Hurrikan „Melissa“ hinterlässt Chaos in Jamaika – Behörden warnen vor weiterer Gefahr
VonJekaterina Jalunina
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Der als besonders gefährlich eingestufte Hurrikan „Melissa“ ist über Jamaika hinweggezogen und hat schwere Verwüstungen angerichtet.
Kingston – Jamaika ist von einem Hurrikan der Kategorie 5 schwer getroffen worden. Der Sturm hat ganze Städte unter Wasser gesetzt, Straßen und Stromleitungen zerstört und Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Erst am Dienstagabend (28. Oktober, Ortszeit) wurde „Melissa“ vom US-Hurrikanzentrum auf Kategorie drei herabgestuft. Inzwischen zieht der Wirbelsturm weiter Richtung Kuba.
Mehr als 15.000 Menschen haben auf Jamaika Schutz in Notunterkünften gesucht, rund 530.000 sind ohne Strom. Besonders hart getroffen wurde der Südwesten der Insel: In der Parish St. Elizabeth steht das Wasser meterhoch, auch in Clarendon und Cave Valley wurden weite Teile ganzer Wohngebiete überflutet. Behörden warnen nun die Bewohner vor einer weiteren Gefahr.
Nach Hurrikan „Melissa“: Gesundheitsbehörde warnt in Jamaika vor Krokodilen
Nach dem Abzug des zerstörerischen Hurrikans „Melissa“ aus dem Karibikstaat Jamaika warnt die Gesundheitsbehörde in den betroffenen Regionen vor Krokodilen. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen könnten die Tiere veranlassen, auf der Suche nach trockenen Böden ihre natürlichen Lebensräume zu verlassen, warnte die regionale Gesundheitsbehörde Serha. Überschwemmte Gebiete sollten gemieden und Kinder und Haustiere von Gewässern ferngehalten werden, hieß es. Regierungschef Andrew Holness rief die Menschen dazu auf, hoffnungsvoll zu bleiben. „Unser Land wurde von Hurrikan ‚Melissa‘ verwüstet, aber wir werden es wieder aufbauen, und zwar noch besser als zuvor“, schrieb er auf der Plattform X.
Jamaika ruft nach verheerendem Hurrikan „Melissa“ den Notstand aus
Premierminister Andrew Holness erklärte am Dienstag den gesamten Inselstaat offiziell zum Katastrophengebiet. „Wir müssen verhindern, dass in dieser schwierigen Zeit jemand die Not der Bürger ausnutzt“, sagte Holness. Um Wucher bei Lebensmitteln und Hilfsgütern zu verhindern, habe die Regierung eine Preisstopp-Verordnung erneuert, berichtete die Bild.
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„Melissa“ hatte den Inselstaat am Dienstag als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde erreicht. Der Hurrikan brachte Sturmfluten, zerstörerische Winde und heftige Regenfälle mit sich. Auch Stunden nach dem Eintreffen des Hurrikans war das gesamte Ausmaß der Schäden auf Jamaika noch ungewiss. Krankenhäuser und Brücken wurden den Behördenangaben zufolge durch den Hurrikan beschädigt. Wassermassen schoben sich durch die Straßen. Der Sturm ließ Bäume und Strommasten umstürzen.
Nach Verwüstungen auf Jamaika: Hurrikan „Melissa“ erreicht Kuba
Der Hurrikan „Melissa“ hat nach Angaben des US-Hurrikanzentrums NHC am Mittwochmorgen (Ortszeit) den Inselstaat Kuba erreicht. „Der extrem gefährliche Hurrikan Melissa trifft die Südküste im Osten Kubas“, hieß es auf der Website des NHC. Obwohl „Melissa“ sich zu einem Hurrikan der Kategorie 3 abgeschwächt habe, treffe er die Provinz Santiago de Cuba mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern, erklärte das US-Hurrikanzentrum.
Zuvor hatte „Melissa“ mit der höchsten Kategorie 5 Jamaika erreicht und dort eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der Sturm hatte mehrere Stunden gebraucht, um Jamaika zu überqueren. Zwischenzeitlich erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von knapp 300 Stundenkilometern. Jamaika liegt in der Karibik, südlich von Kuba und westlich von Haiti, in einer Region, die immer wieder von schweren Tropenstürmen getroffen wird. (Quellen: Bild, dpa, afp, X, tagesschau) (jal)