Mehr Qualität, weniger Spielraum

Neues Kita-Gesetz 2025: Das ändert sich für Eltern und Betreuungseinrichtungen

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Mit dem neuen Kita-Qualitätsgesetz gehen wichtige Änderungen einher. Ziel ist die Verbesserung der Betreuungsqualität. Was bedeutet das für Länder und Eltern?

Berlin – Das neue Kita-Qualitätsgesetz, das am 1. Januar 2025 in Kraft treten soll, verspricht weitreichende Verbesserungen für die frühkindliche Betreuung in Deutschland und soll die Weichen für eine zukunftssichere Kinderbetreuung stellen, so die Bundesregierung. Das Gesetz hat zum Ziel, bundesweit einheitlichere Qualitätsstandards zu schaffen und die Betreuungssituation in den Kindertagesstätten nachhaltig zu verbessern. Doch während die Bundesregierung den finanziellen Rahmen absteckt und striktere Vorgaben für die Verwendung der Mittel festlegt, stehen die Länder vor der Herausforderung, diese Maßnahmen effektiv umzusetzen.

Fachkräftegewinnung im Fokus bei Kita-Gesetz

Im Fokus steht dabei nicht nur die Infrastruktur, sondern insbesondere die Fachkräftegewinnung. Der massive Personalmangel in Kitas ist längst kein Geheimnis mehr und bedroht die Qualität der Betreuung. Kritiker und Kritikerinnen warnen, dass die vorgesehenen Maßnahmen nicht ausreichen, um den Fachkräftemangel tatsächlich zu beheben. Gleichzeitig gibt es Bedenken, ob die neue Finanzierungsstruktur die Eltern entlastet oder zusätzliche Belastungen mit sich bringt.

Im Januar tritt das neue Kita-Qualitätsgesetz in Kraft. Für Kitas kommen damit zahlreiche Neuerung zu.

Stellt das neue Kita-Gesetz Eltern und Länder vor finanzielle Herausforderungen?

Das bisherige Kita-Qualitätsgesetz läuft Ende 2024 aus, was viele Länder vor finanzielle Herausforderungen stellen könnte. Hessen etwa erhielt 2023 und 2024 rund 293 Millionen Euro Bundesmittel zur Verbesserung der Kita-Qualität. Hessens Sozialministerin Heike Hofmann warnt, dass ein Ausstieg des Bundes verheerend wäre: „Sollte die Bundesregierung sich hier nicht mehr beteiligen, würden allein die Länderhaushalte belastet.“ Dabei sei eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung der Kinderbetreuung essenziell, um mehr Frauen Vollzeitbeschäftigung zu ermöglichen und Fachkräfte zu sichern, so das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.

Der Bund hat bereits zugesichert, auch in den Jahren 2025 und 2026 jeweils zwei Milliarden Euro bereitzustellen. Diese Mittel dürfen die Länder jedoch nicht mehr flexibel einsetzen, etwa zur Senkung von Kita-Gebühren. Laut ARD-Bericht werden die Gelder künftig gezielt für Maßnahmen wie Personalausbau oder gesunde bzw. nachhaltige Verpflegung verwendet. „Das sei ein starkes Signal für bessere Kita-Qualität in Deutschland“, erklärte Familienministerin Lisa Paus (Grüne) der Tagesschau.

Mehr Personal und Qualität in deutschen Kitas: Finanzielle Mitverantwortung des Bundes

Der größte Handlungsbedarf liegt in der Personalgewinnung. Laut Paus fehlen bis 2030 bundesweit bis zu 90.000 Fachkräfte; der Paritätische Wohlfahrtsverband schätzt den Bedarf sogar auf 125.000. Ohne ausreichendes Personal könnten Betreuungsstandards nicht gehalten werden. Das Gesetz sieht keine konkreten Maßnahmen vor, betont aber die Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen, um Fachkräfte langfristig im Beruf zu halten. Dies könnte durch einen verbesserten Betreuungsschlüssel und attraktivere Arbeitsbedingungen erreicht werden.

Trotz der Umstellung der Finanzierungsregelungen sind keine höheren Kita-Gebühren zu erwarten. Bisher durften Länder bis zu 49 Prozent der Bundesmittel zur Gebührenreduzierung verwenden, doch tatsächlich wurden zuletzt nur rund 15 Prozent dafür eingesetzt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt, laut Tagesschau, die neue Fokussierung auf Qualität, mahnt aber, dass Familien nicht zusätzlich belastet werden dürfen.

Nicht alle sind zufrieden mit den geplanten Änderungen. Die GEW fordert bundesweit verbindliche Mindeststandards, die das Gesetz jedoch nicht vorsieht. Auch vonseiten der Linken gibt es Kritik: Heidi Reichinnek fordert, laut Tagesschau, eine offenere Debatte darüber, was wirklich gegen den Fachkräftemangel hilft. Es brauche zusätzliche Mittel für einen besseren Betreuungsschlüssel, um echte Qualitätsverbesserungen zu erreichen. (ls)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Cavan Images

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