Er ging als Top-Favorit ins Konklave – Italien-Kandidat scheiterte an Papst Leo XIV.
VonKarolin Schaefer
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Die Welt blickte gespannt zum Vatikan. Weißer Rauch symbolisierte: Es gibt einen neuen Papst. Doch Favorit Pietro Parolin wurde es nicht.
Rom – Pietro Parolin wurde bereits lange als Favorit für das Papstamt gehandelt. Am Ende entschieden sich die Kardinäle im Konklave aber für Robert Francis Prevost. Er ist das neue Oberhaupt der katholischen Kirche – und nennt sich Papst Leo XVI. Der US-Amerikaner hat sich mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit durchgesetzt.
Top-Favorit scheitert im Konklave: Italiener Pietro Parolin ist nicht der Nachfolger von Franziskus
133 wahlberechtigte Kardinäle haben so lange abgestimmt, bis der Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus feststand. Das hatte weiß aufsteigender Rauch aus der Sixtinische Kapelle signalisiert. Dafür waren vier Wahlgänge nötig. Auf der Mittelloggia des Petersdoms wurde nicht Parolin, sondern Prevost als neuer Papst vorgestellt. Dort verteilte er auch erstmals den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“.
Der aus Norditalien stammende Parolin war als ranghöchster Kardinalbischof und Staatssekretär des Vatikans bisher die inoffizielle Nummer zwei im Vatikan. Er galt als enger Vertrauter von Papst Franziskus. Der 70-Jährige ist zudem erfahrener Diplomat und vertrat den schon Monate vor seinem Tod den angeschlagenen Papst bei Terminen. Auch bei sensiblen Verhandlungen mit China und den Regierungen des Nahen Ostens spielte er eine wichtige Rolle.
Konklave ist beendet: Pietro Parolin galt als Top-Favorit für den Papstthron
Das Konklave fand unter strenger Geheimhaltung statt. Bis zur Wahl des neuen Papstes blieben die Kardinäle von der Außenwelt abgeschottet. Am ersten Wahltag fand eine Abstimmung statt. Anschließend ist es üblich, dass die Wahlberechtigten viermal täglich ihre Stimme abgeben. Jeder Kardinal schrieb unter Eides den Namen seines Wunschkandidaten auf einen Stimmzettel, der in eine Urne gelegt wurde. Gab es keine Einigung, wurden die Stimmzettel verbrannt. Schwarzer Rauch signalisierte, dass die Wahl weiterging.
Bilder zur Beerdigung von Papst Franziskus: Trump fällt aus der Reihe – Hunderttausende in Rom
Vorgänger Papst Franziskus starb am Ostermontag im Alter von 88 Jahren. Zwölf Jahre war der Argentinier im Amt. Er war vor allem für seine Bescheidenheit, seinen Fokus auf soziale Gerechtigkeit und seine Bemühungen um Reformen in der Kirche bekannt. Franziskus verzichtete auf viele traditionelle Privilegien des Papsttums, wie etwa die Residenz im Apostolischen Palast, und lebte stattdessen im Gästehaus Santa Marta im Vatikan. Nach einer großen Trauerfeier mit hunderttausenden Besucherinnen und Besuchern wurde Franziskus in der Basilika Santa Maria Maggiore beerdigt. (kas/dpa)