VonMoritz Bletzingerschließen
Papst-Kandidat krank? Gerüchte kursieren um einen der Favoriten im anstehenden Konklave um die Franziskus-Nachfolge. IPPEN.MEDIA weiß, was dahintersteckt.
Rom – Das Konklave entscheidet sich in der Sixtinischen Kappelle? Nicht ganz. Schon Tage vor der Papst-Wahl sind die allermeisten Kardinäle im Vatikan. Und das Abtasten ist vorbei, der Kampf um die Nachfolge von Franziskus läuft offenbar mit harten Bandagen.
Krankenhaus-Gerüchte über Papst-Favorit Parolin verstreut: Konklave-Kampf „spitzt sich zu“
„Die Sache spitzt sich definitiv zu“, berichtet Vatikan-Experte Andreas Englisch gegenüber IPPEN.MEDIA aus Rom. Bevor das Konklave am 7. Mai startet, zeigen sich die ersten klaren Versuche, Einfluss auf die anstehende Wahl zu nehmen.
Einer dieser Versuche galt Kardinal Pietro Parolin, der das Konklave leiten wird und dem als bisherigen Chefdiplomaten des Vatikans besonders gute Chancen auf den Papst-Posten zugesprochen werden.
„Es wurde das Gerücht gestreut, Kardinal Parolin sei mit Bluthochdruck behandelt worden und im Krankenhaus gewesen“, sagt Englisch. Verschiedene Online-Medien hatten berichtet, Parolin sei am Ende der Kardinalsversammlung am Mittwoch (30. April) in Ohnmacht gefallen. Aber: An der Behauptung ist überhaupt nichts dran, wie der Vatikan klarstellt. „Es ist nichts passiert, das ist nicht wahr“, sagte Sprecher Matteo Bruni am Freitag (2. April).
Gerüchte über Konklave-Favorit waren heftiger Angriff: „Kranker Papst wäre nicht wählbar“
Für Englisch ist es absolut kein Zufall, dass dieses Gerücht gestreut wurde. Der konservative Flügel versucht, aussichtsreiche Papst-Kandidaten der modernen Fraktion zu schwächen. Und Gesundheitsprobleme könnten selbst den angesehenen Parolin komplett aus dem Rennen kegeln. Englisch stellt klar: „Hätte das gestimmt, wären seine Chancen auf null. Ein kranker Papst wäre nicht wählbar.”
Aber Parolin ist nicht allein. „Seine Anhänger sind direkt für ihn in die Bresche gesprungen“, berichtet Englisch aus dem Vatikan. „Einer seiner engen Vertrauten, Kardinal Filoni, sagte, dass nach dem ersten Wahlgang weißer Rauch aufsteigen würde. Damit wollte er andeuten: Wir haben genug Stimmen für Parolin, solche Angriffe bringen nichts mehr.“ (moe)
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