VonMartina Lipplschließen
Eine neue Corona-Variante breitet sich rasant aus. „Eris“ – oder EG.5 zeigt eine auffällige Mutation. Noch ist unklar, wie gefährlich die Omikron-Subvariante ist.
Genf – Ausgerechnet vor dem Herbst taucht Corona in Form von EG.5 oder auch genannt „Eris“ in den Schlagzeilen wieder auf. Der Spitzname „Eris“ – benannte nach der griechischen Göttin des Chaos, Streits und der Zwietracht – klingt dramatisch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte am Mittwoch (9. August 2023) EG.5 in die Kategorie als „Virusvarianten von Interesse“ hoch. Was bedeutet das? Ein kurzer Überblick:
| EG.5 Abstammung | XBB.1.9.2 (Omikron) |
|---|---|
| Erstmals festgestellt | 17. Februar 2023 |
| Variante unter Beobachtung (VUM) | seit 19. Juli 2023 |
| Variante von Interesse (VOI) | seit 9. August 2023 |
| zusätzliche Mutation | am Spike-Protein (F456L) |
Neue Coronavirusvariante EG.5 oder auch „Eris“ – Das ist über den Omikron-Subtyp bekannt
Das Virus Sars-CoV-2 hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und mutiert. Verschiedenste Varianten sind inzwischen entstanden. EG.5 ist eine davon. EG.5 stammt von der Coronavirusstamm Omikron – speziell von der XBB-Familie ab. Allerdings besitzt der neue Abkömmling eine zusätzliche Spike-Mutation, genannt F456L. Dieser kleine Unterschied ermöglicht es dem Virus wahrscheinlich, eine erworbene Immunität in unserem Körper von einer früheren Coronainfektion oder Impfung auszutricksen.
„Ein bisschen schlüpfriger und ausweichender für bereits vorhandene Antikörper“
Virologe und Wissenschaftler Stuart Turville von der University of New South Wales in Sydney (Australien) bezeichnete die Variante EG.5 als „ein bisschen schlüpfriger und ausweichender für bereits vorhandene Antikörper“, wie das australische Nachrichtenportal abc.net.au berichtet. „Es hat also einen kleinen Vorteil“, so Corona-Experte Turvill. Es bedeute, dass „Eris“ infektiöser sei als andere Varianten, einschließlich Omikron.
Ob EG.5 tatsächlich seinem Spitznamen „Eris“ gerecht wird, bezweifeln Forscherinnen und Forscher im Augenblick. Nach Ansicht der WHO stellt die Variante keine besondere Gefahr dar: „Auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse wird das von EG.5 ausgehende Risiko für die öffentliche Gesundheit auf globaler Ebene als gering eingeschätzt.“ Weiter teilt die WHO mit: „Aufgrund seiner Eigenschaften kann sich EG.5 weltweit ausbreiten und in bestimmten Fällen zu einem Anstieg führen.“ Laut WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove sind bei EG.5 zwar keine schwereren Krankheitsverläufe, aber ein geringerer Impfschutz als bei anderen Virusvarianten beobachtet worden.
Looks like we're going to be talking about EG.5.1 a fair bit as it is increasing significantly in many places. To aid communication about it, we're going with the nickname "Eris" for EG.5.1*.
— T. Ryan Gregory (@TRyanGregory) August 1, 2023
Note that nickname ≠ expected to cause a big wave by itself.https://t.co/LwMHPoyqX2
Neue Coronavariante EG.5 taucht auf Mallorca auf: Welche Länder sind betroffen?
„Eris“-Fälle sind in vielen Ländern gestiegen. In China, den USA und Großbritannien nimmt der Anteil der Subvariante stetig zu. Aber auch auf der Urlaubsinsel Mallorca schnellen die Infektionszahlen in die Höhe.
Innerhalb eines Monats haben sich die aktiven Corona-Fallzahlen auf der Baleareninsel verdoppelt. Die Krankheitsverläufe seien überwiegend „milde“, berichtet das Mallorca Magazin unter Berufung auf einen Experten. Zwar würden die Infektionszahlen in ganz Spanien wieder steigen, doch die „Datenlage würde aber keinen Anlass zur Sorge“ bereiten, sagte demnach der Präventivmediziner Joan Carles March.
„Es wird wahrscheinlich zu einer Welle von mehr Fällen und all den damit verbundenen Problemen kommen“, schätzt Christina Pagel, Professorin am University College London im britischen The Guardian. Die Corona-Expertin befürchtet demnach in Großbritannien mehr Krankenhausaufenthalte und Long Covid. Im Moment gäbe es aber keinen Grund zu der Annahme, dass es „schlimmer sein wird als frühere Wellen in diesem Jahr“, sagt Pagel. Es könnte jedoch sein, dass die EG.5-Welle wegen der nachlassenden Immunität von Impfungen oder früheren Infektionen länger brauche, um ihren Höhepunkt zu erreichen und daher auch größer sein.
Welche Symptome verursacht die neue Coronavirus-Variante EG.5 „Eris“
Die Symptome der Subvariante EG.5 sind wie schon zuvor bei einer Coronavirus-Infektion Husten, Fieber oder Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Müdigkeit sowie Muskeln- oder Kopfschmerzen. Dazu treten jedoch „neue Symptome“ wie Geschmacks- oder Geruchsverluste auf. Diese waren schon bei früheren Coronavirusvarianten, gerade zu Beginn der Pandemie weit verbreitet.
- Halsschmerzen
- laufende oder verstopfte Nase
- Niesen
- trockener Husten
- Kopfschmerzen
- lockerer Husten mit Auswurf
- Heiserkeit
- Muskelschmerzen
- Einfluss auf den Geruchssinn
EG.5 oder „Eris“ sei zwar infektiöser, aber nicht ansteckender, sagt Professor K. Srinath Reddy von der Public Health Foundation of India in der Washington Post. „Die Auswirkungen auf den menschlichen Körper sind etwa die gleichen“, so Reddy. In der Regel treten Symptome wie eine laufende Nase, Niesen und ein trockener Husten auf. Aufgrund fehlender Test sei es jedoch schwierig, eine EG.5-Infektion von einer Grippe oder einer Erkältung zu unterscheiden. (ml)
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