Nach dem Konklave: So geht es für den neuen Papst Leo XIV. weiter
VonDiana Serbe
schließen
Nach der Papstwahl folgt ein symbolträchtiges und traditionsreiches Ritual, das den Aufstieg zum höchsten Amt der katholischen Kirche ermöglicht.
Vatikanstadt – Ein neuer Papst ist gewählt worden. Leo XIV. ist das neue Oberhaupt der katholischen Kirche. Aber was passiert eigentlich danach? Ein Blick hinter die Kulissen der Sixtinischen Kapelle und die ersten Schritte des neuen Pontifex.
Im Konklave vom Kardinal zum Papst Leo XIV.: Was nach der Wahl geschieht
Der Moment, in dem weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, ist von großer Bedeutung. Auch unter Konfessionslosen stieg das Interesse an dem Geschehen. Zu Beginn des Konklaves feierte der gleichnamige Kinofilm mit Hollywood-Star Ralph Fiennes (62) eine Million Zuschauer. Der Rauch signalisiert der Welt, dass ein neuer Papst gewählt wurde. Die Mischung aus Kaliumchlorat, Laktose und Kolophonium sorgt für die charakteristische weiße Farbe. Begleitet wird dieses Zeichen von den Glocken des Petersdoms, die die erfolgreiche Wahl bestätigen. Die Menschen auf dem Petersplatz und weltweit verfolgten diesen Moment mit Spannung.
Chemietechniker, Türsteher, Hausmeister: Eine Krankheit brachte Papst Franziskus zur Kirche
Sobald ein Kardinal im Konklave mindestens zwei Drittel der Stimmen erhält, wird er gefragt, ob er die Wahl zum Papst akzeptiert. Dabei fallen in der im Vatikan vorherrschenden Amtssprache Latein die Worte „Acceptasne electionem de te canonice factam in Summum Pontificem?“ – „Akzeptierst du deine kanonisch erfolgte Wahl zum höchsten Pontifex?“ Nimmt er an, wird er gefragt, welchen Namen er als Papst tragen möchte. Diese Momente sind entscheidend, denn sie markieren den Beginn einer neuen Ära für die katholische Kirche.
Neuer Papst Leo XIV. legt im „Raum der Tränen“ die Gewänder an
Nach der Annahme der Wahl wird der neue Papst in den sogenannten „Raum der Tränen“ geführt. Dort erwarten ihn die päpstlichen Gewänder in drei Größen, laut katholisch.de genäht vom Papst-Schneider Raniero Mancinelli (86) in Rom. Das seit 1962 bestehende Geschäft kleidet seit Jahrzehnten die Kirchenoberhäupter ein. Der Inhaber verrät, dass immer drei Größen dafür vorrätig sind: klein, mittel und groß. Traditionell trägt der neue Papst eine weiße Soutane, eine Mozzetta und eine Stola. Die Soutane ist dasknöchellange, taillierte Obergewand mit engen Ärmeln. Die Mozzetta ist der über dem Chorhemd getragene Schulterkragen.
Der erste öffentliche Auftritt von Papst Leo XIV.: „Habemus papam“ am Petersdom
Etwa ein bis zwei Stunden nach der Wahl tritt der neue Papst auf die Loggia des Petersdoms. Der ranghöchste Kardinaldiakon verkündet mit den berühmten Worten „Habemus papam“ die Wahl des neuen Papstes. Dieser tritt dann hervor, um seine erste Ansprache zu halten und den Segen „Urbi et Orbi“ zu erteilen. Dieser Moment ist ein Höhepunkt für die Gläubigen und markiert den Beginn des Pontifikats.
In den ersten Tagen trifft sich der neue Papst traditionell mit den Kardinälen, die ihn gewählt haben. Papst Franziskus besuchte am Tag nach seiner Wahl die Basilika Santa Maria Maggiore, um vor der Ikone der Madonna „Salus Populi Romani“ zu beten. Sein Vorgänger tat dies erst neun Tage nach seiner Wahl.
Die feierliche Messe zur Amtseinführung findet in der Regel einige Tage nach der Wahl statt, gefolgt von Treffen mit internationalen Delegationen. Diese Abläufe variieren und spiegeln die unterschiedlichen Ansätze und Prioritäten der Päpste wider. Auch, wenn die Messe keine Pflicht ist – Stefan von Kempis (55), Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Vatican News, erklärte im Interview mit domradio.de: „Es ist die symbolträchtige Übernahme des Amtes. Das Überstreifen des Fischerringes, des Papstrings, über den Finger. Es ist das Überbleibsel dessen, was früher mal die Papstkrönungen waren.“