Vor Olympia-Eröffnungsfeier

„Massiver Angriff“ auf Frankreichs Schnellzugnetz: Ministerin schließt russische Beteiligung nicht aus

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Vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris wurde das französische Schnellzugnetz angegriffen. Die Hintergründe sind unklar, die Auswirkungen sind massiv.

Paris – Nur wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris berichtet die französische Bahngesellschaft SNCF von einem „massiven Angriff“ auf ihr Schnellzugnetz. Zahlreiche Verbindungen mit den TGV-Schnellzügen in Frankreich müssen gestrichen werden. Die „Situation dürfte mindestens das ganze Wochenende anhalten, während die Reparaturen durchgeführt werden.“

„Massiver Angriff“ auf Schnellzugnetz in Frankreich: Verkehr wohl tagelang stark beeinträchtigt

In der Nacht zum Freitag (26. Juli) wurden mehrere Brandanschläge verübt, wie die SNCF weiter berichtet. Der Verkehr auf den betroffenen Linien ist „stark beeinträchtigt“. Eine Person, die dem Fall nahesteht, bezeichnete die Vorfälle als „Sabotage“.

Anschläge auf Schnellzugnetz vor Olympia 2024: Frankreichs Bahnverkehr kollabiert – Bilder zeigen Ausmaß

Störung soll Tage andauern: Ein „massiver Angriff“ auf das Schnellzugnetz in Frankreich trifft vor allem Reisende.
Störung soll Tage andauern: Ein „massiver Angriff“ auf das Schnellzugnetz in Frankreich trifft vor allem Reisende. © Yasin Dar/dpa
Nach Angaben der französischen Bahn sind 800.000 Menschen von Zugausfällen durch den Angriff auf das Schnellzugnetz betroffen.
Nach Angaben der französischen Bahn sind 800.000 Menschen von Zugausfällen durch den Angriff auf das Schnellzugnetz betroffen. © IMAGO/LP/Olivier Lejeune
Die geschäftsführende Sportministerin Amélie Oudéa-Castera sprach nach ersten Analysen von einer Art koordinierten Sabotage. Olympia, Frankreich, Bahnnetz, TGV
Die geschäftsführende Sportministerin Amélie Oudéa-Castera sprach nach ersten Analysen von einer Art koordinierten Sabotage.  © dpa/AP/Natacha Pisarenko
Gestrandete Reisende überprüfen die Züge auf einer elektronischen Anzeigetafel am Gare de Montparnasse in Frankreich – die Brandanschläge haben massive Auswirkungen.
Gestrandete Reisende überprüfen die Züge auf einer elektronischen Anzeigetafel am Gare de Montparnasse – die Brandanschläge haben massive Auswirkungen. © Yasin Dar/dpa
Die Anschläge auf das französische Bahnnetz erfolgten wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris.
Die Anschläge auf das französische Bahnnetz erfolgten wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris. © IMAGO/Maillard
Nach den Anschlagen auf das Bahnnetz in Frankreich ist jeder zweite Zug nach Osten, nach Norden und jeder vierte Schnellzug in Richtung Bordeaux ist betroffen.
Nach den Anschlägen auf das Bahnnetz in Frankreich ist jeder zweite Zug nach Osten, nach Norden und jeder vierte Schnellzug in Richtung Bordeaux ist betroffen. © IMAGO/LP/Olivier Lejeune
Soldaten patrouillieren vor dem Bahnhof Gare du Nord: In der Nacht zum Freitag (26. Juli) wurden mehrere Brandanschläge verübt, wie die SNCF weiter berichtet.
Soldaten patrouillieren vor dem Bahnhof Gare du Nord: In der Nacht zum Freitag (26. Juli) wurden mehrere Brandanschläge verübt, wie die SNCF berichtet. © Mark Baker/dpa
Gare du Nord in Paris: Zahlreiche Verbindungen mit den TGV-Schnellzügen in Frankreich müssen gestrichen werden.
Gare du Nord in Paris: Zahlreiche Verbindungen mit den TGV-Schnellzügen in Frankreich müssen gestrichen werden.  © IMAGO / Kyodo News
Mitarbeiter der SNCF und französische Gendarmen inspizieren den Tatort eines mutmaßlichen Anschlags auf das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn.
Mitarbeiter der SNCF und französische Gendarmen inspizieren den Tatort eines mutmaßlichen Anschlags auf das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn. © Denis Charlet/dpa
Kurz nach dem Angriff auf das französische Bahnnetz war unklar, wie es an den Bahnhöfen im Land für Reisende weitergeht.
Kurz nach dem Angriff auf das französische Bahnnetz war unklar, wie es an den Bahnhöfen im Land für Reisende weitergeht. © Yasin Dar/dpa
Wer sind die Täter? Die französischen Geheimdienste arbeiten derzeit daran arbeiten, sie ausfindig zu machen. Für Olympia werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.
Wer sind die Täter? Die französischen Geheimdienste arbeiten derzeit daran arbeiten, sie ausfindig zu machen. Für Olympia werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. © IMAGO/Maillard

Brandanschläge auf Bahnnetz in Frankreich: 800.000 Menschen von mutmaßlicher Sabotage betroffen

Die betroffenen Strecken liegen im Norden und Osten des Landes sowie an der Atlantikküste. Die Bahnlinie im Südosten des Landes blieb unberührt, dort konnte laut SNCF „ein böswilliger Akt vereitelt“ werden. Unter anderem ist der Bahnhof Montparnasse in Paris betroffen. Hier kommt es zu erheblichen Störungen. Zahlreiche Menschen sind gestrandet, rund eine Woche nachdem die massive IT-Störung den Personenverkehr weltweit gestört hat.

Reisenden werden aufgerufen, ihre Fahrten zu verschieben und nicht zu den Bahnhöfen zu kommen. Nach Angaben der SNCF sind etwa 800.000 Menschen von den Ausfällen betroffen.

„Rien ne vas plus“: Nichts geht mehr am Bahnhof von Montparnasse nach den Angriffen auf das französische Zugnetz.

„Koordinierte Sabotage“: Sportministerin schließt Beteiligung von Russland nicht aus

Frankreichs Sportministerin Amelie Oudea-Castera äußert sich erschrocken über die Brandanschläge auf das französische Schnellzugnetz. „Es ist absolut entsetzlich“, sagt sie und spricht beim massiven Angriff auf den Zugverkehr in Frankreich von einer „Art koordinierter Sabotage“. Von SkyNews darauf angesprochen, will Oudea-Castera eine Beteiligung Russlands nicht ausschließen. Ihre Antwort: „Vielleicht“.

Verkehrsminister Patrice Vergriete schreibt auf Twitter (X): „Ich verurteile diese kriminellen Machenschaften aufs Schärfste.“

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