Sicherheitspolitik

„Donald Trump sucht nach Ausreden, um sich aus der Nato zurückzuziehen“

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„Die Tatsache, dass Trump über den Ausstieg aus der Nato spricht, was er im Falle seiner Wiederwahl wohl tun würde, ist Musik in Putins Ohren“, sagt John Bolton.
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Donald Trumps Drohungen in Richtung Nato sind sehr ernst zu nehmen, warnt dessen früherer Berater John Bolton und spricht über mögliche Folgen eines Wahlsiegs.

John Bolton, was denken Sie über die Tötung von Nawalny? Glauben Sie, dass Putin den Befehl zur Ermordung Nawalnys gegeben hat, und wenn ja, warum gerade jetzt?
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen Mord gehandelt hat und nicht um ein angebliches plötzliches Todessyndrom. Es ist schwer vorstellbar, dass in einem russischen Gefangenenlager wie dem, in dem Nawalny festgehalten wurde, etwas zufällig passiert. Es entspricht zumindest nicht der russischen autoritären Tradition. Bei einem Gefangenen mit einer derartigen Bekanntheit wie der Nawalnys und der hochsensiblen Situation kann ein Befehl, ihn zu vergiften oder was auch immer zu tun, wirklich nur von Putin gekommen sein.
Was war Putins Kalkül, warum veranlasste er es gerade jetzt?
Ich glaube, Wladimir Putin ist sehr optimistisch, was seine Position sowohl im Inland als auch international angeht. Wir haben einige Gedenkfeiern für Nawalny gesehen, die Putin mit der Polizei einfach aufgelöst hat. Die Opposition ist entweder im Exil oder untergetaucht. Putin denkt, dass er die Kontrolle hat. Er schaut auf Europa und die Vereinigten Staaten und macht sich keine großen Sorgen darüber, wie die Reaktion auf Nawalnys Tod sein wird. Und ich fürchte, dass er auch hier recht haben könnte, unsere Politiker sind sehr gut darin, ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen, aber wenn es dann darum geht, etwas zu tun, sind sie nicht so gut. Aber es ist immer noch Zeit, dass man entsprechend reagiert. Präsident Joe Biden hat gut daran getan zu sagen, dass ich Putin bereits 2021 vor bestimmten Maßnahmen gewarnt habe, als Nawalny nach Russland zurückkehrte und sofort verhaftet wurde.

Tod von Nawalny: „Ich habe Putin gewarnt“

Was haben Sie gesagt?
Ich habe Putin gewarnt, dass es Konsequenzen haben würde, wenn Nawalny im Gefängnis stirbt. Putin hat seine Antwort am Freitag gegeben. Er weiß, dass wir eine Menge Sanktionen verhängt haben, seit die Russen in die Ukraine einmarschiert sind. Ich denke also, Putin glaubt, dass er die Reaktion des Westens überstehen kann, und angesichts seiner Fähigkeit, die infolge des Einmarsches in die Ukraine verhängten Wirtschaftssanktionen zu unterlaufen, hat er Grund, zuversichtlich zu sein, leider.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Machtposition wieder gesichert hat, glaubt John Bolton.
Sie sind Putin mehrmals begegnet. Welchen Eindruck haben Sie von diesem Mann?
Ja, ich habe ihn mehrfach getroffen. Als ich ihn im Oktober 2001 zum ersten Mal traf, war ich im Außenministerium derjenige, der Verteidigungsminister Rumsfeld zu Konsultationen über eine Reihe von Fragen nach dem 11. September 2001 nach Moskau begleitete. Und mein damaliger Eindruck, und das war sehr früh in Putins Amtszeit als Präsident, war, dass er ein so kaltblütiger Mann ist, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Und als ich dann Nationaler Sicherheitsberater wurde, traf ich ihn erneut mehrfach.
Stimmt es, dass Sie der einzige Mensch gewesen sind, der nicht auf Putin warten musste?
Als ich Nationaler Sicherheitsberater wurde, flog ich nach Moskau, um mich auf den Helsinki-Gipfel 2018 vorzubereiten. Und aus welchem Grund auch immer, ich habe keine Sekunde auf Putin warten müssen. Ich konnte ihn fast genau zum geplanten Zeitpunkt treffen, aber er machte das wieder wett, indem er mich bei späteren Besuchen warten ließ.
Als Wagner-Chef Prigoschin auf Moskau marschierte, schien Putin in Gefahr zu sein, aber jetzt sagen Sie, die Situation hat sich für Putin stabilisiert. Was hat er in dieser Zeit getan? Warum war er erfolgreich?
Prigoschin hat sein Blatt überreizt. Natürlich kennen wir nicht alle Details, aber ich bin der Meinung, er war zu selbstbewusst, was seine Fähigkeit angeht, die Situation für sich auszunutzen. Ich denke, es gab eine Phase der Verwundbarkeit, aber Putin ist ein Überlebenskünstler und er ist jetzt seit fast 25 Jahren an der Macht. So lange hält man sich nicht ohne Überlebensinstinkt. Und jetzt ist Putin derjenige, der im Amt ist, und Prigoschin im Grab. Ich denke also, dass es wahrscheinlich noch andere, weniger bekannte Säuberungen innerhalb des Militärs und der Sicherheitsdienste gab. Aber was auch immer für Schritte unternommen wurden, Putin fühlt sich nun sicher, dass er Loyalisten in allen Schlüsselpositionen hat.

„Mache mir Sorgen, dass Putin Verhandlungen anbieten könnte“

Was erwarten Sie nun für den weiteren Verlauf des Krieges in der Ukraine?
Putin hat in dem Interview mit Tucker Carlson angedeutet, dass er zu Verhandlungen bereit ist. Er hat das inzwischen wieder zurückgenommen. Aber ich mache mir schon seit einiger Zeit Sorgen, dass Putin Verhandlungen über einen Waffenstillstand anbieten könnte. Ich glaube, wenn er das täte, würden sich die Verhandlungen sehr lange hinziehen, ohne Erfolg. Er würde die Kampflinie in der Ukraine einfrieren, und Russland hätte am Ende de facto eine neue Grenze mit doppelt so viel ukrainischem Gebiet wie vor dem 22. Februar.
Wäre das ein Erfolg für ihn?
Aus Putins Sicht kein großer Erfolg, aber genug, um so zu tun, als könne er den Sieg für sich beanspruchen, und dass die russischen Streitkräfte sich von den katastrophalen Verlusten erholen. Auch zu hoffen, dass er das Blatt in wirtschaftlicher Hinsicht gegenüber Europa und den Vereinigten Staaten wenden kann. Zudem sieht er ja, dass Trump im November ein starker Konkurrent für Biden ist. In einigen Umfragen liegt Trump in Führung. Die Tatsache, dass Trump über den Ausstieg aus der Nato spricht, was er im Falle seiner Wiederwahl wohl tun würde, ist Musik in Putins Ohren. Ich glaube also, dass Putin sich in guter Verfassung fühlt. Er hat in letzter Zeit einige militärische Siege in der Ukraine errungen, keine großen Siege, aber taktisch wichtige. Er sieht, dass ihm vieles in die Karten spielt.
Was wird passieren, wenn der US-Kongress der weiteren Unterstützung für die Ukraine nicht zustimmt? Werden die Russen zum Beispiel bald Kiew einnehmen, oder was erwarten Sie?
Nein, ich glaube nicht, dass das russische Militär in der Lage ist, die Probleme, die die Ukraine sofort hätte, so sehr auszunutzen. Man wird sehen müssen, ob europäische Beiträge einen Teil der Differenz ausgleichen können. Es ist sicherlich kein ermutigendes Zeichen und es könnte sein, dass die Lähmung im Kongress, der sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat sehr stark gespalten ist, einfach bis zu den Wahlen im November andauern wird. Wir müssen abwarten, was nicht nur auf der Ebene der Präsidentschaftswahlen, sondern auch bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat passiert. Ich bin darüber nicht glücklich, glauben Sie mir. Das ist kein gutes Ergebnis. Es wäre ein Fehler, zu diesem Zeitpunkt optimistischer zu sein.

Zur Person

John Robert Bolton, 75, arbeitete schon für die US-Präsidenten Ronald Reagan und George Bush senior im Justiz- und im Außenministerium, bevor er am 9. April 2018 zum Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump bestellt wurde. Von diesem Posten trat der US-amerikanische Politiker und Diplomat am 10. September 2019 zurück. Er war zudem von August 2005 bis Dezember 2006 US-Botschafter bei den Vereinten Nationen.

In seinem Buch „Der Raum, in dem es geschah“ schilderte Bolton seine Sicht auf die Trump-Regierung.

Würden Sie sagen, dass Europa die Hilfe für die Ukraine allein aufbringen kann?
Das glaube ich nicht. Bei all dem Gerede auf der Münchner Sicherheitskonferenz, bei der ich nicht dabei war, dass Europa jetzt seine eigene Verteidigung übernehmen soll, dazu sage ich: viel Glück dabei! Ich sehe das nicht. Wenn man den baltischen Ländern zuhört, merkt man, wie besorgt sie sind, was Russland angeht. Für die führenden Politiker in Westeuropa ist es einfacher, sie befinden sich nicht an der Frontlinie.
Wie bewerten Sie die Reaktion des Westens nach zwei Jahren Ukraine-Krieg?
Ich denke, sie haben in die richtige Richtung reagiert, aber unzureichend. Und ich denke, dass alle von den USA angeführten Staaten keine wirksame Strategie zur Unterstützung der Ukraine entwickelt haben. Nach zwei Jahren sind nun viele Leute im Kongress an dem Punkt zu sagen: „Wir haben all diese Hilfe geleistet, und die Ukrainer waren nicht in der Lage, die Russen zu besiegen.“ Ein Teil des Problems ist jedoch, dass der Westen im Laufe dieses Krieges von Russland zu sehr beeindruckt wurde. Und ich würde sagen, dass Biden besonders anfällig dafür ist. Die Angst vor einem größeren Krieg, das nukleare Säbelrasseln des Kremls und andere Faktoren haben dazu geführt, dass wir sagen, wir wollen zwar nicht, dass Russland gewinnt, aber auch nicht das Nötige tun, damit die Ukraine gewinnt. Und so kommt es zu einer Pattsituation.
Was halten Sie von der besonderen Rolle Deutschlands und von Bundeskanzler Scholz?
Als er über die 100 Milliarden Euro und die doppelten Verteidigungsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sprach, sahen die Leute das als einen Gewinn an. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was mit den 100 Milliarden Euro passiert. Man kann mit der Mathematik zaubern, und in Berichten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik hieß es vor etwa einer Woche, dass Deutschland in diesem Jahr vielleicht nahe an die zwei Prozent des BIP herankommt, aber in den Folgejahren nachlassen wird.
Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater John Bolton. (Archivbild 2022)
Trump hat angedeutet, dass er den europäischen Staaten den nuklearen Schutzschirm entziehen will. Gibt es aus Ihrer Sicht eine Alternative für Europa?
Trump hat davon gesprochen, sich aus der Nato zurückzuziehen. Ich denke, das ist sehr ernst zu nehmen. Viele Leute sagen, auch solche, die in der Trump-Administration gearbeitet haben, dass er immer nur mit den Europäern verhandelt. Und das ist in gewisser Weise richtig, aber ich war einer von Hunderten von Amerikanern, die über Jahrzehnte hinweg zu unseren Freunden in Europa gesagt haben, gebt mehr für die Verteidigung aus. Das ist es, was Trump zum Teil sagt. Trump will die Nato nicht stärken. Er sucht nach Ausreden, um sich zurückzuziehen. Er glaubt, dass viele Länder die zwei Prozent am BIP für Verteidigung nicht hinbekommen werden. Deshalb haben einige seiner Berater gesagt: Dann werden wir eben eine zweistufige Nato haben, die Sicherheitsgarantien für Länder bietet, die zwei Prozent oder mehr geben, aber nicht für die, die weniger zahlen. Nun, sagen Sie mir, wie das auf dem Schlachtfeld funktioniert.
Sagen Sie es mir.
Die Polen geben mehr von ihrem BIP für Verteidigung aus als wir. Wenn die Russen in Polen einmarschieren, werden die USA Polen verteidigen. Aber wenn die Truppen bis zur Grenze zwischen Polen und Deutschland zurückgedrängt werden, müssen wir dann sagen, sorry, wir machen bei diesem nächsten Kampf nicht mit? Wie halten wir es dann an der deutsch-französischen Grenze? Das macht also überhaupt keinen Sinn.
Trump meint es aber ernst ...
Sogar seine eigenen Berater glauben, dass er es ernst meint. Sie suchen bereits nach Wegen, diese Sache zu entschärfen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass man jetzt nicht so tun sollte, also ob ein amerikanischer Präsident doch nicht so töricht sein könnte, die Vereinigten Staaten aus der Nato zurückzuziehen. Wenn er es dann doch tut, sind alle überrascht. Ich sage Ihnen, ich war mit Trump auf dem Nato-Gipfel 2018 und er war nur einen Zentimeter davon entfernt, sich aus der Nato zurückzuziehen.
Sollte Deutschland selbst Atombomben besitzen oder ist das wegen des Atomwaffensperrvertrags rechtlich nicht möglich?
Der Atomwaffensperrvertrag wurde ja von vielen anderen Ländern ja auch ignoriert. Aber da die Debatte gerade geführt wird: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frankreich seine Atomwaffenkapazitäten zu irgendeinem Zeitpunkt freiwillig an die Europäische Union abgibt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa
Was heißt das für Deutschland?
Zu Deutschland möchte ich nur sagen, es sollte eine politische Debatte darüber geben, ob Deutschland jetzt eine normale Nation ist. Wissen Sie, in Japan wurde diese Debatte in den 1990er Jahren unaufgeregt geführt, und nach etwa 10 oder 15 Jahren kam man zu dem Schluss, dass Japan eine normale Nation ist. Eine normale Nation sorgt auch für ihre eigene Selbstverteidigung. Aus diesem Grund wollte Shinzo Abe die Verfassung ändern, die die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg für Japan geschrieben hatten. Japan sollte sich voll und ganz an allen Verteidigungsstrukturen beteiligen, die wir im Pazifik brauchen. Wenn Deutschland eine normale Nation ist, sollte es keine Angst vor einer starken militärischen Präsenz haben, wenn wir so die Nato zusammenhalten können. Lassen Sie uns die Nato stärker machen, anstatt das Rad neu zu erfinden.
Was wird eigentlich mit der Welt passieren, wenn Trump wieder Präsident wird? Mit dem, was wir den Westen nennen? Wird es eine neue Weltordnung geben?
Trump wird nicht mit einer bestimmten Philosophie oder Politik ins Amt einziehen. Er sieht die Welt durch sein eigenes Prisma. Eine Politik, die er vielleicht auf internationaler Ebene verfolgen möchte, wird auf großen innenpolitischen Widerstand stoßen. Ich vermute, dass seine Präsidentschaft durch die vielen Dinge, die er innenpolitisch tun will, ins Chaos abgleiten wird. Es ist also sehr schwer vorherzusagen, inwieweit er in der Lage sein wird, das, was er über internationale Angelegenheiten sagt, auch tatsächlich umzusetzen, oder wie sehr er sich tatsächlich darauf konzentrieren wird.
Aber wenn er siegt, werden die Isolationisten gewinnen?
Sie werden mit Sicherheit in einer viel stärkeren Position sein als jetzt. Aber wissen Sie, dieser Kampf ist durch ein Auf und Ab gekennzeichnet. Wir hatten schon einmal Isolationismus. Trump hat das Virus wieder entfesselt. Aber innerhalb der republikanischen Partei gibt es immer noch einen Kampf, und er wird weitergehen, selbst wenn Trump gewinnt.
Was erwarten Sie für den Super Tuesday?
Es müsste schon ein Meteor auf der Erde einschlagen, um Trump die Nominierung der Republikaner noch zu nehmen. Es gibt in den USA eine große Gruppe von Menschen, die weder Trump noch Biden will. Und wie schon 2016 und 2020 wird das Ergebnis davon abhängen, wen diese Wähler im November stärker ablehnen. Ich weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, wer das sein wird.
Trump sagt, dass er den Krieg in der Ukraine in 24 Stunden beenden kann. Was würde er tun?
Ich glaube nicht, dass er weiß, was er tun sollte. Klar ist, es würde ihm nicht gelingen. Nehmen wir einmal an, er würde Selenskyj und Putin 24 Stunden lang in einen Raum setzen, und es käme nicht zu einer Einigung. Nun, natürlich wäre das nicht Donald Trumps Schuld, denn er ist nie schuld. Wer von den beiden anderen würde also die Schuld auf sich nehmen? Ich bin sehr besorgt, dass Trump Selenskyj die Schuld geben würde. Er würde nicht seinen Kumpel Putin beschuldigen. Das ist ein weiterer Grund, warum ich glaube, dass Putin nur darauf wartet, dass Trump wiedergewählt wird. (Interview: Michael Hesse)

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