VonJulia Hanigkschließen
Erstmals ist ein Mensch durch den Vogelgrippe-Virustyp A(H5N2) gestorben. Auch wenn das allgemeine Risiko gering bleibt, werden Impfstoffe gegen eine Pandemie entwickelt.
Mexiko Stadt – Derzeit grassiert die größte je dokumentierte Vogelgrippewelle, die sich über fast die gesamte Erde erstreckt und auch Europa betrifft. Der Erreger des Virus befällt vor allem Vögel, wurde in letzter Zeit aber auch bei vielen Säugetieren gefunden. Darunter sind Bären, Katzen und Robben, aber auch Milchkühe, über die sich in den USA Menschen mit dem Virus infizierten. Insgesamt sind menschliche Infektionen aber nur vereinzelt. Nun ist der erste Mensch nachweislich an dem neuen Virustyp A(H5N2) gestorben.
Erster Toter durch Vogelgrippe-Virustyp A(H5N2)
Der weltweit erste Todesfall durch den Virustyp wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus Mexiko gemeldet und durch mehrere Laboranalysen bestätigt. Von 2003 bis Mai 2024 waren der WHO aus 23 Ländern insgesamt 463 Todesfälle nach Infektionen mit Vogelgrippeviren gemeldet worden, es handelte sich bis dato immer um A(H5N1).
WHO: Virus-Risiko für Allgemeinbevölkerung „gering“
Infektionen mit Vogelgrippe-Viren sind meldepflichtig. In vielen Ländern werden aber nicht alle Todesfälle mit vogelgrippeähnlichen Symptomen wie Atemproblemen oder Durchfall untersucht oder die Laborkapazitäten reichen zur Bestimmung von Viren nicht aus. Deshalb ist naheliegend, dass nicht jeder Fall der WHO gemeldet wird.
Die WHO rief alle Länder erneut auf, wachsam zu sein und Häufungen von Krankheiten genau zu untersuchen. „Auf der Grundlage der verfügbaren Informationen schätzt die WHO das derzeitige Risiko für die Allgemeinbevölkerung, das von diesem Virus ausgeht, als gering ein.“
Vogelgrippe-Symptome ähneln einer Grippe
In aller Regel wird Vogelgrippe durch den Kontakt mit infizierten Vögeln übertragen. Nur in seltenen Fällen steckt sich ein Mensch bei einem anderen Menschen mit dem Virus an, wie die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärt. Gesundheitsexperten warnen aber, dass sich die Viren so verändern können, dass sie leichter übertragen werden können – Impfstoffkandidaten wurden daher bereits entwickelt, um im Falle einer Pandemie schnell handeln zu können.
Eine Infektion verläuft in der Regel harmlos. Wie das Fachblatt msdmanuals.com schreibt, leiden Betroffenen unter grippeähnlichen Symptomen und mitunter extremen Atembeschwerden. Eine Diagnose erfolgt über eine Sekretprobe aus Nase oder Rachen und wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Wie die CDC hinzufügt, können Symptome von Augen- oder Atemwegsinfektionen bis hin zu schweren Erkrankungen wie Lungenentzündungen reichen, die zum Tod führen können.
Vogelgrippe-Toter hatte mehrere andere Krankheiten
Der Fall aus Mexiko sei der erste Vogelgrippe-Tote in Mexiko überhaupt gewesen. Die Person sei 59 Jahre alt gewesen und habe bereits mehrere andere Krankheiten gehabt. Sie habe nach mehreren Wochen Krankheit plötzlich hohes Fieber und Atemnot gehabt, sei ins Krankenhaus gekommen und dort am 24. April gestorben. Es gebe bislang keine Hinweise, dass der Mann infiziertem Geflügel oder anderen Vögeln ausgesetzt war. Unter Verwandten, Bekannten und medizinischem Personal, das mit der Person zu tun hatte, seien keine weiteren Infektionen festgestellt worden.
In Mexiko sei es laut WHO im März zu einem A(H5N2)-Ausbruch in einem Geflügelbetrieb in einem Hinterhof im Bundesstaat Michoacán festgestellt worden – dieser grenzt an den Bundesstaat México, wo die infizierte Person gelebt habe. (jh/dpa)
Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

