Konklave 2025: Liste zeigt alle 133 Kardinäle im Überblick – auch drei Deutsche bei Papst-Wahl im Rennen
VonDiana Serbe
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Über 130 Kardinäle wählen den neuen Papst und stellen sich selbst zur Wahl. Die Herkunft der Geistlichen zeigt einen Wandel der katholischen Kirche.
Vatikanstadt – Die Papstwahl steht im Zeichen einer globalen Neuordnung innerhalb der katholischen Kirche. 133 Kardinäle sind seit dem 7. Mai im Konklave zusammengetreten, um das neue Oberhaupt der Kirche zu wählen. Unter Papst Franziskus († 88) ist der Anteil der europäischen Kardinäle im Vergleich zu 2013 stark gesunken. Das könnte sich auch in einer Neuausrichtung der Kirche widerspiegeln. Vor allem ein Kardinal wird als Top-Favorit gehandelt, wie ein Vatikan-Experte gegenüber IPPEN.MEDIA sagte.
133 Kardinäle gehen ins Rennen als Papst-Anwärter, ein Favorit aus Asien
Nach dem Tod von Papst Franziskus wird nun ein neues Kirchenoberhaupt ernannt. So wird das Konklave ablaufen. Einige Kardinäle gelten bereits als Favoriten. Zur Wahl stehen die unterschiedlichsten Männer aus allen Teilen der Welt. Voraussetzung ist, dass sie bei der Wahl unter 80 Jahre alt sind.
Von 252 aktiven Kardinälen sind 135 unter 80 Jahre alt. Zwei Kardinäle mussten bereits aus gesundheitlichen Gründen absagen, sodass sich die Zahl der zur Wahl stehenden leicht auf 133 reduziert. Die Verteilung ihrer Herkunft zeigt auch einen Wandel in der Kirche, den der verstorbene Franziskus mit seinen Ernennungen herbeigeführt hat. 108 der zur Wahl stehenden Kardinäle hatte Franziskus zu Lebzeiten selbst ernannt.
Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit
2025 stammen nur 39 Prozent der Papst-Anwärter aus Europa. Bei der Wahl von Franziskus 2013 waren es mit 52 Prozent noch mehr als die Hälfte. 20 Prozent sind dem Raum Asien-Pazifik zuzuordnen. Von den Philippinen hat der „asiatische Franziskus“ Experten zufolge große Chancen: Der 67-jährige Kardinal Luis Antonio Tagle steht für die Fortsetzung der progressiven Agenda von Papst Franziskus. 16 Prozent stammen aus Franziskus‘ Heimatregion: Mittel- und Südamerika. Afrikanische Kardinäle machen gut 13 Prozent aus, aus Nordamerika stammen zwölf Prozent der Papst-Anwärter. Gegen den Papst-Favoriten aus den USA legt ein Vatikan-Insider ein deutliches Veto ein.
Auch drei Deutsche unter den Kardinälen – Mehrheit von Papst Franziskus ernannt
Italien stellt mit 17 Vertretern nach Ländern gemessen noch immer die meisten Kardinäle zur Wahl als Papst. Dennoch ist auch hier ein Rückgang zu verzeichnen, da 2013 noch 28 italienische Kardinäle an der Papstwahl teilnahmen. Ein Italiener gilt als der wahrscheinlichste Papst-Nachfolger: Der 70-jährige Pietro Parolin ist einer der erfahrensten Vatikanbeamten. In seiner Rolle als Staatssekretär des Vatikans seit 2013 spielte er bereits eine wichtige Rolle in diplomatischen Angelegenheiten.
Papst-Anwärter aus Europa könnte wegen seines Alters Geschichte schreiben. Aus Deutschland gehen drei Kardinäle ins Rennen: Reinhard Marx (71) ist Erzbischof von München und Freising und wurde noch von Ex-Papst Benedikt († 95) ernannt. Außerdem Gerhard Ludwig Müller (77), der frühere Vertraute von Benedikt, sowie der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki (68).
Besondere und heikle Tage in Rom: Die Stadt bereitet sich auf die Beerdigung von Papst Franziskus vor – etwa 200.000 Menschen werden bei der Trauerfeier erwartet.
Das sind die zur Wahl stehenden Kardinäle, sortiert nach letzter Ernennung (Stand: 29. April)
Domenico Battaglia - Italien George Jacob Koovakad - Indien Fabio Baggio - Italien Timothy Radcliffe - Großbritannien Mykola Byczok - Australien Rolandas Makrickas - Litauen Frank Leo - Kanada Baldassare Reina - Italien Roberto Repole - Italien Dominique Mathieu - Iran Jean-Paul Vesco - Algerien Ignace Bessi Dogbo - Elfenbeinküste Jaime Spengler - Brasilien László Német - Serbien Pablo Virgilio Siongco David - Philippinen Tarcisio Isao Kikuchi - Japan Fernando Natalio Chomalí Garib - Chile Luis Gerardo Cabrera Herrera - Ecuador Vicente Bokalic Iglic - Argentinien Carlos Castillo Mattasoglio - Peru
Fernández Artime, Ángel SDB - Spanien Américo Manuel Alves Aguiar - Portugal François-Xavier Bustillo - Frankreich Stephen Chow Sau-yan - China (Hongkong) Sebastian Francis - Malaysia Protase Rugambwa - Tansania José Cobo Cano - Spanien Stephen Ameyu Martin Mulla - Südsudan Grzegorz Ryś - Polen Luis José Rueda Aparicio - Kolumbien Ángel Sixto Rossi - Argentinien Stephen Brislin - Südafrika Pierbattista Pizzaballa - Israel Christophe Louis Yves Georges Pierre - Frankreich Emil Paul Tscherrig - Schweiz Víctor Manuel Fernández - Argentinien Claudio Gugerotti - Italien Robert Francis Prevost - USA Giorgio Marengo - Mongolei Adalberto Martínez Flores - Paraguay
William Seng Chye Goh - Singapur Paulo Cezar Costa - Brasilien Anthony Poola - Indien Oscar Cantoni - Italien Virgílio do Carmo da Silva - Osttimor Robert Walter McElroy - USA Filipe Neri António Sebastião do Rosário Ferrão - Indien Leonardo Ulrich Steiner - Brasilien Peter Ebere Okpaleke - Nigeria Jean-Marc Aveline - Frankreich Lazarus Heung-sik You - Südkorea Arthur Roche - Großbritannien Mauro Gambetti - Italien Augusto Paolo Lojudice - Italien Jose F. Advincula - Philippinen Wilton Daniel Gregory - USA Antoine Kambanda - Ruanda Marcello Semeraro - Italien Mario Grech - Malta Michael SJ Czerny - Kanada
Cristóbal SDB López Romero - Marokko Matteo Maria Zuppi - Italien Álvaro Ramazzini - Guatemala Jean-Claude SJ Hollerich - Luxemburg Fridolin Ambongo Besungo - Demokratische Republik Kongo Juan García Rodríguez - Kuba Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo - Indonesien José Tolentino Calaça de Mendonça - Portugal Thomas Aquino Man’yō Maeda - Japan Guiseppe Petrocchi - Italien Désiré Tsarahazana - Madagaskar António Marto - Portugal Joseph Coutts - Pakistan Konrad Krajewski - Polen Angelo DeDonatis - Italien Louis Raphaël Sako - Irak Anders Arborelius - Schweden Juan José Omella Omella - Spanien Joseph William CSsR Tobin - USA John MSC Ribat - Papua-Neuguinea
Carlos Aguiar Retes - Mexiko Kevin Farrell - USA Jozef De Kesel - Belgien Blase Joseph Cupich - USA Sérgio da Rocha - Brasilien Carlos Osoro Sierra - Spanien Dieudonné CSSp Nzapalainga - Zentralfrikanische Republik Mario Zenari - Italien Soane Patita Paini Mafi - Tonga Arlindo Gomes Furtado - Kap Verde Daniel Fernando SDB Sturla Berhouet - Uruguay Francesco Montenegro - Italien Francis Xavier Kriengsak Kovitvanit - Thailand Charles Maung SDB Bo - Myanmar John Atcherley Dew - Neuseeland Berhaneyesus Demerew CM Souraphiel - Äthiopien Manuel Clemente - Portugal Dominique Mamberti - Frankreich Chibly Langlois - Haiti Philippe Nakellentuba Ouédraogo - Burkina Faso
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.
Mario Aurelio Poli - Argentinien Orani João OCist Tempesta - Brasilien Jean-Pierre Kutwa - Elfenbeinküste Gérald Cyprien ISPX Lacroix - Kanada Leopoldo José Brenes Solórzano - Nicaragua Vincent Nichols - Großbritannien Gerhard Ludwig Müller - Deutschland Pietro Parolin - Italien Luis Antonio Tagle - Philippinen Isaac Cleemis Thottunkal - Indien James Michael Harvey - USA Rainer Maria Woelki - Deutschland Timothy Dolan - USA Guiseppe Betori - Italien Willem Jacobus Eijk - Niederlande Thomas Collins - Kanada João Braz de Aviz - Brasilien Fernando Filoni - Italien Reinhard Marx - Deutschland Albert Malcolm Ranjith - Sri Lanka
Kazimierz Nycz - Polen Kurt Koch - Schweiz Raymond Leo Burke - USA Robert Sarah - Guinea John Njue - Kenia Odilo Pedro Scherer - Brasilien Daniel DiNardo - USA Francisco Robles Ortega - Mexiko Stanisław Ryłko - Polen Antonio Cañizares Llovera - Spanien (abgesagt) Peter Erdő - Ungarn Philippe Barbarine - Frankreich Josip Bozanić - Kroatien Peter Turkson - Ghana Vinko Puljić - Bosnien und Herzegowina (abgesagt) Giovanni Angelo Becciu - Italien (abgesagt – wurde auf offizieller Liste der Kardinäle des Vatikans bereits als „Nicht-Wähler“ geführt)
Während sich die Deutschen immer mehr vom Katholizismus abwenden, findet die Glaubensrichtung weltweit hingegen neuen Zuspruch. Laut Deutsche Bischofskonferenz gibt es auf dem Globus 1,4 Milliarden Katholiken. In Deutschland hatte die katholische Kirche zuletzt mit einer Welle an Austritten zu tun: 2022 wandten sich mehr als eine halbe Million Gläubige ab und traten offiziell aus der Kirche aus, auch im Jahr 2023 waren es mehr als 400.000 Menschen. Ein deutscher Kardinal wünscht sich vom nächsten Papst eine Abkehr von China. (diase)