ort berichtet von „grausamen Bildern“

„Auf den grausamen Bildern ist zu sehen, wie die Hamas einfach Menschen verschleppt. Mütter, Alte und junge Menschen“, berichtet Raschel Blufarb, die RTL/ntv-Korrespondentin, die sich direkt am Geschehen befindet. „Die Leute werden entführt und auf Motorrädern und Jeeps als Geiseln in den Gazastreifen gebracht. Ich höre hier auch von Vergewaltigungen“, fährt die Journalistin fort. Das Auswärtige Amt empfiehlt dringend, Reisen nach Israel zu vermeiden – zahlreiche Fluggesellschaften haben ihre Flüge bereits abgesagt.

Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet.

Menschen in Deutschland glauben, auf Fotos und Videos ihre Familienmitglieder unter den Entführungsopfern identifiziert zu haben. Eine Mutter will so ihre Tochter entdeckt haben. „Heute Morgen ist meine Tochter mit einer Touristengruppe im Süden Israels entführt worden“, erklärt Ricarda Louk in einer Videobotschaft, die auf dem Twitter-Account „Visegrád 24“ veröffentlicht wurde. Sie hält ein Mobiltelefon in die Kamera, auf dem ein Foto ihrer Tochter zu sehen sein soll. Louk und ihre Tochter leben zusammen in Israel, stammen jedoch aus Ravensburg in Baden-Württemberg.

Krieg in Israel: Mutter von entführter Tochter wendet sich mit Videobotschaft an die Öffentlichkeit

Seit dem Angriff der Hamas auf Israel hat die Mutter keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter, die sich auf einem Musikfestival in Israel in der Nähe des Gazastreifens aufhielt. Ein Video, das Louk zugespielt wurde, soll ihre Tochter bewusstlos in einem Auto zeigen. „Ich bitte, uns jede Neuigkeit zu schicken“, ergänzt die Mutter in ihrer Videoaussage. Ein Bericht der Schweizer Tageszeitung blick.ch deutet darauf hin, dass es unwahrscheinlich sei, dass die junge Frau noch lebt. Am Kopf sei unter anderem eine große Wunde zu sehen.

Auch ein Familienvater gibt an, er habe Familienmitglieder auf einem Geisel-Video entdeckt. „Ich erkannte sofort, dass es sie war, ohne Zweifel. Ich sah, wie ein Terrorist ihren Kopf bedeckte“, so Yoni Asher aus Israel gegenüber Bild. Er habe seine Ehefrau, seine zwei Töchter sowie seine Schwiegermutter und deren Partner auf einem Geisel-Video der Hamas wiedererkannt, nachdem er sie nicht mehr erreichen konnte.

Angriff der Hamas: Deutsche Bundesregierung steht in engem Kontakt mit Behörden in Israel

„Auf dem Kopf meiner kleinen Töchter war eine Abdeckung, und ich erkannte auch meine älteste Tochter sofort. Sie wurden zusammen mit meiner Schwiegermutter und ihrem Lebensgefährten entführt“, fährt Asher fort. Seine Ehefrau und auch ihre Mutter seien im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit.

Bisher bleibt die Anzahl der von der Hamas in den Gazastreifen entführten Menschen ungewiss. Die Bundesregierung untersucht momentan, ob Deutsche tatsächlich von den Angriffen auf Israel und den Entführungen betroffen sind, teilte das deutsche Außenministerium am späten Samstagabend (7. Oktober) mit. Das Auswärtige Amt in Berlin und die deutsche Botschaft in Tel Aviv pflegen einen engen Austausch mit den israelischen Behörden in dieser Angelegenheit. Zudem gab das Ministerium bekannt, dass die Regierung generell keine Stellung zu konsularischen Einzelfällen und Geiselnahmen deutscher Bürger nehmen werde.

Nach dem Angriff der Hamas verkündete Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, nun „im Krieg“ mit der militanten Palästinenserorganisation zu stehen. Im Libanon feiern derweil einige Palästinenser den Hamas-Angriff auf Israel. (tt)

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Yusef Mohammed/dpa

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