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Nach dem Konklave: So geht es für den neuen Papst Leo XIV. weiter

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Nach der Papstwahl folgt ein symbolträchtiges und traditionsreiches Ritual, das den Aufstieg zum höchsten Amt der katholischen Kirche ermöglicht.

Vatikanstadt – Ein neuer Papst ist gewählt worden. Leo XIV. ist das neue Oberhaupt der katholischen Kirche. Aber was passiert eigentlich danach? Ein Blick hinter die Kulissen der Sixtinischen Kapelle und die ersten Schritte des neuen Pontifex.

Im Konklave vom Kardinal zum Papst Leo XIV.: Was nach der Wahl geschieht

Der Moment, in dem weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, ist von großer Bedeutung. Auch unter Konfessionslosen stieg das Interesse an dem Geschehen. Zu Beginn des Konklaves feierte der gleichnamige Kinofilm mit Hollywood-Star Ralph Fiennes (62) eine Million Zuschauer. Der Rauch signalisiert der Welt, dass ein neuer Papst gewählt wurde. Die Mischung aus Kaliumchlorat, Laktose und Kolophonium sorgt für die charakteristische weiße Farbe. Begleitet wird dieses Zeichen von den Glocken des Petersdoms, die die erfolgreiche Wahl bestätigen. Die Menschen auf dem Petersplatz und weltweit verfolgten diesen Moment mit Spannung.

Chemietechniker, Türsteher, Hausmeister: Eine Krankheit brachte Papst Franziskus zur Kirche

Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Das Konklave im Vatikan hat 2013 den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Weg bis dahin war lang. © dpa/AP
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Eltern des Papstes sind Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio. Das Hochzeitsfoto stammt aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. Davor arbeitete er eine lange Zeit als Türsteher und Hausmeister. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Nach einer schweren Krankheit fühlte er sich 1958 dazu inspiriert, dem Jesuitenorden beizutreten. 1969 wurde Bergoglio zum Priester geweiht. Von 1973 (wie hier auf dem Foto) bis 1979 war er Provinzoberer der Jesuiten in Argentinien. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
Das Archivfoto vom 06.04.2005 zeigt Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Bischof von Buenos Aires (Argentinien). Er ist heute Papst Franziskus
1998 wurde Bergoglio zum Erzbischof von Buenos Aires. (Foto von 2005) © epa efe Telam/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Diesen Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. Er leitete die argentinische Kirche während der Unruhen im Dezember 2001 in Argentinien. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio war Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio war auch Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die einstige Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zu Papst Franziskus gehabt haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Papst Benedikt Papst Franziskus (Archivbild)
Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
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Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 wählte ein päpstliches Konklave am 13. März Bergoglio zu seinem Nachfolger. © dpa/AP
Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Am 15. März 2013 rief Franziskus das Kardinalskollegium im Apostolischen Palast mit „Liebe Brüder, los!“ zur brüderlichen, geeinten Verkündigung des Evangeliums auf: „Die christliche Wahrheit ist anziehend und gewinnend, denn sie antwortet auf die tiefen Bedürfnisse des menschlichen Daseins.“ © dpa/AP
Das Konklave im Vatikan hat den Argentinier Jorge Mario Bergoglio (76) zum Papst gewählt. Der Argentinier hat sich den Namen Franziskus gegeben. Er folgt auf den zurückgetretenen und emeritierten Papst Benedikt XVI. (85).
Laut Vatikan haben 150.000 bis 200.000 Menschen an der Messe zur Amtseinführung teilgenommen. Nicht alle passten auf dem Petersplatz, auch auf den angrenzenden Straßen wurde gefeiert. © dpa/AP
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Als Papst nannte er sich Franziskus – nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
Bild zeigt Papst Franziskus (links) und Papst Benedikt XVI. (rechts) bei einem Treffen am 23.02.2013 in Castel Gandolfo
Am 23. März 2013 traf sich Franziskus (links) privat mit Benedikt XVI. (rechts) in Castel Gandolfo. Gesprächsinhalte gaben sie nicht bekannt. Ein solches Päpstetreffen hatte es seit über 700 Jahren nicht gegeben. © Osservatore Romano/Handout/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Volksnähe hatte er sich bewahrt: Bergoglio trank Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
Papst Franziskus steigt bei seiner Ankunft am Yangon International Airport in Yangon, Myanmar, am 27.11.2017 aus dem Flugzeug
Im November 2017 besuchte er Myanmar und betonte die Bedeutung des Friedens und der Versöhnung. © Andrew Medichini/dpa
Dieses von Ministry of Presidential Affairs zur Verfügung gestellte Bild zeigt Papst Franziskus (l) und Scheich Ahmed al-Tajjib, Großimam der Al-Azhar-Universität in Kairo, nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung. Aufnahmedatum: 04.02.2019
2019 wurde von Papst Franziskus (links) und Sheikh Ahmed el-Tayeb (rechts), dem Scheich der Azar-Universität und damit einem der angesehensten Vertreter des sunnitischen Islam, das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet. © Eissa Al Hammadi/dpa
Papst Franziskus (M) besucht am Karfreitag Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans, Aufnahmedatum: 02.04.2022
Papst Franziskus besuchte am Karfreitag 2022 Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans. © dpa
Papst Franziskus nimmt an einem gemeinsamen Gebet mit Christen im Kolosseum in Rom teil, das den Abschluss der internationalen Friedenskonferenz "Cry for Peace" bildet, die von der Gemeinschaft Sant‘Egidio organisiert worden ist, Aufnahmedatum: 25.10.2022
2022 nahm Papst Franziskus an einem gemeinsamen Gebet mit Christen im Kolosseum in Rom teil, das den Abschluss der internationalen Friedenskonferenz »Cry for Peace« bildete. © Evandro Inetti/dpa
Papst Franziskus empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz zu einer Privataudienz. Scholz überreichte dem Papst den offizielle Ball der UEFA EURO 2024 und eine Bärenfigur aus Porzellan mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. Aufnahmedatum: 02.03.2024
Papst Franziskus (links) empfing Bundeskanzler Olaf Scholz (rechts) zu einer Privataudienz. Scholz überreichte dem Papst den offiziellen Ball der UEFA EURO 2024 und eine Bärenfigur aus Porzellan mit dem Wappen der Bundesrepublik Deutschland. © Vatikan Media/dpa
Papst Franziskus öffnet am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte des Petersdoms und leitet damit das Heilige Jahr 2025 ein, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht.
Papst Franziskus öffnete am 24. Dezember 2024 die Heilige Pforte des Petersdoms und leitete damit das Heilige Jahr 2025 ein, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stand. © Alberto Pizzoli/IMAGO
Pilger reisen zu Papst Franziskus, der im Krankenhaus liegt. Vatikan, 26.03.2025.
Der Papst lag ab Februar 2025 mehr als fünf Wochen wegen einer schweren, beidseitigen Lungenentzündung im Krankenhaus. Pilger reisten zu ihm, um für seine Genesung zu beten. Er konnte entlassen werden – Von einem „Wunder“ war die Rede. (Auf dem Bild Pilger auf dem Petersplatz, 3 Tage nach seiner Rückkehr in den Vatikan). © Gregorio Borgia/AP/dpa
Der Papst spricht den Segen Urbi et Orbi am 20. April 2025.
Papst Franziskus bei seinem letzten Auftritt kurz vor seinem Tod auf der Empore des Petersdoms. Er erteilte den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) zum Ostersonntag, 20. April 2025. © Andrew Medichini/AP/dpa
Papst Franziskus in schwarz-weiß.
Papst Franziskus verstarb in den frühen Morgenstunden des Ostermontags, am 21. April 2025. © Andrew Medichini/AP/dpa

Sobald ein Kardinal im Konklave mindestens zwei Drittel der Stimmen erhält, wird er gefragt, ob er die Wahl zum Papst akzeptiert. Dabei fallen in der im Vatikan vorherrschenden Amtssprache Latein die Worte „Acceptasne electionem de te canonice factam in Summum Pontificem?“ – „Akzeptierst du deine kanonisch erfolgte Wahl zum höchsten Pontifex?“ Nimmt er an, wird er gefragt, welchen Namen er als Papst tragen möchte. Diese Momente sind entscheidend, denn sie markieren den Beginn einer neuen Ära für die katholische Kirche.

Neuer Papst Leo XIV. legt im „Raum der Tränen“ die Gewänder an

Nach der Annahme der Wahl wird der neue Papst in den sogenannten „Raum der Tränen“ geführt. Dort erwarten ihn die päpstlichen Gewänder in drei Größen, laut katholisch.de genäht vom Papst-Schneider Raniero Mancinelli (86) in Rom. Das seit 1962 bestehende Geschäft kleidet seit Jahrzehnten die Kirchenoberhäupter ein. Der Inhaber verrät, dass immer drei Größen dafür vorrätig sind: klein, mittel und groß. Traditionell trägt der neue Papst eine weiße Soutane, eine Mozzetta und eine Stola. Die Soutane ist das knöchellange, taillierte Obergewand mit engen Ärmeln. Die Mozzetta ist der über dem Chorhemd getragene Schulterkragen.

Papst Benedikt XVI. († 2022) folgte dieser Tradition, während Papst Franziskus († 88) auf die Mozzetta verzichtete und nur kurz die Stola umlegte. Diese Unterschiede spiegeln die individuelle Persönlichkeit und den Stil der Päpste wider. 2023 brach der Argentinier mit einem Ritual des deutschen Papstes. Auch Papst Leo XIV. setzte mit seinem Gewand ein Zeichen.

Der erste öffentliche Auftritt von Papst Leo XIV.: „Habemus papam“ am Petersdom

Etwa ein bis zwei Stunden nach der Wahl tritt der neue Papst auf die Loggia des Petersdoms. Der ranghöchste Kardinaldiakon verkündet mit den berühmten Worten „Habemus papam“ die Wahl des neuen Papstes. Dieser tritt dann hervor, um seine erste Ansprache zu halten und den Segen „Urbi et Orbi“ zu erteilen. Dieser Moment ist ein Höhepunkt für die Gläubigen und markiert den Beginn des Pontifikats.

Weißer Rauch, „Habemus Papam“: Etwa eine Stunde nach erfolgreicher Wahl hat die Welt erfahren, wer der neue Papst ist.

In den ersten Tagen trifft sich der neue Papst traditionell mit den Kardinälen, die ihn gewählt haben. Papst Franziskus besuchte am Tag nach seiner Wahl die Basilika Santa Maria Maggiore, um vor der Ikone der Madonna „Salus Populi Romani“ zu beten. Sein Vorgänger tat dies erst neun Tage nach seiner Wahl.

Die feierliche Messe zur Amtseinführung findet in der Regel einige Tage nach der Wahl statt, gefolgt von Treffen mit internationalen Delegationen. Diese Abläufe variieren und spiegeln die unterschiedlichen Ansätze und Prioritäten der Päpste wider. Auch, wenn die Messe keine Pflicht ist – Stefan von Kempis (55), Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Vatican News, erklärte im Interview mit domradio.de: „Es ist die symbolträchtige Übernahme des Amtes. Das Überstreifen des Fischerringes, des Papstrings, über den Finger. Es ist das Überbleibsel dessen, was früher mal die Papstkrönungen waren.“

Und weiter: „Es ist sein Amtsantritt als Bischof. Jeder Bischof feiert nach seiner Wahl oder Ernennung zu seiner Amtsübernahme auch eine Messe. Es reicht nicht, sich auf den Balkon zu stellen und einen Segen zu spenden.“ Auch US-Präsident Donald Trump (78) hat sich mit einer Fotomontage in die Papst-Rolle geträumt – und Katholiken erzürnt. (diase)

Rubriklistenbild: © Oliver Weiken/dpa; Alessandra Tarantino/dpa

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