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Christian Drosten warnte vor Kurzem vor einer möglichen Vogelgrippe-Pandemie. Auch andere Epidemiologen sehen in dem Virus eine Gefahr.
Frankfurt – Der Vogelgrippevirus H5N1 bereitet Epidemiologen derzeit Sorgen. Der Experte Christian Drosten und der Journalist Georg Mascolo warnten vor Kurzem vor einer neuen, möglicherweise bevorstehenden Pandemie. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über ihr gemeinsames Buch „Alles überstanden?“ nannte Drosten unter anderem das Vogelgrippevirus H5N1 als möglichen Auslöser für eine solche Gesundheitskrise. Grund für diese Befürchtung sei, dass das H5N1-Virus in Kuhmilch zahlreicher Milchviehbetriebe in den USA nachgewiesen wurde.
Mögliche Vogelgrippe-Pandemie: Epidemiologe Professor Timo Ulrichs sieht ernstzunehmende Gefahr
Nicht nur Drosten sieht in H5N1 eine ernstzunehmende Gefahr. Auch der Epidemiologe Professor Timo Ulrichs hält die Vogelgrippe für einen neuen Pandemie-Kandidaten, wie er im Interview mit RTL erklärte. „Die Vogelgrippe ist in Südostasien schon lange endemisch. Menschen, die eng mit ihren Hühnern zusammenwohnen, können sich direkt mit H5N1 infizieren und dann auch tatsächlich stärkere Erkrankungen bekommen.“
Derzeit wird das Virus noch nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Doch da das Virus nun auch in Kühen nachgewiesen wurde, gebe es Anzeichen darauf, dass sich das sich H5N1 dynamisch verändere. Das halte Ulrichs für ein Warnzeichen. „Durch die aktuelle Dynamik erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass das Vogelgrippe-Virus auch ein pandemisches Potenzial im Menschen entwickelt.“
Im Juni ist der erste Mensch nachweislich an dem neuen Virustyp A(H5N2) gestorben.
Epidemiologe über Vogelgrippe: Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus ist wichtig
Eine mögliche Vogelgrippe-Pandemie sei aber fatal. Denn der Virus sei gefährlicher als der Corona-Virus. Die Überlebenschance liege lediglich bei 50 Prozent: „Gegen eine Vogelgrippe-Pandemie nähme sich die Corona-Pandemie wie ein Spaziergang an.“
Daher sei die Entwicklung eines Impfstoffs wichtig. Ulrichs zufolge gäbe es bereits entsprechende Vorkehrungen. Die gute Nachricht ist, dass die Entwicklung eines solchen Impfstoffs schnell und effektiv möglich wäre: „Angesichts der hohen Letalität und der schweren Krankheitsverläufe, die dann zu erwarten wären, ist ein neuer Impfstoff das Mittel der Wahl. Es müsste dann schnell durchgeimpft werden.“ (jus)
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