Teils ohne Ausbildung

Mangel an Personal in deutschen Kitas: Fachkräfteanteil nimmt ab

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Die Kita-Krise macht sich in Deutschland vor allem durch einen Mangel an Betreuern bemerkbar. Nun wird klar, dass es stellenweise auch an deren Qualifikationen mangelt.

Berlin –  Nicht nur die Zahl der Betreuer in Kitas sinkt, auch deren Grundlagen zur Kindererziehung sind immer weniger ausreichend. Was das für den täglichen Umgang mit Heranwachsenden bedeutet.

Studie zu Erziehern: Jedes Bundesland hat andere Regelungen

Weniger Erzieher und dann auch noch weniger qualifizierte – So drastisch kann man die Personalentwicklung in deutschen Kitas über die Jahre zusammenfassen. Grundlage für diesen Schluss bildet der aktuelle Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme für das Jahr 2023 der Bertelsmann Stiftung. Seit 2008 werden von der Stiftung in einem Ländermonitoring Daten und Fakten für den Bereich gesammelt und ausgewertet. Die zeigen, dass 2017 bundesweit in jedem dritten Kita-Team (32 Prozent) noch acht von zehn pädagogischen Fachkräften mindestens einen einschlägigen Fachschulabschluss aufwiesen. 2023 traf das nur noch auf rund jedes vierte Kita-Team zu (23 Prozent).

Das ist kein regionales Phänomen, in 13 von 16 deutschen Bundesländern ist diese Entwicklung sichtbar. Laut Bertelsmann Stiftung sei die am deutlichsten in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen ausgefallen. Mehr und mehr müssen Kitas wegen verfügbarer Betreuer komplett schließen. Eltern sind dann oft gezwungen, ihre Kinder wegen fehlender Kita-Plätze mit ins Büro zu nehmen.

Die schönsten Kinderbücher für Weihnachten und die Vorweihnachtszeit

Cover zu Timothée de Fombelle, Thomas Campi „Hinter dem Schnee“
Timothée de Fombelle, Thomas Campi: „Hinter dem Schnee“ – Ein einsamer Eiswagenfahrer ist am Weihnachtsabend unterwegs von Italien nach England. Am selben Abend fliegt eine Schwalbe aus der Hitze Afrikas in die Kälte des Nordens. Und ein Dritter macht sich im Verborgenen ebenfalls auf den Weg. Ohne dass die drei voneinander wissen, sind sie doch untrennbar miteinander verbunden. Eine poetisch erzählte, ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, die berührt, das Herz weit werden lässt und noch lange nachklingt. © Gerstenberg
Cover zu Kerstin Hau, Laura Bednarski „Wie feiern Wiesel Weihnachten?“
Kerstin Hau, Laura Bednarski (Illustration) „Wie feiern Wiesel Weihnachten?“ - Vince Wiesel liebt den Winter. Aber Weihnachten? Nein, Weihnachten ist kein Wieselfest! Wiesel feiern Erdfellfärben und Sommernachtsträumerei. Doch als der Weihnachtsbaum vor seinem Fenster so verheißungsvoll glitzert, kommt er über Nacht ins Grübeln. Vielleicht können Wiesel ja doch Weihnachten feiern? Zum Glück hat er richtig gute Weihnachtsfreunde, die ihm erklären, was das Fest für sie besonders macht: der Duft, die Stille, das Essen, die Party … Und so macht Vince sich auf die Suche nach seiner ganz eigenen Geheimzutat für das perfekte Wiesel-Weihnachtsfest. © Carlsen
Cover zu J. K. Rowling, Ziyi Gao „Weihnachten in Hogwarts“
J. K. Rowling, Ziyi Gao (Illustration) „Weihnachten in Hogwarts“ – „Weihnachten stand vor der Tür. Eines Morgens Mitte Dezember wachte Hogwarts auf und sah sich ellendick in Schnee gehüllt.“ So beginnt das zwölfte Kapitel von Harry Potter und der Stein der Weisen und die berührende Geschichte von Harry Potters erstem Weihnachtsfest in Hogwarts. Die mit prächtigen Tannenbäumen geschmückte Große Halle, die gemütlichen Abende im Gryffindor-Gemeinschaftsraum und nicht zuletzt die Freude über die Geschenke am Weihnachtsmorgen – es ist eine Zeit voller Freundschaft, gutem Essen und magischen Überraschungen, die Harry nie vergessen wird. Das festlich illustrierte Buch über diese stimmungsvollen Weihnachstage vereint Originaltexte aus J.K. Rowlings erstem Harry-Potter-Band und die prächtigen Illustrationen von Ziyi Gao. Zum Staunen, Entdecken und Schmökern für jedes Alter!  © Carlsen
Cover zu Frida Nilsson, Anke Kuhl „Frohe Weihnachten, Zwiebelchen!“
Frida Nilsson, Anke Kuhl (Illustrationen): „Frohe Weihnachten, Zwiebelchen!“ - Weihnachten steht vor der Tür und Zwiebelchen, der eigentlich Stig heißt, hat zwei große Herzenswünsche: Er hätte gerne ein Fahrrad und er möchte endlich seinen Papa kennenlernen! Doch für ein Fahrrad ist nicht genug Geld da und mit seinem Vater möchte Stigs Mutter nichts zu tun haben. Im Dorf gibt es einen komischen Kauz namens Karl, der angeblich Hühner hypnotisieren kann – vielleicht klappt das ja auch bei Müttern? Am Ende gehen Zwiebelchens Wünsche in Erfüllung, wenn auch anders, als er sich das vorgestellt hatte. © Beltz
Cover zu Emma Thompson, Axel Scheffler „Jims brillante Weihnachten“
Emma Thompson, Axel Scheffler: „Jims brillante Weihnachten“ – Jim ist eine Seele von Hund, der – an der Seite von Sir Henry Cole – in einem prachtvollen Museum Londons lebt. Er ist ein passionierter Leser, weshalb es ihn sehr betrübt, dass seine Sehkraft mehr und mehr nachlässt. Als er auf einem seiner Botengänge in den Buckingham-Palast ein Monokel erspäht, macht sein Herz einen Sprung und er kann nicht widerstehen. © Beltz
Cover zu Johanna Lindemann, Andrea Stegmeier „Die gestohlene Weihnachtsgans“
Johanna Lindemann, Andrea Stegmeier (Illustrationen): „Die gestohlene Weihnachtsgans“ – Bei Emma und ihren Eltern soll dieses Weihnachten alles ganz besonders perfekt sein. Das führt zu sehr viel Stress in der doch eigentlich besinnlichen Zeit. Als auch noch die Weihnachtsgans verschwindet, ist das Chaos komplett. Die Nachbarn haben nichts gesehen. Die Supermärkte haben schon geschlossen. Warum nicht einfach mal Spaghetti an Heiligabend? Doch plötzlich klingelt es an der Tür: Der Reihe nach trudeln Nachbarn ein, bringen Essen mit und alle feiern gemeinsam. So wird es schließlich ein richtig schönes und besonderes Weihnachtsfest. © Betz
Cover zu Lorenz Pauli, Kathrin Schärer (Illustrationen) „Wie weihnachtelt man?“
Lorenz Pauli, Kathrin Schärer (Illustrationen) „Wie weihnachtelt man?“: „Weihnachten ist, wenn mir alle ein Geschenk bringen“. Das erklärt die Eule frech dem kleinen Hasen und der erzählt es genauso weiter. Bald basteln alle Tiere im Winterwald ein Geschenk für die Eule. Doch bevor es dann ans Verschenken geht, passieren kleine Missgeschicke und Überraschungen, so dass die Geschenke dort landen, wo sie dringend gebraucht werden. Eine witzige und gefühlvolle Geschichte über den wahren Sinn des Schenkens - immer und besonders zur Weihnachtszeit! © Fischer Sauerländer
Cover zu Linda Wolfsgruber, Gino Alberti „Das rote Paket“
Linda Wolfsgruber, Gino Alberti „Das rote Paket“: Man darf das rote Paket nicht öffnen, man darf es nur weiterschenken, sagt Oma zur kleinen Anna. Linda Wolfsgruber und Gino Alberti erzählen mit stimmungsvollen Bildern, wie das geheimnisvolle Paket das Leben im Dorf verändert. © Bohem-Press
Cover zu „Kommst du mit?“ von Cristina Petit
Cristina Petit, Chiara Ficarelli (Illustrationen): „Kommst du mit?“, fragt ein aufgewecktes Mädchen und führt in Folge eine ganze Kinderschar durch die Stadt – durch Straßen, über Plätze, Brücken, vorbei an Geschäften und Gärten. Wo mag der Spaziergang nur hinführen? Das bleibt ein Geheimnis, aber sicher ist: an einen äußerst magischen und besonderen Ort! Mit dieser sympathischen Geschichte gelingt es Cristina Petit und Chiara Ficarelli, die Neugier der kleinen Leser zu wecken und die Lust auf Bücher und neue Horizonte anzufachen. Die Idee zum Buch kam der Autorin, als sie in einer Bücherei eine Gruppe Kinder traf, die den Geschichten der Bibliothekarin mit vollster Begeisterung lauschten. © Achse Verlag
Cover zu „Der Vogel in mir fliegt, wohin er will“
Sara Lundberg „Der Vogel in mir fliegt, wohin er will“: Berta wächst zu Beginn des 20. Jahrhunderts im ländlichen Norden Schwedens auf. Alles in ihr sträubt sich gegen ein vorbestimmtes Leben auf dem Bauernhof. Frei will sie sein wie ein Vogel und studieren, was sie liebt: Die Malerei. Doch ihr Vater ist dagegen und ihre Mutter, die sie versteht und unterstützt, stirbt. Berta ist verzweifelt, aber gleichzeitig fühlt sie tief in sich eine starke Kraft, die sie handeln lässt. „Der Vogel in mir fliegt, wohin er will“ ist ein Buch über Trauer, Sehnsucht, Kompromisslosigkeit und die Kraft der Fantasie, die alles verändern kann. Die Geschichte basiert auf dem Leben der schwedischen Malerin Berta Hansson (1910-1994). Sara Lundberg verwebt Fiktion und Realität zu einer Geschichte, die tief berührt und zum Nachdenken darüber anregt, ob nicht auch in einem selbst ein Vogel schlummert, der fliegen möchte, wohin er will. © Moritz Verlag

Die der Bundesregierung angehörende Arbeitsgruppe Frühe Bildung empfiehlt eine Fachkraftquote von 85 Prozent pro Kita-Team. Genau dort liegen aber unter anderem die Ursachen: Deutschland hat keine einheitlichen Standards für alle Bundesländer. Wegen des bereits bekannten Mangels soll das neue Kita-Gesetz ab 2025 Abhilfe schaffen und zu bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards führen. Dieses sieht vor allem eine finanzielle Investition von 5,5 Milliarden Euro über die kommenden vier Jahre vor.

Grundlage für gute Erzieher nicht nur Ausbildung

Im dpa-Interview weist eine Mitautorin der Bertelsmann-Studie darauf hin, was zur formalen pädagogischen Qualifikation gehört. Demnach hätten einen einschlägigen Hochschul- oder Fachschulabschluss Erzieherinnen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Heilpädagogen oder auch Kindheitspädagogen, so Kathrin Bock-Famulla. Der Expertin zufolge zählten Kinderpflegerinnen oder Sozialassistentinnen mit zweijähriger Ausbildung nicht dazu. Deutschland ist im Ländervergleich recht streng mit den Anforderungen an Pädagogen – zumindest in der Theorie, wenn es um Zulassung und darauf basierend Zuschüsse durch Kommunen geht.

Im Interview mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) verweist eine Expertin allerdings darauf, dass innerhalb der Kitas weniger streng kontrolliert wird. Es gebe keine guten Aufschlüsse darüber, inwiefern die einzelne Arbeit der Teams zu einer guten frühkindlichen Bildung führe. Eine Art Pisa-Test für die Kleinsten wie zum Beispiel in den USA oder Großbritannien gibt es hierzulande nicht.

Die Betreuung in deutschen Kitas hat personell stark gelitten.

Je nach Bundesland wird zudem der Mangel unterschiedlich kompensiert, um den Anspruch auf einen Kita-Platz zu gewährleisten. Dort sind teils auch Quereinsteiger ohne Qualifizierung im Dienst. Die Bertelsmann-Studie zeigt, dass in Baden-Württemberg auch Hebammen oder Logopädinnen in der Kita im Dienst sind. In Niedersachsen könnten unter bestimmten Bedingungen auch Eltern oder Rentner erzieherisch tätig sein. In Bayern brauche eine Kitaleitung keine pädagogische Qualifizierung mehr.

Bestmögliche Kenntnisse für Erzieher

Wer sich als Begleiter der frühkindlichen Erziehung eignet, lässt sich nicht nur an den in der Theorie erlernten Methoden festmachen. Wichtig sei vor allem, dass sich die betreuten Kinder in der Phase des Heranwachsens gesehen fühlen. Laut dem Portal pro-kita.com sollen pädagogische Aktivitäten Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich stärken. Pädagogen sollten bestenfalls Expertise in folgenden Bereichen mitbringen:

  • Bewegung, Körper, Gesundheit und Ernährung
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Sprache und Kommunikation
  • Sozial-emotionale und interkulturelle Bildung
  • Kreative Bildung (musisch-ästhetisch)
  • Religion und Ethik
  • Mathematik & naturwissenschaftlich-technische Bildung
  • Ökologische Bildung 
  • Medienkompetenz

Der Titel „Kita des Jahres“ ging 2024 nach Sachsen und zeigt am Beispiel, wie es in der preisgekrönten Einrichtung herausragend gut für den Nachwuchs läuft. (diase)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/IMAGO

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