VonMoritz Bletzingerschließen
Ein Schüler aus Varese in Italien verletzte seine Lehrerin schwer und wird jetzt wegen versuchten Mordes angeklagt. Mit einem Springmesser stach er dreimal zu.
Varese – Schockierender Messer-Angriff am frühen Montagmorgen (5. Februar) in Italien. Von zu Hause hat ein 17-jähriger Oberschüler aus Varese ein Springmesser zur Schule mitgebracht. Und stach vor der Türe auf seine Lehrerin ein. Dreimal in den Rücken.
Schüler (17) sticht Englischlehrerin dreimal in den Rücken – Anklage wegen versuchten Mordes
Die anderen Schülerinnen und Schüler waren zu der Zeit bereits im Unterricht. „Es ging sehr schnell, wir haben fast gar nicht bemerkt, was passiert ist, es gab keinen Streit, es kam plötzlich“, sagte einer der zwei Lehrer, die die Tat gesehen haben, zu tg24 von Sky. Gegen 8 Uhr setzen Polizisten den Teenager fest und nahmen ihm das Springmesser ab.
Sein Opfer hat den Angriff überlebt. Die 57-jährige Englischlehrerin wurde im Krankenhaus operiert, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Trotzdem hat die Staatsanwaltschaft die ursprüngliche Anklage wegen schwerer Körperverletzung in versuchten Mord geändert. Die Messerattacke von hinten hätte durchaus tödlich enden können.
„Schule ist sich der Ernsthaftigkeit bewusst“: Maßnahmen nach Messer-Angriff in Varese
Vorstrafen hat der Schüler bis dahin keine gesammelt, berichtet der Nachrichtensender Rai. Auch anderweitig soll er in der Vergangenheit nie durch Wutausbrüche oder andere besondere Vorfälle aufgefallen sein. Allerdings betont die Enaip-Oberschule aus Varese, dass es sich bei dem 17-Jährigen um einen „Patienten mit einer funktionellen Diagnose“ handele. Er sei stets „mit Kompetenz und Professionalität betreut“ und „bei der Verbesserung seiner psychischen Fähigkeiten begleitet“ worden.
„Die Schule ist sich der Ernsthaftigkeit des Ereignisses bewusst und hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Kindern und Lehrern psychologische Unterstützung zu bieten“, erklärte die Leitung der Enaip-Oberschule außerdem.
Gewalt an Schulen in Italien: Bildungsminister fordert neues Gesetz und Polizeipräsenz
Der Aufschrei nach der Tat geht allerdings über die Grenzen der Lombardei hinaus. Bildungsminister Giuseppe Valditara fordert eine Gesetzesänderung. „Nach diesem x-ten, sehr schweren Angriff gegen einen Lehrer bekräftige ich mein Engagement und das der Regierung: Lehrer und das gesamte Schulpersonal werden nicht allein gelassen, wir werden ihre berufliche Würde und ihre Sicherheit schützen“, sagte er den italienischen Medien. Das neue Gesetz würde die Strafen für Angriffe gegen Lehrerinnen oder Lehrer, die auch in Deutschland zunehmen, drastisch verschärfen und auch die Eltern in Verantwortung nehmen.
Valditara spricht sich außerdem für Polizeipräsenz an gefährdeten Schulen in Italien aus. „Im letzten Schuljahr hatten wir 36 Fälle, jetzt sind wir nach weniger als fünf Monaten bei 27“, erklärte der Bildungsminister in einem Interview mit dem Messagero. Der Zeitung Quotidiano Nazionale sagte er, sein Ziel bestehe darin, „die Kultur des Respekts vor Regeln und Menschen sowie vor Autoritäten wiederherzustellen“.
In Deutschland erregten zuletzt zwei Gewalttaten unter Schülern große Aufmerksamkeit. In St. Leon-Rot erstach ein Schüler seine Ex-Freundin, wenige Monate zuvor erschoss ein 15-Jähriger einen Mitschüler in Offenburg. (moe)
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