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Der Konflikt zwischen Israel und Iran spitzt sich zu. Deshalb hat das auswärtige Amt seine Reisewarnungen für mehrere Länder drastisch verschärft. Ein Überblick.
Berlin – Der Konflikt zwischen Iran und Israel hat sich in der Nacht zum 13. Juni dramatisch zugespitzt: Nach jahrzehntelangen Spannungen führte Israel einen Angriff auf iranische Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen aus. Der Iran reagierte bereits mit Drohnenangriffen auf israelischem Gebiet. Das Auswärtige Amt hat nach der jüngsten Eskalation neue Reisewarnungen für den Nahen Osten ausgesprochen.
Konflikt in Nahost: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in diese Länder
Wie das Auswärtige Amt in einer Mitteilung berichtet, gilt nun auch für Israel eine vollständige Reisewarnung. Für Palästina und Iran besteht diese bereits seit längerer Zeit. Allerdings sind weitere Länder – teils beliebte Reiseziele – von der Warnung betroffen. Gewarnt wird vor Reisen nach:
- Israel
- Iran
- Palästina
- Libanon (Teilreisewarnung)
- Jordanien
- Bahrain
- Katar
- Kuwait
- Oman
- Saudi-Arabien
- Vereinigte Arabische Emirate
Auswärtiges Amt appelliert: Deutsche in Gaza und Westjordanland sollten ausreisen
Auf seiner Website warnt das Auswärtige Amt: „Israel befindet sich weiterhin formell im Kriegszustand. Deutsche Staatsangehörige, die sich derzeit im Gazastreifen oder im Westjordanland aufhalten, sollten – sofern möglich – ausreisen.“ Demzufolge habe sich Situation für die Menschen vor Ort dramatisch verschlechtert: „Aufgrund der aktuellen Entwicklung ist der Flugverkehr nach und aus Israel bis auf Weiteres eingestellt“, teilt das Auswärtige Amt mit.
Auch die Landgrenzen sind betroffen: „Die Übergänge in das Westjordanland sind zum jetzigen Zeitpunkt gesperrt; die Dauer der Sperrung ist nicht absehbar“. Ebenso sind „die Grenzübergänge nach Jordanien derzeit gesperrt beziehungsweise nur für begrenzte Zeitfenster und einzelne Berechtigte geöffnet“.
Im Gazastreifen seien konsularische Hilfeleistungen „aufgrund der kriegerischen Handlungen zurzeit praktisch unmöglich“, so das Auswärtige Amt und empfiehlt deshalb: „Laden Sie Mobiltelefone sowie andere Kommunikationsmittel und verfügbare externe Batterien immer voll auf, wenn Sie Zugang zu Strom haben“.
Auswärtiges Amt: Deutsche in Nahost sollen sich in Krisenvorsorgeliste eintragen
Das Auswärtige Amt appelliert zudem dringend an alle Deutschen in der Region, sich in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) einzutragen und die Sicherheitshinweise zu beachten. „Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts beziehungsweise prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind“, heißt es in den Hinweisen.
Bei den Sicherheitshinweisen der anderen Länder aus der Liste mit Reisewarnungen informiert das Auswärtige Amt: „Die Sicherheitslage in der gesamten Region ist äußerst volatil. Es kann jederzeit zur Sperrung von Lufträumen kommen; mehrere Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb in die Region eingestellt.“ Demnach könnte es in den Ländern jederzeit zu „sicherheitsrelevanten Vorfällen“ kommen.
Reisewarnung impliziert kein Reiseverbot – kann aber bei der Stornierung von Flügen und Hotels helfen
Die Reisewarnungen würden die höchste Alarmstufe darstellen und nur ausgesprochen werden, wenn eine konkrete Gefahr für Leib und Leben besteht. Jedoch impliziert sie kein absolutes Reiseverbot. Sie kann Reisenden allerdings unter Umständen die Stornierung von Flügen und Unterkünften erleichtern. Zwar ist eine Warnung kein automatisches Recht auf kostenlose Stornierung, kann aber ein wichtiges Argument gegenüber dem Reiseanbieter sein – die in so einem Fall häufig entgegenkommend sind.
Vor allem Pauschalreisen genießen besonderen Schutz. Pauschalreisende können nach § 651h BGB bei außergewöhnlichen Umständen (höhere Gewalt) am Bestimmungsort kostenlos kündigen, wenn:
- Die Durchführung der Pauschalreise erheblich beeinträchtigt ist
- Oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigt ist
Auch beliebtes Reiseziel Dubai von Reisewarnungen betroffen
Von den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ist unter anderem auch das Trend-Urlaubsziel Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten betroffen. Allein vergangenes Jahr wurden dort laut touristik-aktuell.de rund 640.000 Übernachtungsgäste aus Deutschland gezählt. Mit 43 Millionen gebuchten Übernachtungen insgesamt stellte das Land zudem vergangenes Jahr insgesamt einen neuen eigenen Tourismus-Rekord auf. Wie der Konflikt die Buchungen beeinflusst, ist bislang offen. Zuletzt hatte das Auswärtige Amt auch für die USA eine Reisewarnung ausgesprochen. (bk)
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